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CD-Review:
Brass MachineLive In Montreux |
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Leser, liest Du, wer diesen Artikel geschrieben hat, wirst Du dich folgendes fragen: Jetzt haben die im Home of Rock irgendwas um die 20 ständige und gelegentliche Schreiberlinge. Da sind nun wirklich Musikkenner dabei (wirst Du hoffentlich sagen, Leser!), die über verschiedenste Musik schreiben können und auch was davon verstehen. Warum muss nun ausgerechnet der größte Gitarren-Boogie-Rock'n'Roll-Holzkopf aus diesem Haufen über BRASS MACHINE schreiben? Wie der Name BRASS MACHINE sagt, ist ein wesentlicher Bestandteil der Band das Gebläse. Und genau darauf stehe ich schon immer. Vorausgesetzt es kommt druckvoll, scharf, akzentuiert und nicht jazzig smooth und sinnfrei dahergesäuselt. Die BRASS MACHINE spielt mitnichten Bluesrock. Auf der vorliegenden CD covert sich die Band aus der Pfalz durch zeitgemäße Rock-, Soul- und Pop Musik und wenn man sich die Tracklist bzw. die Namen der Originalinterpreten durchliest, kann es einem schon Angst und Bang werden. Aber wollen wir beim Anfang beginnen. Herz der BRASS MACHINE ist natürlich die dreiköpfige Horn Section. Hervorgegangen aus der Band PEPPERMINT PATTY. Dazu eine satte Rhythmusabteilung, eine Luxus-Hochglanz-Gitarre und gleich drei Sänger/-innen plus nochmals 3 Gastsänger/-innen. Insgesamt 14 (!) Leute standen also im Juli dieses Jahres beim berühmten Jazzfestival in Montreux auf der Bühne. Um alle Bedenken gleich wegzuwischen: Diese CD ist großartig. Trotz größtmöglicher Besetzung und haarsträubender Songzusammenstellung haben wir es mit über 70 Minuten kurzweiliger funky, soulful, bluesy, groovy Musik zu tun. Glasklarer Sound, eine musikalische Spitzenleistung nach der anderen, mehr als gelungene Interpretationen bekannter Hits. Ein paar Einschränkungen gilt es natürlich zu machen. Beispielsweise Kollege Martin "Drachenkitzler" Schneider würde sich bei dieser Scheibe schaudernd abwenden. Wenn für ihn Frauen singen sollen, dann bitteschön wispernde Elfen aus dem Zauberwald. Gibt es hier nicht. Steffi Zellhofer, Silke Hauck, Majka Kiefer und Sonja Volz singen MÄCHTIG. Betonung auf "Singen"! Ich sagte, dass die Setlist haarsträubend wäre. Mutig ist sie auf jeden Fall. Der Spagat von TOTO zu ANASTACIA über DIE FANTASTISCHEN VIER retour zu JAMES BROWN und dann quer rüber zu ROBBIE WILLIAMS ist auf jeden Fall nicht alltäglich. Außer für Top-40 Copycats. Und genau das sind BRASS MACHINE nicht. Scharfe Bläsersätze in Verbindung mit einer scharfen Gitarre und scharfen Sängerinnen sind sexy. Nachzuhören auf I Feel Good. James Brown ist bald 70 und immer noch sexy. Nochmal Kollege "Drachenbelustiger" Schneider: "Anastacia grunzt wie eine schwangere Kuh." Tut sie nicht! Nur, es geht noch besser! Was Silke Hauck und Christof Brill bei Not That Kind ablassen, ist einfach geil. Funk Rock zum Knochen ausschütteln. Kategorie Chaka Khan, Mother's Finest, Funkadelic, Parliament, Pointer Sisters. Schwächster Song ist wohl Sie ist weg von den Fantastischen Vier. Ich mochte die noch nie und ihre Lieder haben einfach nicht die Substanz, um beispielsweise mit den Klassesongs eines Robbie Williams mithalten zu können. Rock DJ oder Let Me Entertain You sind halt eine ganz andere Gewichtsklasse. Und noch ein anderes Kaliber ist Don't Change Horses (in the middle of a stream) von den großen TOWER OF POWER. Yo man. So kann das sein. Rock, Pop, Funk, Soul auf einer CD vereint. Papierscharfe Bläser - und hier noch mal der ausdrückliche Lobgesang auf die drei Blähbacken -, exzellente Coversongs, geiler Gesang, schöne Frauen (bitte erspart mir den Macho-Vorwurf, ich steh dazu), feine Live-Performance, tolles Album!
Fred Schmidtlein , (Impressum, Artikelliste), 20.10.2002
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