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| 2, ATOM Records, 2005 |
| Jon Butcher |
Vocals, Guitars |
| Ben Schultz |
Vocals, Guitars |
| Leland Sklar |
Bass |
| Neal Wilkinson |
Drums |
| Produziert von: Barefoot Servants |
Länge: 49 Min 39 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Pharaoh's House | 8. Brown Penny |
| 2. I Don't Care At All | 9. Monsters In Bethlehem |
| 3. Crazy | 10. Crack The Sky |
| 4. When The Day Comes | 11. Love You Too Much |
| 5. Rude Boy | 12. Dog Days |
| 6. Take My Breath Away | 13. Phases Of The Moon |
| 7. Bells Of St. Mary's | |
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Nach eben mal 11 Jahren die zweite CD einer Supergroup. Die bekanntesten Namen dabei sind sicher Jon Butcher (Kult und anerkannter Hendrix-Erbe mit JON BUTCHER AXIS seit den späten 70ern) und Leland Sklar (Bass-Zausel auf geschätzten 500 Produktionen der letzten 40 Jahre). Der selbstbetitelte Erstling war 1994 leidlich erfolgreich und auch wirklich gut, danach traf man die vier beteiligten Musiker (wobei der heutige Schlagzeuger Neal Wilkinson damals noch nicht dabei war) auf unendlich vielen CD-Covern wieder und die BAREFOOT SERVANTS schienen sich in Luft aufgelöst zu haben. Und doch ist die Band plötzlich wieder da, gelöst vom damaligen Industrieriesen EPIC Records und zwar körperlich gealtert, aber musikalisch auf einem Niveau, das - man muss das so sagen - JEDEN Rockfan aus der frustrierenden Agonie der mittleren ersten 2000er-Dekade aufrütteln muss. Ganz egal ob Ballade, Funk, Neuzeit-Psychedelia, Jam oder Booze-Rocker, diese Band hat mit dem einfallsreich "2" genannten Album einen mordsmäßigen Brocken eingespielt und sollte für die nächsten Jahre ausgiebig, und hoffentlich auch bei uns touren.
Über eine solche Scheibe hätte man vor 25 Jahren keinen Ton verlieren müssen, sie wäre ohne Umweg direkt in die Charts und Radiostationen eingestiegen und zu einem Klassiker geworden. Heute ist das natürlich anders, man muss dem Kunden die Sache schmackhaft machen.
Damit es kein Missverständnis gibt: "2" tönt keinesfalls wie von vor 25 Jahren! "2" ist eine Platte, die mühelos in jedes Jahr der letzten 4 Rock-Jahrzehnte passen würde - vom absolut zeitgemäßen Sound einmal abgesehen. "2" ist eine Songwriter-Platte, weil hier Songs ge-schrie-ben wurden und nicht alterprobte Zitate zusammengesetzt. "2" ist aber in erster Linie eine Rrrrock-Platte, weil die BAREFOOT SERVANTS Rock-Menschen sind, die ganz genau zwischen knalligem Rock & Roll und dezidiert sensiblem Teamplay unterscheiden können und beides auch verbinden. "2" ist Party, Feeling, Groove, Melodie, Fun und Zuhören gleichzeitig. Hoffentlich sind damit nicht all zu viele Menschen überfordert.
Drei Auffälligkeiten zuerst.
Leland Sklar ist eine Monsterbassist. Wer nicht auf Bassisten steht, wird allerdings nicht von überflüssigen Tiefdruckgebieten genervt.
Jon Butcher und Ben Schultz spielen ihre Gitarren spektakulär unspektakulär und wandeln zwischen Guitar-Hero-Kunststücken und puristischem Keef-Riffing, beherrschen aber zweites in virtuoser Manier und überstrapazieren ersteres keine Sekunde. Guitars all over, aber es bleiben Gitarren und mutieren nicht zum Selbstbefriedigungsapparat.
Und letztlich noch der Gesang. Wer findet, dass Frankie Miller einer der größten Sänger aller Zeiten war, kommt an "2" sowieso nicht vorbei (Love You Too Much ist der Rockpop-Hit, der Frankie leider immer gefehlt hat). Wer Miller und Rod Stewart nicht kennt, sollte das schleunigst nachholen (bei Bedarf gibt es auch gerne Nachhilfe von uns, wir haben nämlich mindestens ein halbes Dutzend einschlägig vorbelastete Redakteure in unseren Reihen). Und danach kommt der Vergleich mit den barfüßigen Dienstboten. Sieger gibt's dabei keinen, aber mindestens ein faires Unentschieden.
Individualisten alleine machen noch keine gute Platte. Nicht überall wo Springsteen draufsteht, ist auch Boss-würdige Musik drin. Die Herren Butcher und Schultz haben dreizehn Songs kreiert, die jeden (!!) Versuch der letzten vielen Jahre des hemdsärmeligen Megastars um Längen schlagen (von den erbärmlichen Schmonzetten eines Rod Stewart braucht man eh nicht reden). Bei der Gelegenheit fallen einem auch Namen wie Bob Dylan oder Joe Grushecky ein. Jedoch auch beispielsweise HOOTIE AND THE BLOWFISH, Hendrix (Crack The Sky), Neil Young oder gleich Crosby, Stills, Nash & Young. Verwirrend? Gar nicht! "2" ist kein Sammelsurium, sondern eine Sammlung allerfeinster musikalischer Kleinode. Und es rockt, auch wenn nur eine akustische Gitarre ein kleines Lagerfeuerliedchen begleitet.
Mit "2" ist den BAREFOOT SERVANTS ein ganz großer Wurf gelungen. Das muss jetzt nur noch vom Publikum erkannt werden.
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