|
Blame It On Jane:Love & Tonic | ![]() |
|
|
|
Es ist ja nun wirklich nicht so, daß ich übermäßig auf große blonde Frauen abfahre. Beileibe nicht. Aber wenn selbst mein Vater (der ansonsten Uschi Glas für den Inbegriff der Sünde hält) zustimmend nickt, dann muß was dran sein. Zum Wesentlichen. Jane Adams ist groß, blond, sieht perfekt aus und hat im Gegensatz zu Germany-Barbie Claudia Schiffer auch noch eine unwiderstehliche Ausstrahlung. Das wolltet Ihr doch jetzt alle lesen und Euch anschließend zurücklehnen und über den alten Lustgreis Fred lästern. Stimmts? Blame It On Jane kommen aus Arlington, Virginia. Eine republikanische Hochburg. Und Jane Adams hat ein Faible für diese Partei. Nun gut. Lieber Jane bei den Republikanern als Angela Merkel bei der CDU. Diese CD packt mich jedenfalls sofort am Schopf und läßt mich eine Schulstunde lang nicht mehr los. Take Me Now. Ja, was soll ich denn zu so einer Aufforderung sagen? Ein schöner "Pop"-Song. Im Duett mit David Graziano gesungen. In Boy From Boonville wird eine hübsche Geschichte erzählt. Die Nummer könnte übrigens direkt von einer Little Feat-Scheibe entsprungen sein. Rollt hervorragend dahin. Tolles Piano und eine mal fauchende, mal schmeichelnde Stimme zu ganz geiler Gitarrenarbeit. Und das Sax hat null Nervfaktor. Der Titelsong Love And Tonic fängt ruhig und relaxt an und steigert sich zu einer bluesigen Anschiebnummer. Ganz hinterhältig kommt der Boogie aus den Boxen gekrochen. Fein. Hip Huggin' Dress ist eine von 2 Fremdkompositionen. Lead Vocals von David Graziano gesungen. Wieder ein Song, der mich an Little Feat denken läßt. Scott Galupo an der Gitarre schüttelt ein Sahne-Solo raus und kreist ansonsten beständig um ein Gänsehaut-Riff. Die Platte ist insgesamt sehr schön und vor allem unspektakulär. Es gibt keine Show-Effekte, kein aufgesetztes Rock-Getue. Die Ballade The Only One beispielsweise ist völlig harmlos, fast brav. Beinahe zu brav. Aber ein schönes kleines Gitarrensolo gibt der Nummer ein wenig Rock-Flair. Dafür groovt und rockt Old No. 7 wieder absolut ohrwurmmäßig dahin. Wieder gibt es ein sehr leckeres Gitarrensolo. Das klingt ganz locker, beiläufig und trotzdem scharf. Dazu Boogie-Piano und ein unangestrengt bis geröhrter Gesang. Natürlich hat eine Band wie Blame It On Jane nicht nur First-Class Songs an Bord. Das wäre vermessen. Haben Little Feat es jemals geschafft, eine Platte ohne Durchhänger zu produzieren? Für meinen Geschmack nicht. Entsprechend sind Songs wie Falling Up und das erwähnte The Only One nicht unbedingt mein Ding. Aber auch nicht abschreckend oder nervend. Perfekter Rausschmeißer ist Laundry. Keine dirty laundry, dafür eine bluesige, die sich in 5 Minuten vom kleinen Schwarzen in einen knallengen Lederdress verwandelt. Janes Vorzugsklamotten übrigens. LOVE & TONIC ist eine feine Platte. Einfach produziert (im Sinne von "auf des wesentliche und wichtige reduziert"), durch und durch sympathisch, perfekter Sound, mit sehr guten Musikern und einer riesigen Stimme. Eine Melange aus Blues, Rock, Country, Jazz (wenig), Pop, die sich vor keiner Major-Produktion verstecken braucht und die vor allem fast jedem Rockfan gefallen muß. Außer er steht auf Extrem-Banging zu Geräuschen von norwegischen Deathgrunzern. Ich bevorzuge das gepflegte Fun-Rocken und einen leckeren Roten. Fred Schmidtlein (Impressum, Artikelliste), 11.05.2001 |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|