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Achim 'Rosco' Bauer (Leser), Martin Schneider (Redaktion)
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Mal wieder ein Blindflug, diesmal mit den verehrten Kollegen von COPPELIUS, unserem Leser Achim Bauer und Redakteur Martin Schneider. Was mich persönlich freute, ist, dass ich die Kollegen das ein oder andere Mal aufs sehr glatte Eis führen konnte! Doch lassen wir die Herrschaften zuerst selbst zu Worte kommen und veredeln wir dies noch mit einem lieblichen Bildchen! Kommentare konnte ich mir diesmal wieder nicht verkeifen diese sind in [kursiv]. Und nun: anschnallen!

(Jörg Litges)

Comte Caspar: Meine Herren! An uns wurde der Wunsch herangetragen, einige musikalische Werke zu rezensieren. Ich bin hocherfreut, dass man unserem künstlerischen Urteilsvermögen so viel Vertrauen schenkt, uns die Entscheidung, ob dieses Dutzend Lieder veröffentlicht wird, zu überlassen! Urteilen Sie mit Bedacht! So manch junger Komponist nahm sich das Leben, oder beendete zumindest die Karriere nach einer allzu rabiaten Rezension seitens des verehrten Meisters!

Graf Lindorf: Nachdem mir Bastille nun ein paar geeignete Lautsprecher in mein Gemach getragen hat (mein Grammophon wollte die Silberscheibe partout nicht in einwandfreiem Zustand belassen), kann ich nun endlich diese Musiken anhören.


COPPELIUS

Achim Bauer
Rosco: Tach auch! Es wurde mir empfohlen, mich kurz vorzustellen. Also gut: Mein Name ist Achim Bauer, aber alle sagen Rosco zu mir. Mein Hobbies sind: Mein Hund, Musik, Zeichnen, Lesen und Motorrad fahren. Noch mehr? Okay, ich bin 43 Jahre alt und arbeite seit 15 Jahren beim DRK. Noch mehr?? Gibt`s nicht. Das muss reichen!.

[Naja, was für'n Hund hätteste ja wenigstens noch sagen können...]

Martin
Martin Schneider:
Blindflug als Gast von Jörg mit COPPELIUS. Was darf man da erwarten? Etwas Metal, ein bisschen was außergewöhnliches... mal sehen.


SENTENCED - May Today Become The Day
aus dem "Funeral Album" (2005)

15 Graf Lindorf: Ich weiß nicht, ob es an den selbstgebauten Lautsprechern von Bastille liegt, oder am vorliegenden Stück, ich denke jedoch, dass der Klang als durchaus breit und voll zu werten ist. Ich glaube, dass man sich heutzutage der Vokabel "fett" zu bedienen erfleißigt. Die Struktur des Stücks ist recht einfach gehalten und leider ist der Text für meine Ohren (die allerdings auch schon weit mehr als 200 Jahre aufzuweisen haben) recht unverständlich.
Nobusama: Wow, was für ein Instrument! Es klingt super druckvoll. Aber es war weder Cello, Kontrabass noch Klarinette. Ich möchte gerne wissen, wie das Instrument aussieht...
Max Coppella: ...ein tiefes Instrument, vermutlich eine Strombaßgitarre, in Quarten gestimmt! Wußten Sie,daß dieses Instrument zuweilen auch über 5 Saiten verfügen kann ?

Rosco: Woher kenn ich das bloß? Geile Gitarren, eine Stimme passend zu mir (ganz schön tief). Ein richtig geiler Song, kann ich mir gut zum Auto fahren vorstellen. Aber, woher kenn ich das bloß??

Martin Schneider: Und schon geht es los. Eine prägnante Basslinie, die auch von Steve Harris (IRON MAIDEN) stammen könnte. Metallisch, energiegeladen, aggressiv und doch melodisch. Klingt ziemlich teutonisch und könnte RAGE sein. Der Song strotzt trotz seines griffigen Refrains nur so vor liebevollen Details.

