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Blind Guardian:

A Night At The Opera

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A Night At The Opera
A Night At The Opera, Virgin Records, 2002
Hansi Kürsch Vocals
André Olbrich Guitars
Marcus Siepen Guitars
Thomen Stauch Drums
Olli Wolf Bass
Produziert von: Charlie Bauerfeind Länge: 67 Min 04 Sek Medium: CD
1. Precious Jerusalem (6:21)6. Wait For An Answer (6:30)
2. Battlefield (5:37)7. The Soulforged (5:18)
3. Under The Ice (5:44)8. Age Of False Innocence (6:05)
4. Sadly Sings Destiny (6:04)9. Punishment Devine (5:45)
5. The Maiden And The Minestrel Knight (5:30)10. And The There Was Silence (14:05)

Vier lange Jahre mussten die Fans auf "A Night At The Opera" warten. Wie schon bereits bei den Vorgängern "Nightfall In The Middle Earth" und "Imaginations From The Other Side" beanspruchte das Songwriting und die Produktion an die vier Jahre. Doch das Warten hat sich wieder mal gelohnt und Blind Guardian werden ihren Siegeszug fortsetzen.

Die Krefelder sind bereits seit 1986 im Geschäft und haben sich mittlerweile an die Spitze des Teutonen-Metal hochgearbeitet. Von vielen Kritikern wird die Band als "die Tolkien-Band überhaupt" bezeichnet. Allzu abwegig wäre es daher ja nicht, den bisher eingeschlagenen Erfolgsweg konsequent weiter zu verfolgen. Es bestände ja immerhin die Möglichkeit auf Nummer sicher zu gehen und aufgrund des derzeitigen Erfolges des Films "Herr der Ringe", ein weiteres Konzeptalbum basierend auf den Geschichten von J.R.R. Tolkien einzuspielen. Was der Band mit Sicherheit den einen oder anderen Euro mehr in die Kasse spülen könnte.

Doch weit gefehlt. Allen Unkenrufen zu Trotz ist "A Night At The Opera" keineswegs ein weiteres Tolkien-Konzeptalbum.
Neben den üblichen Fantasy-Stücken werden Biographien und alte griechische Mythologien verarbeitet. So handelt zum Beispiel das Stück Punishment Devine von Friedrich Nietzsche, genauer gesagt um dessen letzte Sekunden, bevor er dem Wahnsinn verfällt.
Der vierzehn Minuten Epos And There Was Silence umschreibt die Geschichte der Seherin Cassandra während des trojanischen Krieges, deren Warnungen und Prophezeiungen kein Glauben geschenkt wurde.
In einem anderen Stück wird dann der Leidensweg Cassandra's nach dem Fall Trojas beschrieben. Das Thema beschreibt auch gleichzeitig die Geschichte der Frau und wie Kriege funktionieren und überhaupt zu Stande kommen.
Aber auch religiöse Themen werden angepackt, wie etwa in Precious Jerusalem, das die Wahrnehmung der Lebensaufgaben eines Menschen aus dem Blickwinkel von Jesus Christus darstellt.

Bereits nach dem ersten Hören wird deutlich, dass es sich Blind Guardian nicht gerade leicht gemacht haben und keineswegs auf Nummer Sicher gegangen sind.
Eine konsequente Weiterentwicklung ist, trotz der bereits vorhandenen hohen technischen Fähigkeiten, festzustellen. Erneut wurden Grenzbereiche der Produktion erreicht, ja sogar überschritten.
Waren bei "Nightfall..." noch 96 Tonspuren ausreichend, so musste man dieses mal bereits auf 128 Spuren aufstocken, was allerdings die Live-Umsetzung der Stücke nicht gerade erleichtern wird. Einige Songs werden wohl auf der Strecke bleiben, da sie einfach zu kompliziert sind und man auf technische Hilfsmittel wie Samples oder Bandeinspielungen angewiesen wäre.
Für die bombastische Produktion zeichnet erneut Charlie Bauerfeind verantwortlich, der mittlerweile schon fast zum Line-Up hinzu zu zählen ist.

Das Album fällt erstaunlicherweise recht düster und teilweise sehr verworren aus. Zugleich legt man einen ungewohnt hohen Grad an Aggressivität an den Tag, der in dieser Form nach eigenen Angaben nicht mehr stattfinden wird.
Besonders hervorheben möchte ich die spielerische Klasse, sowie die kompositorischen Fähigkeiten der Combo, deren Klasse sich besonders in der abwechslungsreichen Gitarrenarbeit niederschlägt.
Die Bassparts wurden erneut von Tour-Bassist Olli Wolf eingespielt, der auch bei den bevorstehenden Touraktivitäten mit von der Partie sein wird.

"A Night At The Opera" ist das erwartete Meisterwerk, das seinen starken Vorgängern in nichts nachsteht.
Blind Guardian setzen die Messlatte mit dieser Veröffentlichung wieder ein ganzes Stück höher!

Frank - Harry - Hameister, (Artikelliste), 25.03.2002

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