HoR Logo kl

Killer & Little

2 Piano-Legenden

Logo Home-of-Rock

Der Klick auf ein Bildchen zeigt es in voller Größe in einem neuen Browserfenster.
Killer-Queen Sevi
Größe: 13 KB
Killer-Queen
20 KB
Killer-Queen im Bad der Menge
24 KB
Little
12 KB
Little
14 KB
Session
13 KB
Nach der Session
19 KB
Jubelnde Zuschauer
18 KB

Nach dem viel umjubelten Doppelkonzert der beiden Legenden, in Sofia/Bulgarien, hatte ich für das Home of Rock die Möglichkeit, mit den beiden (nicht nur optisch) völlig veränderten Superstars ein Gespräch zu führen.
Vom Managment der beiden wurden uns im Vorfeld strikte Verhaltensregeln diktiert, diverse Fragen wurden von vorneherein unterbunden. Die Namen (Little) Richard und Jerry Lee Lewis wurden uns verboten. Wir mußten die Herrschaften mit Little und Killer-Queen ansprechen.
Da sich die Gelegenheit, solche Stars vor's Mikro zu bekommen, nicht so oft ergibt, machten wir also gute Miene. Und da wir uns auf dem Balkan befinden, akzeptieren wir auch die Namenswünsche der beiden Diven. Bitte schön, wir nennen euch Killer-Queen Sevi und Little Vlady.

Von Killer-Queen's Personal Manager (ein stiernackiger Schläger mit dem freundlichen Namen Velimir, brrrr) erhielten wir nochmals die Warnung, ja nicht auf die nunmehr abgeschlossene Komplettumwandlung zu sprechen zu kommen, sonst....
Aber was soll man da schon noch fragen? Der, äh, die Alte ist jetzt einfach hübscher als vorher.

Home of Rock: Killer, also ich meine natürlich Killer Queen, das Konzert heute abend war ein voller Erfolg. Trotz der völlig neuen Bühnenshow und einer, sozusagen komplett überarbeiteten Setlist. Immerhin hast Du das Konzert mit einem Medley von Haydn gestartet und nicht, wie üblich, mit Whole Lotta Shakin' Going On.

Killer-Queen Sevi: Yeah. (Kaut auf einem Gummi und quäkt irgendwas texanisches. HoR)
Ich bin jetzt 50 Jahre im Geschäft. Die Zeit war reif, etwas Neues zu machen.

HoR: Neu? Haydn ist doch...

K.-Q. S.: Klar Mann. Sowas hab' ich noch nie gebracht. Das Allegro Moderato zu Beginn rockt einfach. Und hast Du die Leute gesehen? Wow, das war Rock & Roll.

HoR: Allerdings warst Du zu Beginn etwas nervös. Ich meine, die Leute haben doch vielleicht eher Sweet Little Sixteen erwartet.

K.-Q. S.: Ich geb's zu. Zu Beginn war ich etwas unsicher. Aber spätestens beim Adagio hab ich die Leute überzeugt.

HoR: Ok. Ganz ungewöhnlich war dann aber die zweite Nummer. Statt beispielsweise Great balls Of Fire hast Du die Sonate No. 1, Op. 49 vom Prog-Gott Ludwig Van gecovert.

K.-Q. S.: Ach weißt Du. Ich hab ja mein ganzes Leben verändert (der HoR-Redakteur errötet leicht beim Blick ins Dekoltee der Künstlerin) und mir standen die alten Kamellen einfach oben an.
Immer und immer wieder dieser ewige Rock & Roll.
Während meiner Zeit in der "Maggie Thatcher Klinik für werdende Frauen" (der HoR-Redakteur wechselt die Farbe) hatte ich genügend Zeit, mich mit all diesen jungen Musikern auseinanderzusetzen. Da sind echte Cracks dabei. Dieser Ludwig Van, beispielsweise, ist der Hammer. Keine Ahnung, wie der junge Typ es macht, auf tausenden Platten gleichzeitig zu spielen. Und immer mit anderen Bands. Mit dem würde ich gern mal eine Session machen. Das wäre der Texas-Superstar-Clash überhaupt. Und der sieht auch noch ganz gut aus...

In diesem Moment kommt Little Vlady zur Garderobe rein. Im Arm die obligatorische Schönheit (mindestens 40 Zentimeter größer als er).
Auch er sieht deutlich verjüngt aus. Seine notorische Hyperaktivität hat er allerdings nicht abgelegt. Mit einem fröhlichen "Tutti Frutti" zieht er sich eine Line Brausepulver rein, beißt der schwarzhaarigen Begleitung ein Rippchen Schokolade ab und klatscht sich mit dem, der Killer-Queen ab.
Den folgenden Wortschwall geben wir nur verkürzt wieder.