RAGE - Be With Me Or Be Gone
aus dem Album "Speak Of The Dead" (2006)

Speak Of The Dead Nobusama: Wow, der Titel kling fast gleich wie Titel 1! Das ist wohl auch schwierig, dass zwei verschiedene Bands so ein ähnliche Musik spielen können! Sind die beide befreundet?
Max Coppella: Ein Sänger mit einer ähnlichen Gesangstechnik wie der des 1. Stückes! Sicherlich, Nobusama, waren deren Lehrer gute Freunde, oder sie sind gar identisch!
Graf Lindorf: Bei diesem Stück würden mir ähnliche Kommentare einfallen. Dieses Stück wird mit sehr viel Explosivität vorgetragen und die Doppelfußtrommel gleicht einem Maschinengewehrfeuer aus dem zweiten Weltkrieg. Böse Stimmen im Hintergrund lassen auf einen düsteren Text schließen, der mir jedoch auch etwas schwer eingeht. Die kreischenden Gitarrenthemen sind für mich nicht leicht zu genießen, doch sind diese mit viel Geschick und Fleiß gespielt.

Rosco: Wieder was zum Auto fahren? Stop and go, oder so. Klasse Refrain, sehr eingängig. Fragt mich aber nicht, wer das nun wieder sein könnte. Alles in allem: Der geht recht gut rein. Ich hoffe, dass es auch noch anders losgeht, sonst kann ich nur noch sagen: Siehe Track 1-2!!!

Martin: Hm... klingt nicht viel anders als die erste Nummer. Die beiden Songs könnten durchaus von dem gleichen Album stammen. Auch qualitativ schenken die sich nicht viel. Netter, solider, traditioneller Heavy Metal, etwas deutlicher von der New Wave of British Heavy Metal beeinflusst, der mich jetzt zwar auf Anhieb nicht total vor Begeisterung umhaut, dem ich aber durchaus etwas abgewinnen kann.

SAVAGE CIRCUS - Beyond Reality
aus dem Album "Dreamland Manor" (2005)

Dreamland Manor Graf Lindorf: Ein ruhiges Stück, was nach den beiden ersten Titeln eine Pause beschert. Leider erinnert mich der Klang der Instrumente nicht an von Menschen gefertigte Instrumente. Die Gesangslinien zeugen von Musikalität und Liebe zur Musik. Die elektrischen Klänge eines nachempfundenen Pianoforte stehlen hiervon wieder etwas hinweg,was ich sehr bedaure. Es scheint um Träume und Illusionen zu gehen. Die harmonische Entwicklung ist sehr interessant. Mit richtigen Instrumenten wäre noch mehr daraus geworden, wie ich finde.
Max Coppella: Eine sehr interessante Instrumentierung, wodurch ein sehr dynamisches Stück entsteht.Geben denn die geneigten Hörer heutzutage bei Konzerten bei leisen Stellen überhaupt noch acht? Wahrscheinlich sind auch die ruhigen Passagen laut.
Comte Caspar: Ich tue mich mit langsamen Stücken immer schwer, darum sollte ich hier lieber schweigen...

Rosco: Heureka! L.m.a.A.! Bin geplättet!! Erinnert mich an BLIND GUARDIAN, oder doch nicht?? Als Otto-Normal-Verbraucher in Sachen RAGE, ICED EARTH und ähnliche Bombast-Heavy-Freak-Bands muss ich sagen: Gib mir mehr!!!

Martin: BLIND GUARDIAN - Far beyond reality! Meine Holde hat es schneller erkannt als ich. [Dann hör besser nicht mehr auf Deine Holde...] Eine klasse Band, vor allem das Nachfolgealbum "Imaginations from the other side". Danach haben sie für meinen Geschmack ein bisschen zu viel Wert auf die Produktionen ihrer Alben gelegt, und dabei vergessen, überragende Songs zu schreiben. Trotzdem, ohne jeden Zweifel eine der spannendsten deutschen Metal-Bands.

