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Biographie:
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Wenn von TRIUMPH die Rede ist verbindet Otto Normalverbraucher diesen Namen mit Autos, Motorrädern oder Markenwäsche. Aber halt... fehlt da nicht noch etwas? Engen wir den Kreis der Ottos ein wenig ein und begrenzen ihn auf die Anhänger der Hard'n'Heavy-Fraktion. Und nun ... genau! TRIUMPH aus Kanada! Wer kennt die eigentlich heute noch? Klar, besonders die Älteren unter uns werden sich an einige Alben erinnern, welche der Band unverständlicherweise niemals den Durchbruch in Europa verschafften. In den USA sah das völlig anders aus, und TRIUMPH galten zumindest in ihrer Blütezeit als die kleinen Brüder ihrer Landsleute RUSH. Das kanadische Power-Trio ließ sich quasi als die straightere Variante bezeichnen. Die jüngst neu veröffentlichte DVD "A Night Of Triumph Live" wurde nicht umsonst im Rock Hard zur DVD des Monats erkoren. Zu sehen gibt es einen Auftritt aus dem Jahre 1987, einer Zeit in welcher ihre Alben bereits deutlich schwächer wurden. Nachdem TRIUMPH bereits seit Mitte der Siebziger Alben veröffentlichten und sich im nordamerikanischen Raum einen Namen als hervorragender Live-Act gemacht hatten erschien 1981 mit "Allied Forces" ein absolutes Meisterwerk. Ein Album, welches bis heute für Gänsehautatmosphäre sorgt und das es verdient hat als Ganzes gespielt zu werden. Einzelne Songs herauszunehmen würde seine Wirkung schmälern und auch die Tracks an sich ständen in einem anderen Licht.
Es mag Alben geben, die häufiger in meinem CD-Player landen. Doch immer wenn meinereiner die Tracks besagten Longplayers wieder hört, kommt der vielzitierte "Schauer" ins Spiel. Die einzelnen Titel sind so einzigartig, selbst bei längerem Nachdenken fällt einem kaum ein Vergleich ein. Die Stärke der Band lag sicherlich in ihrem Zusammenspiel, in der Summe der einzelnen Musiker. Nimmt man jeden für sich ist das Resultat nicht unbedingt berauschend. Die Vocals (abwechselnd Gitarrist Rik Emmett oder Drummer Gil Moore), die Bass- und Keyboardarbeit (Mike Levine), die Drums; na ja, es gibt Aufregenderes. Herausragend die Gitarre, welche da schon eher für sich steht. Die Songs an sich machen es, ihre Einzigartigkeit und Verknüpfung machen die Stärke des Albums aus. "Allied Forces" enthält mit Hot Time (In This City Tonight) einen rock'n'rolligen Banger mit welchem auch seinerzeit der NWOBHM-gewohnte Heavy einen Zugang zum Album fand. Der Titelsong selber geht in eine ähnliche Temporichtung, aber alleine durch sein Intro ist auch dieser Song eben wieder ganz "anders". Nächstes Beispiel Fight The Good Fight. Beginnt verhalten, der Refrain eignet sich bestens zum Mitgrölen, also Banger-kompitabel. Alleine schon die Titelworte - passt absolut zum damaligen Heavy-Klischee (mochten wir's nicht damals gar nicht anders, auch wenn wir heute darüber schmunzeln?). Dieser Longplayer ist wie eine Reise, eine Fahrt durch Höhen und Tiefen, über Berge und durch Täler, ein Auf und Ab. Wobei "Tiefen" hier nicht mit Tiefpunkte verwechselt werden sollte, denn die Scheibe strotzt mit dem genauen Gegenteil: Ein Höhepunkt folgt dem Anderen. In den USA platinveredelt (wenn ich nicht irre...) [Billboard LP-Charts Platz 23, die Singles "Magic Power" und "Fight The Good Fight" waren in den Rock-Charts Top 10 bzw. Top 20 - Red.] , in Europa Insiderstatus. Die Scheibe kann man heutzutage gewiss als kultig bezeichnen und sie gehört im Prinzip in jeden gepflegten Hard-, Heavy- oder wie auch immer Rockhaushalt. Am 1. August 1981 treten TRIUMPH zusammen mit MOTÖRHEAD, Ozzy Osbourne, Riot, Frank Marino und den Newcomern VARDIS im britischen Port Vale beim dortigen "Heavy Metal Holocaust" Festival auf. Große Spuren hinterlässt man in Europa nicht, und so konzentriert man sich nahezu ausschließlich auf den nordamerikanischen Markt. Die dortigen Auftritte bieten neben dem starken Songmaterial ein Spektakel aus Flammenwerfern, Trockeneis en masse und eine riesigen Lightshow.
