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Songs Of Eric Clapton -
All Blues'd Up!

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Songs Of Eric Clapton - All Blues'd Up!
Songs Of Eric Clapton - All Blues'd Up!, Smith & Co., 2003
Medium: CD
1. Miss YouLarry McCray
2. Blues PowerKoko Taylor
3. Wonderful TonightOtis Clay
4. Lay Down SallyCarl Weathersby
5. Strange BrewBuddy Guy
6. Before You Accuse MeBo Diddley
7. Roll It OverJoe Louis Walker with James Cotton
8. CrossroadsHoneyboy Edwards with James Cotton
9. Old LoveOtis Rush
10. Too BadPinetop Perkins
11. Tears In HeavenAnn Peebles
12. LaylaEric Gales with Derek Trucks

"This Ain't No Tribute Serie", hat man auf das Innencover dieser CD gedruckt. Was ist es dann? Ein Beitrag zur Rentensicherung der versammelten Künstler? Der Versuch Herrn Clapton wieder was von der Kohle zu entziehen die der mit dem Blues verdient hat?
Nichts davon wird funktionieren!

Und wie auch? Zu einfallslos wird hier überwiegend zu Werke gegangen. Die Typen (und Mädels) beherrschen alle ihr Handwerk, unbestreitbar, aber etwas mehr Mut wäre schon angebracht. Miss You, Strange Brew, Roll It Over und Old Love klingen allesamt nicht viel anders, als wenn der Erich sie heutzutage selbst verwursten würde. Eine perfekte, und ehrfürchtige Begleitband, über der ein (Blues-) Gitarrist brilliert. Dankeschön.
Dann kommt noch dazu, das Crossroads erstens nicht von Clapton ist und zweitens so 'ne "Akustik-ich-bin-Robert-Johnson" Version heute auch keiner mehr braucht.

Before You Accuse Me. Und dann auch noch gespielt von Bo Diddley - wahnsinnig originell! Ich persönlich bevorzuge ohnehin die CCR-Version.
Also von Clapton gäbe es doch wahrlich genug andere Songs die interessant wären, da muss man doch nicht dessen Coverversionen noch mal covern.

Tears In Heaven (!), als wenn man nicht die letzten Jahre schon mehrere Pfunde zugelegt hätte, ob der permanenten Fütterung mit diesem Schmalz. Dann kommt noch die Ann Peebles daher, rührt es etwas um, schmiert etwas stimmliche Mayonnaise dazu und serviert einem das ganze fast wie das Original.

Was ganz gut kommt ist z.B. Blues Power von Koko Taylor. Da wurde wenigstens mal was gedacht und gemacht! Der Song ist jetzt mehr ein schwungvoller Funk-Blues, erst etwas gewöhnungsbedürftig, aber dann doch ganz erfrischend.
Auch was Otis Clay aus Wonderful Tonight gemacht hat, kann sich hören lassen. Mit, naturgemäß, mehr Soul in der Stimme, leicht funkiger Gitarre und einer Bläsersektion bekommt diese Ballade tatsächlich noch mal ein geliftetes Gesicht. Da hätt's das kurze verzerrte Solo gar nicht gebraucht. Aber gut.
Der dritte im Bunde der Innovativen ist Carl Weathersby. Der krempelt nämlich die (Lay Down) Sally auch gehörig um. Außer Text und der Gesangsmelodie im Refrain ist hier kaum noch was von der Originalversion zu finden. Auch wenn's wieder Blues und Funk ist, macht das trotzdem Spaß zu hören wie man einen Song auch mal ganz anders interpretieren kann.

Den unrühmlichen Abschluss der CD übernehmen Eric Gales und Derek Trucks. Welcher Song? Natürlich: Layla. Natürlich: Derek Trucks an der Slide-Gitarre! Dem hat sein Onkel so lange eingeredet, er wäre die Reinkarnation von Duane Allman, dass es der jetzt auch schon glaubt.
Gut zunächst mal wird der Song halt runtergespielt. Emotionslos. So ein Bürscherl wie der Eric Gales hat in seiner Stimme nix von der Seelenpein die ein Eric Clapton (zumindest damals) verspürt hat. Ja, und dann kann er sich nicht mehr halten, der Derek, kurz vor Schluss des ersten Parts gehen die Nerven mit ihm durch und er platzt mit einem krachenden Slide-Solo in den Song rein. Durchaus engagiert indes wenig inspiriert. Ja, und dann als eigentlich der lange Piano-Slide-Gitarren-Part des Stückes kommt (jetzt könnte er mal zeigen, was er drauf hat), da kneift er den Schwanz ein und gefällt sich darin, zusammen mit dem Herrn Gales vier Minuten lang (!) rumzududeln. Man wartet und wartet, dass noch mal was passiert - aber nix - irgendwann schlafen sie dann vollends ein.

Gute Nacht.

Epi Schmidt, (Impressum, Artikelliste), 14.06.2003

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