Joachim Witt - Die Flut
aus dem Album "Bayreuth Eins" (1998)

Bayreuth eins Max Coppella: Mich beschäftigt hier die Frage,welches Orchester in der Lage ist, mit diesen mir unbekannten Instrumenten rhythmisch so präzise über so lange Zeit immer dasselbe zu spielen.Ich würde dieses Stück Die Flut nennen,dann wäre es bestimmt von Erfolg gekrönt.
Graf Lindorf: Dieses deutschsprachige Stück kommt leichten Fußes daher. Die Rhythmik ist ohne große Abwechslung, unterstützt aber den Charakter des Stückes. Ich meine, diese Art von Musik in den 80er Jahren des gerade vergangenen Jahrhunderts in ähnlicher Weise gehört zu haben. Auch hier kann ich mich des Bedauerns über die Verwendung artifizieller Melodiewerkzeuge nicht erwehren.Ob das Stück vielleicht den Namen "Die Flut" trägt, ich weiß es nicht.

Rosco: Hab mir schon gedacht, dass es so nicht weitergeht. Erinnert mich an Die Flut! Scheiße, das ist Die Flut! Geiles Album, wenn man sich aus dem Fenster im Erdgeschoß werfen will. Kenne aber bessere Sachen von Hr. Witt. Machen wir jetzt weiter????

Martin: JOACHIM WITT - Die Flut! Ein großartiger Song und ein Riesen-Hit für Joachim Witt und WOLFSHEIM-Sänger Peter Heppner. Auch wenn Witts "Bayreuth"-Trilogie nicht unumstritten war, so stellt sie für mich eindeutig den Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens dar. Gehört aus meiner Sicht in jede Düsterrock-Sammlung.

KILLERS - When You Were Young
aus dem Album "Sam's Town" (2006)

Sams Town Graf Lindorf: Nun geht es mit einem aufgeweckteren Stück weiter, das sogleich gute Laune beschert. Auch die harmonisch einfache Struktur wirkt dennoch recht positiv auf mich. Instrumentierung, Gesang und Struktur gehen miteinander einher. Der ruhige Mittelteil bringt eine interessante Komponente zum Vorschein, die das beschwingte Musikwerk zudem unterstützt, als es sich wieder aufschwingt. Es erinnert an vergangene Tage, wirkt trotzdem optimistisch und hörenswert.
Max Coppella: Gewiss ist dieses Lied nicht mit zu vielen Harmonien versehen, aber dieses leidentschaftliche Werk löst etwas aus, es wurde von einem geschickten Kompositeur geschrieben.
Comte Caspar: Wir gehen von der Tonika über die Doppeldominante in die Mediante, das würde ich nicht als eintönig beschreiben, aber, werter Herr Coppella, was die Terz betrifft, waren wir ja schon immer verschiedener Meinung!

Rosco: So, jetzt sind wir bei der sogenannten Brunchmusik. Die Jungs oder Mädels (nicht die Stimme) geben sich alle Mühe. Muss belohnt werden. Aber vom Hocker reißt mich das nicht.

Martin: THE KILLERS - When you were young. Ein klasse Song. Erinnert mich ein bisschen an THE ALARM und BIG COUNTRY, hat aber auch einen Schuss Springsteen, aus der guten alten Zeit, als der Boss noch kernig rockte und nicht nur dröge Balladen und musikalisch substanzlosen Singer-/Songwriter-Krempel ablieferte. Wäre mal interessant, das komplette Album zu hören.

Tori Amos - Dolphin Song
aus dem Album "A Piano - The Collection" (2006)

A Piano Max Coppella: Endlich eine Dame mit mindestens genau soviel Leidenschaft und Geschick! Ah... ich höre gerade, dies sei nicht Franz Liszt am Pianoforte, sondern sie selbst - der Tag ist mir versüßt.
Graf Lindorf: Ein interessantes Schlagwerk führt in dieses Stück, das von der angenehmen Stimme einer sicher sehr hübschen Dame übernommen wird. Die chorartigen Gesangspassagen und Klänge dieser charakteristischen Stimme bestimmen die interessante Gestaltung. Ein richtiges Pianoforte vermag viel positivere Gefühle zu entwickeln, als ein artifizielles Galvanoforte jemals tun könnte. Unaufdringliche, doch interessante Melodien in den Begleitungen von Bass und Schlagwerk, sowie des erwähnten Pianofortes, erzeugen in mir Wohlwollen und die Forderung nach einem Da Capo. (den Gefallen tut mir Bastille im Anschluß)
Comte Caspar: Meine Herren! Was ist in Sie gefahren!? Wer möchte einer wehleidigen Frau beim Baden zuhören? Leidenschaft und Geschick? Geschick vielleicht, aber eher beim Leiden, als beim Schaffen...

