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British Sea Power

Open Season

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Unser Disclaimer
Open Season
Open Season, Rough Trade, Sanctuary, 2005
Yan Vocals, Guitar
Noble Guitar
Hamilton Bass, Vocals
Wood Drums
Eamonn Keyboards, Percussion
Produziert von : Mads Bjerke Länge: 46 Min 40 Sek Medium: CD
1. It Ended On An Oily Stage7. To Get To Sleep
2. Be Gone8. Victorian Ice
3. How Will I Ever Find My Way Home9. Oh Larsen B
4. Like A Honeycomb 10. The Land beyond
5. Please Stand Up 11. True Adventures
6. North Hanging Rock

Ach ja, die Engländer . . . die sind immer schnell dabei, jemanden in den Himmel zu loben. Die englische Presse hantierte bezüglich des ersten BSP-Albums einmal mehr mit Superlativen wie 'Best British Band'. Das Debutalbum der Jungs aus dem schnuckeligen Seebad Brighton "The Decline Of British Sea Power" wurde per 60.000 verkaufter Einheiten immerhin in den Silberstatus gehievt.
Durch intensives Touring mit namhaften Künstlern wie PULP, THE FLAMING LIPS, INTERPOL, THE STROKES meisselten sich die fünf Herren einen Namen, der für extrovertierten und extravaganten Bühnenhabitus stand und bei Kritikern und Publikum einen Duft von unerschrockener Musikalität und jugendlicher Frische hinterliess. In der Tat brachte es der Combo beim 'Time Out Awards 2004' den Preis für die beste englische Live-Band ein.

Wohlan, das Debut der BRITISH SEA POWER blieb mir bislang zwar gänzlich unbekannt, demnach ist es mir nicht vergönnt, die Entwicklung zwischen Album Eins und Zwei zu beurteilen. Aber es gelingt mir sofort festzustellen, das BSP extrem britisch klingen. Songaufbau, Melodieabfolgen, die Art des Gesangs, der Produktionsstandard, all dies wurzelt in einem Konstrukt 'that sounds very British'. Zahlreiche helfende Hände wie Mads Bjerke (SPIRITUALIZED, PRIMAL SCREAM) und Bill Price (SEX PISTOLS, THE CLASH) ermöglichten den Jungs als sogenannte Sound-Engineers ein meistenteils überzeugendes Album.

BSP servieren also Popmusik, reine Popmusik. Hin und wieder gelingt es einer britischen Band, dies auch so zu präsentieren, das man sich richtig wohlfühlen kann. Auch wenn man nicht die hundertprozentige Affinität zu Brit-Pop besitzt. Da klingt irgendwie alles durch, was im Laufe der letzten 35 Jahre in Britannien Rang und Namen besass. Hier ein Hauch von David Bowie, dort eine Prise THE SMITHS, ein Gruss an THE CURE und auch ein augenzwinkernder Blick in Richtung frühe SIMPLE MINDS oder ein kollegialer Schulterschluss mit dem Pathos von EMBRACE. Festzustellen an der Art und Weise, in der Yan seine Vocals konzipiert, wie er seine Melodiebögen zimmert und sich an gestandenen Kollegen zu orientieren scheint . Immer etwas maniriert, manchmal fast zu verzärtelt, haucht oder weint der Junge seine Textideen zeitweilig mehr als er sie singt. Ja, das können die Briten. Häufig etwas grosskotzig und selbstverliebt, mit grosser Geste auf den Busch klopfen.
Apropos, grosse Geste, die Produktion schwebt recht mächtig herein. Dicke, fette Hallräume drohen den freien Blick auf den Song hin und wieder etwas zu verkleistern. Da lungern die Jungs auf ihren Soundteppichen in der Luft und schauen belustigt auf den Hörer hinab.

Wenn dann aber ein Song wie Please stand up durch die Atmosphäre zischt, mit sehr einnehmendem Refrain und zupackenden Gitarren, ist man glatt geneigt den Jungs die Hände schütteln zu wollen. Grossartig, Männer, grossartig. Das wunderbare flockenweiche The land beyond sei als verträumter Gegenentwurf stellvertretend genannt.

Ich denk schon, dass die Jungs von BRITISH SEA POWER den Bogen raus haben. Doch, ziemlich sicher, die können was . . . Ein rauschendes Potpourrie für Freunde des gepflegten Pops britischer Prägung.

Frank Ipach, (Impressum, Artikelliste), 05.05.2005

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