| Björk - Human behavoiur - Die Story zu jedem Song, Rockbuch Verlag, 2003 |
| Verfasser: |
Ian Gittins |
| ISBN: |
3-927638-13-7 |
| Umfang: |
144 Seiten |
| Preis: |
19,80 Euro |
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Ein weitere Band aus der mittlerweile stattlichen Reihe "Die Story zu jedem Song" aus dem
Rockbuch-Verlag. Nachdem das
METALLICA-Buch
"Hit the lights" eher einen
enttäuschenden Eindruck hinterließ kann "Human behaviour", das sich der isländischen Avantgarde-Ikone Björk widmet,
dagegen auf ganzer Linie überzeugen. Das mag freilich auch daran liegen, dass ich mit dem Schaffen und der Biographie
METALLICAs weitestgehend detailiert vertraut bin, wohingegen die Klangwelten Björks eher ein bislang von mir relativ
wenig erschlossenes Gebiet darstellen.
Autor Ian Gittins, der als Musikjournalist unter anderem für den Melody Maker, den Guardian, die New York Times und den
Daily Telegraph tätig war, verfasste eine kompakte und doch sehr informative und unterhaltsame Biographie. Diese
umfasst biographische Fakten aus dem Leben der Künstlerin und detailierte musikalische Analysen und
Textinterpretationen der Songs von Björks Soloalben, angefangen bei ihrem ersten Album "Björk" als 12-jähriger
Kinderstar bis hin zum "Vespertine"-Album aus dem Jahre 2002.
Lediglich knapp angerissen werden die Bandprojekte der Isländerin TAPPI TIKARRAS, KUKL und ihre Veröffentlichungen als
die Stimme der SUGARCUBES. Dafür werden in einem seperaten Kapitel Björks Non-Album-Tracks und ihre Mitwirkung an
anderen Projekte ausführlich gewürdigt. Abgerundet wird das Buch durch eine erfreulich ausführliche Discographie, die
auch detailiert alle Singles umfasst, sowie eine kompakte Chronologie für den schnellen Überblick über Björks
Karriere.
Dennoch ist "Human behaviour" eine zweischneidige Angelegenheit. Jeder Leser sollte sich einfach bewusst machen, dass
Gittins Analysen und Interpretationen dazu beitragen können Björks Schaffen zu entmystifizieren.
Wo der Hörer bislang problemlos eigene Bilder und Interpretationen zu Björks Texten und Musik erschaffen konnte, setzt
Gittins dogmatisch seine persönliche Sichtweise dagegen. Wenn er beispielsweise klar darlegt, dass Cocoon Björks
Beziehung zum New Yorker Performance-Künstler Mathew Barney beschreibt, dann zerstört die eindeutige Personalisierung
des Stückes viel von der Magie die diesem Song innewohnte, so lange er anonym auf eine beliebige Beziehung
hindeutete.
Andererseits sind seine Ausführungen und besonders die Querverweise, wo die Texte die musikalische Umsetzung
beeinflussten, wie das der Rhythmus von Bachelorette einen fahrenden Zug symbolisiert, mit dem die Protagonistin
den Stückes in die Stadt fährt, überaus hilfreich um Björks Schaffen als Gesamtkunstwerk zu durchschauen und würdigen
zu können.
Letzten Endes kann und will ich keinem Björk-Interessierten die Entscheidung abnehmen, ob ihm fundierte
Hintergrundinformationen oder die Aura des Geheimnisvollen die Björk umgibt wichtiger ist.
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