Rosco: Na, hallo! Kommt jetzt Niveau ins Spiel?? Bei der Stimme fließe ich dahin (Gänsehaut). Erinnert mich an Kate Bush. Kate Bush goes Bush (nicht Amerika). Vergleich zu Track. 5: Dies zum Frühstück und es wird ein Supertag! Ganz schön lang, aber auch ganz schön gut lang!! (Streicheleinheit für meinen Hund)

Martin: Das müsste Tori Amos sein. Eine einzigartige Künstlerin, die einem auch das örtliche Telefonbuch vorsingen könnte, und man würde ehrfurchtsvoll zu Boden sinken. Wahnsinn, wie gefühlvoll sie sich ausdrücken kann, und über welch breites Stimmungsspektrum sie transportieren kann. Bei diesem Song wirkt sie gleichermaßen selbstbewusst, wie zerbrechlich. Eine wunderschöne ätherische Ballade.

Tommy Lee - Trying To be Me
aus dem Album "Tommyland: The Ride" (2005)

Tommyland The Ride Graf Lindorf: Zu diesem Stück kommt mir kein besonderer Kommentar in den Sinn, vielleicht weil mir weder kompositorischer Erfindungsgeist noch klangliches Behagen entgegen strömt. Rhythmik und Handwerk sind nicht zu tadeln.
Max Coppella: Strophe, Refrain,
Strophe, Refrain, Überleitung,
Strophe, Refrain, Refrain mit Variation.
Ich wünschte,mir wäre diese Kompositionsform schon früher bekannt gewesen!
Comte Caspar: Ihr sprecht vom variierten Strophenlied? Eine kurzfristige Mode! Sicherlich wird sich die Musik zugunsten progressiverer Strukturen fortentwickeln, auch wenn ich gelegentlich den Tagen einfacherer Lieder nachhänge...

Rosco: Was`n nu?? Gibt`s Nickelback auch richtig dreckig? Tausendmal gehört, aber die Jungs strengen sich an! (2. Streicheleinheit für den Hund)

Martin: Interessant. Ich kenn den Song, aber komme im Moment nicht darauf, wer das ist. So könnte es klingen, wenn THIN LIZZY-Fans Alternative spielen. Die Nummer weist doch einige Parallelen zu Cold Sweat auf. Zeitgemäße Rockmusik, die aber auch bei Traditionalisten Zustimmung finden dürfte. Gefällt mir gut.

DARK AT DAWN - Avalon
aus dem Album "Dark At Dawn" (2006)

Dark At Dawn Max Coppella: Das Faszinierende am Ton aus der Lautsprecherbox ist,daß man sich sein eigenes Bild von den Musikanten machen und sich dabei irren kann. Hier stelle ich mir einen 2m großen Nordmann vor, der etwas schlachtet, während er es bedauert. Vielleicht (Gott bewahre), verfügt er aber auch nur über meine Größe.
Graf Lindorf: Ein sehr eigentümlicher Gesang, der von einer breiten Fläche von galvanischen Klangerzeugern eingekuschelt wird. Ein militärischer Mittelteil kann nicht wettmachen, was zuvor und danach zu wenig ansprechend ist. Leider kann ich mich nicht auf Dauer anfreunden und lasse mir von Bastille die Nadel auf das folgende Stück befördern.
Comte Caspar: Ich vermute, was erwähnter Nordmann bedauert, ist, dass er sein Orchester geschlachtet hat, so dass nun nur noch die Geister desselben musizieren können! Doch eine breite Wand aus galvanisch amplifizierten Gitarren vermag dieses parapsychologische Manko zu überwinden.

Rosco: Super Intro! Bin in Irland mit Hund, Juchufallrera! Aber warum muss dann irgendjemand kommen und mit seiner Stimme die Stimmung versauen? Würde man aus diesem Stück 3 Songs machen wär`s okay; aber alles zusammen? Ne, danke! Überflüssig!! [Na! Aber! Die Stimme ist sowas von geil!]

Martin: Zu dem gefühlvollen Intro will der knarzige Gesang nicht so recht passen. Klingt nach einer epischen Quotenballade einer Metal-Band. Dezent keltische Einflüsse in der Melodieführung der Gitarren, vor allem aber wenn die Band sich zurücknimmt und man die zurückhaltende Folkmelodie in den Vordergrund rückt. Eigentlich total meine Baustelle, aber mit dem Sänger kann ich mich jetzt auf Anhieb nicht so recht anfreunden.

VAN CANTO - The Mission
aus dem Album "A Storm To Come" (2006)

A Storm To Come Graf Lindorf: Ein hervorragender und mutiger Einfall, sich der Instrumente zu entledigen und alles human zu instrumentieren. Vielleicht waren die Generatoren ausgefallen? Sehr eindrucksvoll dargeboten und viel ansprechender als mit Gitarren breitgezogene Klängwände.
Max Coppella: Ein echter Genuss, sangesfreudigen Künstlern zuzuhören,die sich nur von etwas Schlagwerk begleiten lassen, eine echte Inspiration!
Comte Caspar: Ich muss die mutigen Sänger loben, die sich auch heutzutage noch in alter Tradition vor den Balkon einer zarten Dame stellen, um ihr zärtliche Zuneigung zuzusingen.

Rosco: Wer will hier auf eine Party? Überlege mir: Warum versuchen manche Bands unbedingt 2 Sachen die nicht zusammen passen in einem Song zu mischen?? Tagadau, Tagadei; nein danke!! Entschuldigung, es waren glaub ich 3 Sachen.

Martin: COPPELIUS? Starker vielstimmiger Gesang, aber die Produktion klingt mir eine Spur zu dünn. Dadurch fehlt dem Song die nötige Durchschlagskraft. Hier könnte ein dezenter Remix durch BLIND GUARDIAN wahre Wunder bewirken.

[Hier möchte ich anmerken, das VAN CANTO eine A capella Metal Band sind Fünf SängerInnen und keinerlei Instrumente!!!]

IN EXTREMO - Raue See
aus dem Album "Mein Rasend Herz" (2005)

Mein Rasend Herz Max Coppella: Dieses außerordentliche Stück erinnert mich an eine Gruppe namens IN EXTREMO, vor welcher wir kürzlich aufspielten. Aber leider kann ich mich beim Besten nicht erinnern,daß es intoniert wurde, also ist es gewiss von jemandem Anderem, denn wenn man solch ein Werk schreibt, muß man es doch spielen.
Graf Lindorf: Ein schwungvolles und ansprechendes Lied von Anfang bis zum Ende. Zusätzliche Blasinstrumente heben das Riff hervor und bringen mit dem Schlagwerk meine alten Beine zum Schwingen. Ein interessanter Instrumentalteil in der Mitte geht gut ins Ohr und zeigt das handwerkliche Geschick der Musiker. Hab ich das Totenschiff vielleicht schon einmal gesehen?

Rosco: Und nun zu Track 10 (Hatte eine Pause mit dem Hund gebraucht. Jetzt sind beide wieder auf Normallevel; also: Let`s go!) Dropkick Murphys? Nee, deutscher Gesang. Warum muss man immer über`s Ziel hinausschießen? Eigentlich macht der Song richtig Spaß. Aber wieso muss ich dann noch Dudelsack und orientalische Musik in einen guten Song stecken??? Manchmal ist weniger mehr. Jetzt ist manchmal!!!

Martin: IN EXTREMO. Mit mittelalterlicher Musik hat das allerdings von der Instrumentierung abgesehen relativ wenig zu tun. Macht aber nichts, denn dafür gibt es ja noch genug andere Bands. Harter Rock, fast schon metallisch, mit Sackpfeifen trifft die Geschichte wohl besser und da sind IN EXTREMO gemeinsam mit TANZWUT einfach immer noch führend. Stark, wenngleich mir aber auch spontan einige mitreissendere Nummern von IN EXTREMO in den Sinn kommen.