Mit "Never Surrender" aus dem Jahre 1983 gelang TRIUMPH ein weiterer Geniestreich. Soundtechnisch kam man etwas voller rüber, songmäßig wurde wie gehabt eine breite Palette angeboten. Das Album wirkt ein wenig epischer als der Vorgänger, die instrumentalen Passagen und Überbrückungen wurden durch zusätzliche Wortcollagen ergänzt. "Never Surrender" beschert TRIUMPH die bis dato höchsten Chartnotierungen in den USA [#26 in den Billboard Pop-Charts plus die Singles "All The Way" und "A World Of Fantasy" mit den Plätzen 2 und 3 in den Rock-Charts - Red.]. Ein Zitat zu dieser Zeit aus dem Buch "The International Encyclopedia of Hard Rock & Heavy Metal" (Autoren Tony Jasper und Derek Oliver) zu Zeiten von "Never Surrender": "Their future looks decidedly good, and if they continue to write and record to the standards already set they could be one of the biggest groups in the 1980s". Man ziert die Titelseiten der diversen US-Musikmagazine. Rik Emmett wird hoch gehandelt und ziert das Cover vom "Guitar Player", die Band steht vor einer glänzenden Zukunft. Der damalige Plattenmarkt steht vor einem Wandel, die NWOBHM flaut allmählich ab, Speed und Thrash machen sich bemerkbar, Acts wie BON JOVI tauchen auf, FOREIGNER haben noch einmal nach dem Megaseller "4" besonders mit der Single I Want To Know What Love Is einen Riesenhit gelandet. TRIUMPH werden zunehmend von ihrem Label dazu gedrängt kommerziellere Songs zu schreiben. Damit beraubt man der Band ihrer Stärke, das neue Material bleibt zwar abwechslungsreich, wird aber erheblich softer und druckloser. Die Tracks erscheinen technisch gesehen hochwertig, doch man klingt merkwürdig orientierungslos. Zudem macht sich jetzt auch deutlich bemerkbar, dass sowohl Rik Emmett als auch Gil Moore über Stimmen verfügen, welche dem neuen Material zumeist nicht mehr gewachsen sind. Besonders Rik Emmett wirkt mit seinem dünnen Stimmchen schlichtweg überfordert.
Vor diesem Hintergrund erscheint 1984 der heißersehnte "Never Surrender"-Nachfolger "Thunder Seven".
Mit dem 1985 veröffentlichten Live-Album "Stages" ernten TRIUMPH durchwachsene Kritiken. Wer einen fulminanten zu Vinyl gebrachten Auftritt erwartet sieht sich getäuscht. "Stages" bietet das was der Name bereits angibt, nämlich mehrere Bühnen sprich Aufnahmen aus diversen Konzerten der vergangenen Jahre ("Recorded in various cities on the 'Allied Forces', 'Never Surrender' and 'Thunder Seven' tours, 1981 to 1985"). In den Folgejahren versuchen TRIUMPH vergebens an die früheren Erfolge anzuknüpfen. So nimmt man sich live mit Rick Santers (Guitar, Keyboards, Vocals) von der kanadischen Band SANTERS einen weiteren Musiker hinzu. Auf "Surveillance" (1987) veredelt ein gewisser Steve Morse mit seinem Solo das herausragende Headed For Nowhere. Jürgen Ruland, (Artikelliste), 08.10.2004
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