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BEST OF ROCK & METAL

Die 500 stärksten Alben aller Zeiten

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BEST OF ROCK & METAL - Die 500 stärksten Alben aller Zeiten
BEST OF ROCK & METAL - Die 500 stärksten Alben aller Zeiten, Heel Verlag, 2005
Autoren: Diverse Mitarbeiter/innen des ROCK HARD
Umfang: Hardcover, ca. 240 Seiten, edles Papier, farbige Coverabbildungen
ISBN: 3-89880-517-4
Preis: ca. 20 EUR

Die Redakteure des "Rock Hard" haben mit dem hier besprochenen Buch ein Werk herausgebracht, das sicherlich zu den empfehlenswerten Veröffentlichungen in diesem Bereich zu zählen sein dürfte. Die Anzahl der qualitativ hochwertigen Bücher in deutscher Sprache, welche den Hard'n'Heavy-Sektor zum Thema haben, ist bekanntlich nicht allzu groß. Alleine schon deshalb ist es ein Genuss, sich durch 500 doch sehr unterschiedliche Alben und den dazugehörigen Kritiken hindurchzulesen.

Die hochwertige Aufmachung dieses Nachschlagewerkes lässt es sicherlich zu einem Geschenktipp werden. Der Preis ist im Vergleich zum üblichen Bücherkurs akzeptabel. Hat man die Fibel erst einmal aufgeschlagen, macht es wahrlich einen Heidenspaß sich bis zur Pole Position "hochzulesen". Beim Fan, welcher die NWOBHM im Alter von achtzehn bis zwanzig Lebensjahren miterlebte, tauchen bei den Covern und den Stories zahlreiche, manchmal etwas in Vergessenheit geratene Erinnerungen auf, jüngere Semester erhalten über 240 Seiten hinweg viele Informationen auch über Thrash, Poser und wie die Schubladen nicht alle hießen bzw. bis heute heißen. So richtig verabschiedet hat sich ja kein Genre, auch wenn viele wieder ziemlich tief im Underground versunken sind. Fundierte Hintergrundberichte zu allen relevanten Genres, also ebenfalls Sparten wie Progressive Rock oder Black Metal, runden ein Standardwerk über 40 Jahre Rockgeschichte ab, das nicht nur legendäre Klassiker sondern löblicherweise längst vergessene "Perlen" wieder ans Tageslicht holt.
Für jüngere Leser kann dieses Buch leicht zu einem unverzichtbaren Einkaufsführer werden. Die ältere Leserschaft wird sich bestimmt an den vielen alten Covern erfreuen, sich neueren Scheiben gegenüber möglicherweise aufgeschlossener verhalten und das eine oder andere vermissen.
Es ist ganz klar, bei 500 Alben über so einen langen Zeitraum verteilt, kann man es unmöglich jedem Recht machen. Wie bei einem Sampler oder nach einem Konzert wird es immer Stimmen geben, die verlauten lassen, dass "ihr Favorit" nicht dabei war.

Das "Rock Hard" ist aus der "Szene" nicht mehr wegzudenken. Viele Magazine kamen und gingen wieder ein oder unter, so manches weitere fristet bis heute ein mehr oder weniger erfolgreiches Dasein, doch die Dortmunder (und die aus den übrigen Randgebieten natürlich auch) Ur-Gesteine darf man getrost als das Flaggschiff dieses Teil der Medienlandschaft betrachten. Zwar hat sich so manches in den vielen Jahren "Rock Hard" geändert, aber seit seligen Vinylzeiten und Vorab-Tapes war man immer auf der Höhe der Zeit und verkam nicht zu einem Blatt für Ewiggestrige bzw. zu einem Trendmagazin. Das Spektrum wurde immer größer, teils wechselnde Mitarbeiter/innen brachten neue Ideen ein, was eine permanente Weiterentwicklung garantierte, ohne dass die Wurzeln verlassen wurden.
"BEST OF ROCK & METAL" ist genau diese Vielfalt auch deutlich positiv anzumerken. Sowohl Veteranen wie Youngster werden ihren Spaß an diesem Nachschlagewerk haben. Und eine Basis für Diskussionen. Ob die aufgeführten einflussreichsten Bands (zu denen es jeweils Specials gibt) tatsächlich so stehen bleiben können, oder ob man den Prog-Rock Bereich in dieser Hinsicht nicht vernachlässigt hat (RUSH oder GENESIS oder PINK FLOYD, einer von denen hätte schon in diesen illustren Kreis gehört), das Buch bietet Stoff nicht nur als Einkaufsführer sondern auch zu ausgedehnten Diskussionen. Besonders für Nicht-Leser des "Rock Hard" ein absoluter Kauf-Tip!!

Leider ist die Besprechung noch nicht an ihrem Ende angelangt. Trotz Weihnachtszeit will bei mir nach dem Kauf von "BEST OF ROCK & METAL" keine rechte freudige Stimmung aufkommen. Ich will auch nicht lange um den heißen Brei herumschreiben: Ich fühle mich mittelschwer veräppelt!
Warum dieses? Wer als langjähriger Leser (ob "noch", "ehemaliger" oder "manchmal" sei an dieser Stelle unerheblich) "eines der wichtigsten europäischen Fachmagazine für Hardrock und Metal" (O-Ton RH auf der Rückseite des Covers) das toll aufgemachte Buch öffnet, wird nachdenklich. Irgendwie kommt einem da so manches bekannt vor...
"Über einen Zeitraum von vier Jahren haben die Redakteure des ROCK HARD die 500 besten CDs und LPs aus dem Hard'n'Heavy-Sektor ausgewählt und neu rezensiert" (O-Ton RH auf der Rückseite des Covers, also wie gerade eben gehabt...). Die sich mir stellende Frage, ob Rock gleich Hardrock ist, scheint die Redaktion eindeutig mit letzterem zu bedeuten. Hätte ich mir aber bei der Bestellung auch denken können... Nun gut, kleines Missverständnis.

"Über ein Jahr lang hat es gedauert, bis wir uns redaktionsintern auf die besten 300 Metal- und Hardrock-Scheiben aller Zeiten einigen konnten." (O-Ton RH auf der Seite 2 von Pt. 1 der "RECORD MANIA" - Die 300 besten Hard'n'Heavy-Scheiben aller Zeiten!).
Wer jetzt verwirrt ist, dem werde geholfen. Gegen Ende des Jahres 2001 erfreute das ROCK HARD seine Leserschaft über drei Ausgaben hinweg mit einer Beilage, in welcher jeweils 100 Alben und die einzelnen Genres vorgestellt wurden. Eine prima Idee seinerzeit, wohl nicht nur von mir dankend aufgenommen. Wenn Kollege Aderholz zu Besuch weilt, blättern wir oft darin herum. Brauchen wir jetzt aber nicht mehr, weil ab jetzt das hier rezensierte Buch im Regal steht.
Immer noch verwirrt?
Was die Anzahl der Jahre bzgl. des Auswählens betrifft... ich auch! Von 2001 bis 2005 macht vier, aber vor 2001 hatten sie doch auch bereits ein Jahr lang über die Reihenfolge ihre Faves gebrütet, die "Rock Hardler". Sind es dann nicht fünf Jahre? Die sich eventuell nun stellende weitere Frage, was das eine mit dem anderen zu tun hat, soll sofort beantwortet werden.
Platz 300 in der RECORD MANIA belegen RAMMSTEIN mit "Herzeleid". In "BEST OF ROCK & METAL" ist es die Position 303. Gut, ich greif mir noch ein Album heraus. Die RED HOT CHILI PEPPERS und "Blood Sugar Sex Magic". Platz 184 in der RECORD., ebenso in der BEST.
Checken wir mal die Genres ab. Die Bilder wurden überdacht und ausgetauscht. Fazit: So neu ist das alles nicht. Schöner verpackt, die Texte zu den Alben ggf. auf neuen Stand gebracht. Was anno 2001 ca. zwanzig Jahre alt war, hat nun logischerweise vier weitere auf dem Buckel.

200 weitere Alben sind hinzu gekommen, u.a. GREEN DAY mit "American Idiot" auf Platz 420. Erscheint mir arg weit hinten platziert, aber in den vergangenen vier Jahren scheint nix Besonderes mehr veröffentlicht worden zu sein. Jedenfalls haben nur drei (!) Alben in den Ohren der Redaktion Gnade gefunden. "Infernö" (MOTÖRHEAD) oder "Reise, Reise" (RAMMSTEIN), beide aus dem Vorjahr, war'n wohl doch nicht so berauschend. "Automatic Thrill" (GLUECIFER) auch nicht. Egal, Geschmackssache. RUSH werden zwar in den Himmel gelobt, aber das edle Teil aus Rio? Fehlanzeige.

Bei so einer Schwarte legt man zwangsläufig andere Kriterien, als im Falle von drei netten beigefügten Heftchen an. Darf's ein bisschen pingelig sein? Ich denke schon.
Unter "Rock" versteht man nun mal nicht ausschließlich "Hard'n'Heavy" mit all seinen Genres. Zumal wenn es heißt "BEST OF ROCK & METAL". Klar werden die Southern-Fans bedient. MOLLY HATCHET und BLACKFOOT weiter hinten. Blues-Rock? Klar doch, weiter hinten mit Rory Gallagher. Der hatte zwar mal einen Klassiker namens "Irish Tour" veröffentlicht, aber man hat irgendwie den Eindruck, dass es bis auf ein paar Ausnahmen erst so richtig mit der NWOBHM losging. Also "Stage Struck" von 1980. Ich wag's kaum zu erwähnen, aber auch wenn ein Jahrhundert-Album wie "Fool For The City" (FOGHAT, 1975) nur in den USA zum Megaseller wurde, gehört das nicht vielleicht doch erwähnt? Wo doch so viele verborgene und vergessene Juwelen wieder ans Tageslicht hervorgeholt wurden?
Apropos Boogie. QUO sind dabei. Platz zweihundertblabla mit "Live". "Hello", "On The Level" oder "Blue For You"? Nicht eines (. mußten ja wahrlich nicht alle sein, aber viiiiiielleicht doch eins?).
ZZ TOP haben außer "Eliminator" (1983, Platz 271) anscheinend nix Nennenswertes veröffentlicht. Gut, ein Sampler ist kein reguläres Album, allerdings heißt das Ding von 1977 nicht umsonst "Best Of - 10 Legendary Texas Tales". In meiner Jugend Bestandteil unzähliger Plattensammlungen. Könnte man zumindest drüber diskutieren.
BUDGIE werden von zig Acts als Einfluss genannt. Ich sage nur METALLICA. Hat es wirklich kein Album verdient oder waren die schlicht zu alt? Ein Kracher wie "Power Supply" (1980) geht schlichtweg unter.
Jeder kennt We Are The Champions oder We Will Rock You, aber "News Of The World" (1977)? Fehlanzeige - wie auch irgend ein FREE-Werk.
PINK FLOYD oder GENESIS werden zwar häufig erwähnt, aber ein Album? Niente. Von dem vielleicht bahnbrechendem frühen Prog-Album, "Revolver" (THE BEATLES, 1966), will ich gar nicht erst reden.
Mag sein, dass dieses nur meine Meinung darstellt, darum sind gerade zu diesem Thema die Eindrücke anderer Leser/innen besonders willkommen.

Nun, ich will nicht als Mecker-Opa dastehen. Davon gibt es auch schon derer zwei in der "Muppets-Show" und die können das sowieso besser als ich. Fakt ist aber doch wohl, dass hier (teilweise) kalter (alter) Kaffee wieder aufgewärmt wird. Darum sollten Rock-Veteranen besser auf die drei Heftchen aus dem Jahre 2001 zurückgreifen. Der Rest mag seine sauer verdiente Kohle an die Herren Rensen, Kühnemund & Co. überweisen. Schön ausschauen tut's ja, das Buch...

Jürgen Ruland, (Artikelliste), 20.12.2005

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Werter Kollege!
Da muss ich Ihnen aber an einigen Stellen widersprechen!

Wo Rock Hard draufsteht ist auch Rock Hard drin. Ich persönlich hätte mich gewundert, wenn dort GENESIS, FLOYD, Gallagher, BEATLES oder andere in größerem Rahmen bzw. überhaupt aufgetaucht wären.
Heavy Metal is the Word! Wenn man berücksichtigt, dass das Rock Hard in der Hochzeit des NWOBHM gegründet wurde, sollte man wirklich keine 60er/70er-Jahre Helden erwarten. Immerhin werden ja einige in den erwähnten Specials genannt. Ich bin auch ganz froh darüber, denn generell meint ja jeder, dass die alten Dinger permanent die Hitlisten anführen müssten. Wer kennt aber noch GRIFFIN?

Sicherlich ist die Serie aus dem Jahre 2001 (echt schon so lange her?) mit eingeflossen. Persönlich habe ich lieber ein schönes Buch auf wertigem Papier als ne Loseblattsammlung. Und ganz ehrlich? Ich habe keinen blassen Schimmer, wo sich die Hefte grade befinden. Das Buch hat einen Ehrenplatz in meinem Schrank und wird sicher oft zur Hand genommen.

Die Arbeit, alle Alben nochmals neu zu bewerten, war sicherlich enorm, und ist meiner Meinung nach recht gut gelungen. Wie Du schon sagst, allen Recht machen kann man es nicht. Eventuell hätte man die Platzierungen komplett weglassen sollen und nur die 500 besten Alben alphabetisch sortieren sollen.
COMMUNIC mit ihrem bahnbrechenden Erstling landen auf Platz 497, mindestens Top 50 für mich. Auch mit der Top Ten habe ich Probleme. JUDAS PRIESTs "British Steel" gehört definitiv in die Top 5, aber RUSHs "Moving Pictures" als Platz 10? Und ANTHRAX "Spreading The Disease" nur auf 44?
So könnte jeder jetzt hergehen und stundenlang das Buch umsortieren. Ein komplettes Kompendium konnte es nicht werden, mir fällt da auch noch so mancher ein der fehlt. ABBATOIR? Hallo? Mindestens Top 100! Wo ist SANCTUARYs "Refuge Denied"? Keine Platte von den DOGS D'AMOUR hat's geschafft?

Ich blättere lieber in dem Buch, treffe alte Bekannte wieder, die ich noch auf Vinyl hier stehen habe, und die heute keine Sau mehr kennt. (GRIFFIN, "Protectors of the Lair" auf 488 oder LIEGE LORD "Freedom's Rise", 463). MOTHER LOVE BONE sind drin, CINDERELLA. Nee, ist schon korrekt so. Und so mancher Jüngling checkt das ganze und kauft sich RAVENs "Rock Until You Drop" (234) und bangt danach zu Hell Patrol ab.

Grade für jüngere Fans, die noch nicht über eine umfassende (Metal-) Musikkenntnis verfügen, ist dieses Buch ein unverzichtbares Referenzwerk.

Jörg Litges, (Impressum, Artikelliste), 22.12.2005

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