TAROT - Ashes To The Stars
aus dem Album "Crows Fly Back" (2007)

Crows Fly Back Graf Lindorf: Auch wenn die Melodie und die Harmonien mich nicht unter meinem Sauerstoffzelt hervorlocken können, so zeigt sich doch, dass das Handwerkliche beherrscht wird, dass viel Mühe in den Gesang gesteckt wurde und auch der Klang weit gefächert ist. Auch die heutzutage so übliche Sologitarre ist dezent eingesetzt und trägt zum Positiven bei.
Max Coppella: Dieser Tenor verfügt über eine Stimme mit einer glänzenden Schärfe,die mich aufs Äußerste fasziniert. Ein famoser Klang.

Rosco: Klasse Intro! Warum flacht das ab? Ah, es geht ja doch gut weiter. Lasst es krachen Jungs. Die Zwischenspiele überlassen wir doch mal Dream Theater oder Mike Oldfield (ja, der kann das auch!) Ein bisschen weniger "Prog", dann wär`s klasse. Oder: Wenn schon die Schiene, dann übt weiter; ihr habt das Zeug dazu!

Martin: Ich tippe mal auf irgendwelche Skandinavier. SONATA ARCTICA? TAROT? Jedenfalls eine Band, die es zumindest bei dem Song ganz gut hinbekommt, auf dem schmalen Steg zwischen Traditionsbewusstsein und Originalität zu balancieren und damit recht ansprechenden Melodic Metal abzuliefern.

ICED EARTH - Waterloo
aus dem Album "The Glorious Burden" (2004)

The Glorious Burden Graf Lindorf: Ähnliches gilt auch für dieses Stück. Die Stimme verfügt über viel Kraft. Die Doppeltrommel ist vielleicht etwas überstrapaziert. Die Chöre sind gewöhnlich und nicht sehr ansprechend, was insgesamt für die Melodien ebenso gilt. Im Text scheint es sich um einen Krieg zu handeln?
Max Coppella: Ein Sänger mit solch einem Durchhaltevermögen und diesem Stimmumfang hätte das Zeug dazu, mal bei einer ganz ganz großen Band für ein paar Jahre zu singen. [dickes Grinsen]

Rosco: Gute Gitarrenriffs, eine nette Heavy-Stimme. Macht Spaß!! Aber warum gerade Chor? Sorry, aber die CD würd` ich mir einmal anhören und hoffen, dass die nächsten besser werden. Ich würde sie dann auch kaufen.

Martin: Klar. ICED EARTH, The Reckoning, die Single aus "The Glorious Burden". [Aha!?!?] Was soll man da viel dazu sagen? Mit dem Album hat Jon Schaffer seine Band endgültig in die erste Heavy Metal-Liga katapultiert. Wer auf harte Klänge steht, der kommt mittlerweile an ICED EARTH einfach nicht mehr vorbei. Der Song ist vordergründig sehr eingängig, ohne die Komplexität des Songwritings und der Arrangements, die "The Glorious Burden" auszeichnen zu verleugnen. Sicher nicht die stärkste ICED EARTH-Nummer, aber ein guter Einstieg, falls man die Band noch nicht kennen sollte.

Comte Caspar: Nun, ich hoffe, unsere bescheidenen Hinweise konnten helfen, diesen Stücken den letzten Schliff zu verpassen - denen, welche davon nun tatsächlich veröffentlicht werden, wünschen wir alles Glück, dass sie auch von einigen Hörern wahrgenommen werden, wo doch gerade heutzutage so viel Unnützes produziert wird, was kein Mensch hören will, und was nur von kurzer Dauer ist.

Rosco: Dies waren einfach die Gedanken von Rosco beim ersten(!) Mal hören. Oft wird`s beim 2ten Mal besser. Greetings Rosco

Zusammenstellung: Jörg Litges, (Impressum, Artikelliste), 24.09.2007

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