Little: Mann, ich bin der Größte. Die Rock & Roll Sensation.
Hast Du gesehen wie die hier ausgerastet sind. Ich war schon immer überwältigend, aber jetzt bin ich so gut wie nie. Mann, Little is back. Ready to kill

Früher hätte ihm der Killer dafür die Fresse poliert. Aber offenbar interessiert sie das jetzt nicht mehr. Coole Einstellung.

HoR: Little, Du hast ja auch gänzlich neues Material gespielt. Chopins Nocturno kam geradezu death-metalisch rüber.

Little: Jau. Das knallt.

K.-Q. S.: Und mein Seliger Tod von Liszt bringt die Leute zum headbangen.

Little: Keine Gnade! Tod dem falschen Rock & Roll!

K.-Q. S.: We are here to kill! (Angesichts seiner/ihrer Vergangenheit eine irgendwie beunruhigende Aussage. HoR)

Little: Rachmaninow rules!

K.-Q. S.: Debusi blows your head off!

Little: Bizet kicks ass!

Die beiden gröhlen lauthals irgendwelche Zeilen aus dem Freischütz. Dabei kann ich nirgends Drogen entdecken.

HoR: Little, Du hast dich ja ziemlich verändert. Keine Predigten mehr auf der Bühne. Keine Frauenkleider. Wie kommt's?

Little: Ganz einfach. Ich habe festgestellt, daß ich das alles nicht mehr nötig habe. Ich bin der Größte, war nie größer als heute (gut 1,45, HoR).
Mein Gott, was wollen all die Stinker von mir? Ich krieg mehr Weiber als Pit Brat und Richard Schmier zusammen. Ich brauche diesen Unfug aus den 50ies und 60ies nicht mehr. The King is back!

HoR: King?

Little: Look at me! (Springt auf den Stuhl und trommelt sich auf die Brust)

HoR: Little, Du siehst etwas blasser aus als früher. Pigmentstörungen, wie bei Jackson?

Little: Nee. Ich geh einfach nicht mehr ins Bräunungsstudio. Das hab ich von diesen norwegischen Death Metalern gelernt. Blass wirkt einfach gefährlicher.
Kennst Du Edvard Grieg? Der ist blass!

HoR: Killer...Queen, eine persönliche Frage. Du hast dich sehr verändert...

K.-Q. S.: Ganz einfach. Man weiß ja, daß ich schon immer auf junge Frauen stand.
(Der Killer hatte nicht unbeträchtlichen Ärger, als er vor Urzeiten seine 14-jährige Cousine heiratete. HoR)
Und deswegen dachte ich mir: "werde selbst eine Frau und der Trouble ist ein für alle mal vorbei". Zur Not kann ich mich jetzt selbst heiraten

HoR: Gut. Zurück zur Musik. Ihr habt heute eine Session zusammen gemacht. Zuerst ein Walzer aus dem Freischütz und dann dieses Stück aus Carmen

K.-Q. S. & Little im Chor: Hammerhart, nicht wahr.

K.-Q. S.: Wenn Little nicht so ängstlich wäre...ich würde das Piano dabei anzünden.

Little: Ich kann leider bei der Session nicht mit den Füßen spielen. Bei den Proben hab ich ihr dauernd auf die Finger getreten.

K.-Q. S.: Little, darf ich beim nächsten Gig Shariots of Fire von diesem Vangelis spielen? Würde sich super für ein bißchen zündeln eignen.

HoR: Letzte Frage. Werdet Ihr bei diesem Programm bleiben? Oder darf man künftig wieder auf ein paar alte Hits von Euch warten? Ich meine, beispielsweise Drinkin' Wine, Spo-Dee-O-Dee oder Long Tall Sally oder High School Confidential oder Lucille. Irgendwie fehlte mir das schon etwas.

K.-Q. S.: Mal sehen. Zuerst mal werde ich den Ring der Nibelungen in Originalfassung aufführen. Alles von mir selbst gesungen und gespielt. Mit ganz neuer Bühne. Unter anderem wird Sigfried in einem Swimming Pool ertrinken und Walburga im Speicher verbrennen.

Der HoR-Redakteur tastet nach seinem Feuerzeug und zittert leicht

Little: Ich geh jetzt erst mal mit den Mädels hier was trinken...

HoR: Wir danken für das Gespräch

Fred Schmidtlein, 25.05.2001

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum