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Songs From The Material World -
A Tribute To George Harrison

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Songs From The Material World - A Tribute To George Harrison
Songs From The Material World - A Tribute To George Harrison, Koch Records, 2003
Medium: CD
1. While My Guitar Gently WeepsTodd Rundgren
2. Devil's RadioMasters Of Reality
3. I, Me, MineMarc Ford
4. Give Me Love (Give Me Peace On Earth)Dave Davies
5. Here Comes The SunJohn Entwistle
6. Within You, Without YouBig Head Todd And The Monsters
7. Savoy TruffleThey Might Be Giants
8. I Want To Tell YouThe Smithereens
9. Old Brown ShoeLeslie West
10. TaxmanBill Wyman's Rhythm Kings
11. It's All Too MuchWayne Kramer
12. Isn't It A PityJay Benett/Edward Burch

Der am 25. Februar 1943 geborene und am 30.11.2001 verstorbene George Harrison wird hier mit einem Tribute-Album geehrt. Und das zurecht.
Wenn man um die 20 ist, oder gar erst 17, wie George zu Beginn des Beatles-Booms machen zwei oder drei Jahre Unterschied, zu den sowieso dominanten John Lennon und Paul McCartney, noch viel aus. Zumal, wenn man, zumindest nach außen, nicht zu den Extrovertierten gehört. Trotzdem hat es George schon damals geschafft sich sowohl neben Lennon/McCartney in Szene zu setzen, als auch eigene hervorragende Songs zu komponieren die den Vergleich mit den Klassikern der anderen beiden standhalten.

Tributealben sind ja immer so eine Geschichte für sich. Oftmals geht's ja mehr um die "abgehalfterten" Interpreten, die sich hier auf ihr alten Tage noch mal ein Zubrot verdienen wollen bzw. die üblichen Verdächtigen die überall ihren Senf dazu geben müssen. Besonders in Amerika scheint mir das einbeliebter Zeitvertreib.
Hier nun sind in erster Linie britische Musiker am Werke (ist ja auch angebracht) und eher die 2. oder 3. Liga. Das es dort oftmals mit mehr Herzblut zur Sache geht, das zu wissen muss man kein Fußballfan sein.

Den Beginn macht Todd Rundgren, ein beliebter "Gastarbeiter", der sich mit seiner Version von While My Guitar... recht ans Original hält. Etwas moderner im Sound, stimmlich fast identisch, ist dieser Einstieg durchaus in Ordnung. Indes man hier natürlich nicht auf ein Jahrhundertsolo, wie im Original, hoffen sollte. Krachen tut's aber gewaltig.
Etwas "Radio-Gedudel" leitet Devil's Radio (von "Cloud Nine") ein. Die MASTERS OF REALITY kommen einerseits mit einem, im Refrain, heftigen Sound daher und bringen andererseits den Text des Songs mehr nach vorne durch die Reduzierung auf Bass und Schlagzeug (in den Strophen). Die, wieder im Vergleich zum Original, aggressiv/düstere Stimmung bekommt dem Song sehr gut.

Der frühere Black Crowes-Gitarrist Marc Ford mit seinen Sinners (u.a. Berry Oakley Jr. am Bass) verbluest I, Me, Mine (von "Let It Be") noch mehr und natürlich geht's immer wieder in den Boogie-Part über. Kommt richtig gut und gegen Ende wird noch mal g'scheit gejammt.

Da schau her: Dave Davies, den gibt's auch noch! Give Me Love wird von ihm akustisch dargeboten. Von der Slide-Gitarre abgesehen, die auch sehr Harrison-Like klingt. Kann man gelten lassen.
Inzwischen ja leider ebenfalls verstorben, kann man bei Here Comes The Sun noch mal John Entwistle erleben. Unverkennbar mit seinem charakteristischen Sound. Offenbar inspiriert das seine Mitstreiter dermaßen, dass sie fast wie die WHO klingen! Im Ernst: Viel anders hätte es sich bei denen, inkl. dem Gesang, nicht angehört. Gehört zu den Highlights auf dieser CD.

Within You, Without You - ja, da haben sich schon zu Beatles-Zeiten die Geister daran geschieden. Oder, wie Sir Quickly sich ausdrückte: "Der Herrisen mit seim indischen Gedudel, die goanze Platt'n is verschandeld mit dem Liad".
(legendär auch die Beschallung des ganzen Dorfes vom Kirchturm aus - die Redaktion ist gespannt, ob unsere Leser wissen von was wir reden)
BIG HEAD TODD AND THE MONSTERS geben sich auch entsprechend "sphärisch" bzw. "indisch", aber trotzdem etwas zugänglicher.

Auf dem "weißen Album" einer der Fetzer, wird Savoy Truffle von THEY MIGHT BE GIANTS eher entspannt, akustisch mit "Wechsel-Bass", interpretiert. Eine Bläsersektion sorgt aber zwischendurch immer für etwas mehr Schwung und auch hier wird der Text mehr in Vordergrund gestellt.
Die SMITHEREENS gehen da schon wieder mehr in die Offensive. Nicht soweit entfernt von dem Beatles-Original (auf "Revolver"), wird I Want To Tell You jedoch mit mehr Drive und rauer gespielt. Mehr wie The Who.
Ja, und was ist jetzt das? Eine Slide-Gitarre ertönt, ein Boogie wird eingeleitet und eine raue Bluesstimme grölt los... "Sparversion" von Gov´t Mule, oder was? Nix - Leslie West ist's! Noch einer, den ich nicht erwartet hätte (einen Moment, wenn man mal nicht aufpasst...).
Wie auch immer: Old Brown Shoe wird langsamer, bluesiger, gespielt als die Version auf "Let It Be" und das bekommt dem Song wirklich gut. Gefällt mir!

Einem "Sparhansel" wie Bill Wyman muss Taxman wohl am meisten zugesagt haben. Die RHYTHM KINGS bringen mehr R&B und Funk sowie souligen Lead-Gesang (nicht Wyman!) mit ins "Finanzamt".
Jetzt schlägt's 13! Wayne Kramer! Der hätte doch eigentlich nicht mal die MC 5 überleben dürfen. Sorry - ich bin ja schon ruhig. Der Sound von denen hat offensichtlich auch überlebt. Erfreulicherweise aber nicht so, dass man It's All Too Much nicht erkennen würde. Mit Hammondorgel, sehr verzerrter Gitarre und dem fast Sprechgesang Wayne's klingt es reichlich heavy.

Recht melancholisch werden Jay Bennett und Edward Burch abschließend mit Isn't It A Pity. Startet erst mit einem Drumloop und Akustikgitarren um dann, mit mehr Instrumenten wie E-Gitarren (inkl. Harrison-Slide) und auch Streichern, immer mehr zur Hymne anzuschwellen. Ich will jetzt nicht pietätlos werden, aber so stellt man sich wohl die Musik vor, die einen nach dem Tod hinfort trägt. Wohin auch immer.
A cappella klingt's dann aus. Ich denke das würde auch George Harrison's britischem Humor so entsprochen haben: Isn't It A Pity?

Epi Schmidt, (Impressum, Artikelliste), 21.06.2003

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