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Artikel/Biographie
Eric SardinasHard rockin' Blues |
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Rein rechnerisch ist ERIC SARDINAS 31 Jahre alt. Seit 1990 lebt Sardinas in Los Angeles, hat sich für ein Leben auf der Straße entschieden und macht Musik. Anfangs als Straßenmusiker, später zusammen mit dem Bassisten PAUL LORANGER, der noch heute mit ihm on the road ist und seit Mitte der 90er als Trio. Die Band trat bis zu 300 (!) Mal pro Jahr auf und erspielte sich den Ruf als heißeste Blues-, Rock- und Boogie Band in den USA. 1998 entdeckte der renommierte Bluesproduzent DICK SHURMAN (Johnny Winter, Roy Buchanan, Albert Collins u.v.a.) Sardinas. Das Trio nahm im Oktober 1999 in Chicago die erste CD "Treat Me Right" mit ihm auf. Als Gäste wurden Johnny Winter und Hubert Sumlin ins Studio geholt. Sardinas wurde zur Promotion der CD nach Europa geschickt und damit begann das große Missverständnis. Wann immer ein, mehr oder weniger abgewirtschafteter, Bluesgott ein neues Album aufnimmt (und damit eventuell gar noch kommerziellen Erfolg hat), wird eine Renaissance des Blues gefeiert. Wenn Gary Moore, reumütig nach seinen Technikflops, eine weitere sterile CD aufnimmt, wenn die 12.000te Version von Rollin' And Tumblin' und das 150te Bootleg von Stevie Ray veröffentlicht wird, erstarren die Bluesintellektuellen in Ehrfurcht und beschwören den Geist von Robert Johnson. Nicht umsonst war Sardinas mittlerweile zwei mal im Vorprogramm von STEVE VAI durch Europa unterwegs. Diese, auf den ersten Blick kuriose, Mischung funktioniert, weil Sardinas etwas hat, das Vai fehlt. Den Blues nämlich. Vergleicht man Acting, technische Fertigkeiten, optische Präsenz und Intensität der beiden, macht die Kombination Sinn (und die Ladies im Publikum können sich nicht zwischen den beiden entscheiden). Im August dieses Jahres veröffentlichte EVIDENCE Records die zweite CD. "Devil's Train" ist nicht ganz so (hard-)rockbetont, hat aber in der guten Stunde wieder 13 überragende Blues- und Boogie Knaller zu bieten, die im Jahr 2001 ganz sicher noch nicht erreicht wurden (und auch nicht mehr werden, in den letzten 12 Tagen). Nur 2 Fremdkompositionen finden sich darauf. My Kind Of Woman von Elmore James und Gambling Man Blues von David Honeyboy Edwards (geboren 1915!), der auch mitspielt. Inzwischen wurde mit ZYX auch ein Vertrieb für Deutschland gefunden. Eric Sardinas live: Auf der Bühne steht kein Gitarrist, sondern ein wildgewordener, schwarze Locken werfender, totaltätowierter Derwisch mit einer elektrifizierten Resonator Gitarre. In einem nie gesehenen Affentempo knallen die Nummern in die Halle und Sardinas rast dazu umher, dass es nahezu unmöglich ist, ihn vernünftig zu photographieren. Dem härtesten Headbanger würde dabei die Luft ausgehen. Wohlgemerkt, Sardinas treibt das immer noch bis zu 300x pro Jahr! 20 Minuten nach der Show sitzt er dann an seinem Merchandisestand, plaudert mit den Leuten, gibt Autogramme und lässt sich grinsend mit den Mädels knipsen. Der gleiche Verrückte, der eben noch völlig besessen auf der Bühne wütete? Blues wird nie tot sein, er wird aber auch nie mehr die Welt der Radiostationen beherrschen. Aber so lange es Eric Sardinas gibt, wird er uns alle paar Jahre kräftig den Arsch versohlen. Ich hoffe nur, er hält diesen Parforceritt nahe der Borderline noch lange durch. Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 18.12.2001
Bilder: Adelina Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 14.12.2001 |
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