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...Sounds Great!

Edit 04

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...Sounds Great! Edit 04
...Sounds Great! Edit 04, Art Beat Records/Phoenix Records, 2006
Länge: 72 Min 23 Sek Medium: CD
1. American Dog - Black Night10. Skinny Molly - Too Much
2. Doomfoxx - Piece Of Me11. Molly Hatchet - Moonlight Dancin' On A Bayou
3. Nashville Pussy - Come On, Come On12. American Dog - Shitkicker
4. Doc Holliday - Midnight Rider13. Lord Bishop Rocks - Last Train Home
5. W.I.N.D. - Fake It14. V8 Wankers - Good Ass (Is Hard To Find)
6. Blackberry Smoke - Testify15. Dave Evans - Sinner
7. Ghost Riders - Roots16. Ohrenfeindt - Zum Rocken geboren
8. Adrian Thomas - So Much Luv17. Ohrenfeindt - Rockstar
9. Doc Holliday - Long Haired Country Boy

Als vor mittlerweile 1 ¾ Jahren "Edit 03" der von Phoenix/Art Beat Records kompilierten Serie erschien, hatte ich mich über die Songauswahl "beschwert", weil die fast identisch mit der von mir gemachten Rock'n'Bier-CD für den Sommer 2004 war.
Aus Schaden wird man kluch, nur Rocker zweimal gleichen Schmarren tut. Mit einem Unterschied: Erstens verteilen sich die Bands diesmal auf mehrere Überall-dabei-CDRs (das sind die, die man im Zug, bei todlangweiligen Sitzungen oder zuhause gegen halb 3 kurz vor dem endgültigen Zusammenbruch hört) und zweitens ist mein Wintergetränk eher Rotwein als Weißbier (diesmal ein vorzüglicher 2004er Chianti aus San Casciano). Aber sonst? 17 Songs von 14 Bands sind auf "...Sounds Great! Edit 04" drauf, nur zwei Ausfälle und zwei lauwarme Nummern, der gesamte Rest ist sozusagen gemalt für Party, Spiel und Spaß im trauten Home of the Rocker bzw. seinem jeweiligen Aufenthaltsort.
Apropos gemalt. Diesmal ist das Artwork ansprechender, der Phoenix-Artist Sir Edward hat ein Bild für das Cover rausgerückt. Nicht schlecht, von dem Mann könnte ich mir mehr anschauen.

Der junge und naive Mensch denkt bekanntlich manchmal zu gut von der Welt. Hatte ich doch seinerzeit gesagt, dass "...Sounds Great!" für den Hard- und Southernrock Fan möglicherweise nicht all zu viel an Neuigkeiten bietet. Inzwischen weiß ich, wie viele Fans zum Beispiel die letzte Scheibe meiner italienischen Freunde und Favoriten von W.I.N.D. NICHT im Schrank stehen haben. Das sind angesichts der ohnehin miserablen Zahl von Rockfans erschreckend viele. Da kannst du als Schreiberling predigen bis die Glocken im Stephansdom schmelzen, das Volk negiert Qualität und wartet lieber auf einen Ton einer drittklassigen Abfuck-Kapelle aus den Südstaaten (der U.S.A., nicht Europas). Jaha, und genau da haben die Jungs von Phoenix Records diesmal angesetzt und gleich zwei solcher "Perlen" auf die CD gepackt.
Zum einen nämlich die von mir bereits gebührend verrissenen GHOST RIDERS, die hier die gar nicht mal so üble Southern-Ballade Roots beisteuern (solange es nur 1 Song dieser Band ist, nerven sie auch nicht bis zum Wahnsinn), und zum anderen die unsäglichste Coverband der letzten Jahre: SKINNY MOLLY! Vermutlich der Kaufanreiz überhaupt für die übersichtliche SR-Fangemeinde, denn bisher haben wohl ca. 98% nicht einen einzigen Ton von denen gehört. Yippie, sogar ein eigener Song, dieses Too Much. Aber er stinkt! Nach Selbstkopie aus besseren Zeiten der beteiligten Musiker, nach Aasgeiern und nach Tod durch gähnende Langeweile. Sorry, aber diese beiden Bands sind so wichtig wie ein Furunkel auf der Nase. Beinahe hätte ich Sondermüll gesagt. Positiv ist einzig, dass viele Käufer (das Ding kostet schlanke 9,99!) zur Strafe auch noch in den Genuss von ganz viel geiler Musik auf diesem Sampler kommen.

Ehrlichkeitshalber sei gesagt, dass sich die Beiträge klassischen Southernrocks mit den beiden erwähnten Combos plus DOC HOLLIDAY und MOLLY HATCHET erschöpfen. Von HATCHET gibt's die Liveversion von Moonlight Dancin' On A Bayou von der letztjährigen "Live In Hamburg"-DVD und von Bruce Brookshire neben Midnight Rider von der kürzlich erschienenen "Rebel Souls" noch ein echtes Schmankerl in Form von Long Haired Country Boy, in der vom Wallbreaker in der Blues Garage aufgenommenen Acoustic-Version. Moonlight Dancin'... rockt wie Seuche, Midnight Rider ist wunderschön und Charlie Daniels' Long Haired Country Boy zeigt den riesengroßen Musiker Brookshire in Bestform. DAS sind die Must-Have Southern-Songs dieser CD.

Der Rest ist Schweinerock. Ultimativer Schweinerock sogar. AMERICAN DOG mit der erfreulich wenig subtilen Adaption von PURPLEs Black Night und später noch Shitkicker (Nomen est omen), die mir bisher entgangenen Australier DOOMFOXX mit einem scharfen AC/DC look-alike und die notorischen fuck ya Brüller NASHVILLE PUSSY (die dem Kollegen Schmidt ihr Können live nicht beweisen konnten) mit dem dennoch brettharten Come On, Come On lassen es in der ersten Hälfte der CD knacken.
Dazwischen gibt's W.I.N.D. (ist noch eine Predigt gefällig?) mit dem anspruchs- und gehaltvollen Fake It, die überragenden BLACKBERRY SMOKE und Adrian Thomas, der mich persönlich nicht umhaut.
In Teil 2 folgen dann noch die allesamt von mir gelobten V8 WANKERS, LORD BISHOP ROCKS, Dave Evans und, als Krönung, meine Hamburg-Faves OHRENFEINDT, die ich dieses Jahr endlich einmal live in Süddeutschland sehen möchte.

Ganz klar, auch auf "Edit 04" macht es die Mischung und die sollte eigentlich jeden Rocker der härteren und traditionellen Abteilung happy machen. Ich bin sicher, dass die Einfuhr dieser CD zum Kauf von mindestens der einen oder anderen Komplettscheibe der enthaltenen Bands führt, aber das habe ich beim letzten Mal auch schon gesagt *seufz*. Die von Phoenix und ich können doch nicht die einzigen Irren sein.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 25.02.2006

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