|
|
| Summer Of Love & Peace, Sony BMG, 2007 |
|
Länge: 117 Min 53 Sek |
Medium: Do-CD |
|
 |
 |
| CD 1: | |
| 1. Van Morrison - Brown Eyed Girl | 9. Simon & Garfunkel - Bridge Over Troubled Water |
| 2. The Byrds - Mr. Tambourine Man | 10. The Mash - Suicide Is Painless |
| 3. Donovan - Universal Soldier | 11. Don McLean - American Pie |
| 4. Tim Hardin - Simple Song Of Freedom | 12. Melanie - Ruby Tuesday |
| 5. Matthews Southern Comfort - Woodstock | 13. The Flowerpot Men - Let's Go To San Francisco |
| 6. Scott McKenzie - San Francisco | 14. Zager & Evans - In The Year 2525 |
| 7. Tremeloes - Silence Is Golden | 15. The Small Faces - Lazy Sunday |
| 8. Albert Hammond - It Never Rains In Southern California | 16. Bachman-Turner Overdrive - You Ain't Seen Nothing Yet |
| CD 2: | |
| 1. Norman Greenbaum - Spirit In The Sky | 9. Arlo Guthrie - Coming Into Los Angeles |
| 2. Sly & The Family Stone - Mr. Tambourine Man | 10. Roger McGuinn - Knockin' On Heavens Door |
| 3. Canned Heat - Goin' Up The Country | 11. The Kinks - Lola |
| 4. Pacific Gas & Electric - Are You Ready? | 12. America - A Horse With No Name |
| 5. Iron Butterfly - In A-Gadda-Da-Vida (Single Version) | 13. The Band - The Weight |
| 6. Fleetwood Mac - Black Magic Woman | 14. Barry McGuire - Eve Of Destruction |
| 7. Jefferson Airplane - Somebody To Love | 15. Mott The Hoople - All The Young Dudes |
| 8. New Riders Of The Purple Sage - I Don't Need No Doctor | 16. Procol Harum - A Whiter Shade Of Pale |
 |
Der 'Summer of Love', und natürlich auch des Friedens, erstreckt sich im Rückblick über mehrere Jahre. An den ursprünglich 1967 währenden Traum schlossen sich, nicht zuletzt durch diverse Festivals, gleich noch ein paar weitere Jahre an, die sich auch gern das 'Love & Peace' Deckchen um die Schultern werfen. 'Altamont' machte dann vorläufig Schluss mit den Träumereien.
Da in den letzten Jahren ein zunehmendes Hippie-Interesse aufzukommen scheint und Veranstaltungen wie das Burg Herzberg Festival stetig wachsenden Zustrom haben (und zudem die Hippies von damals vermutlich die kaufkräftigste Schicht unter den Musikhörern darstellen), erscheint dieser Sampler nicht so fehl am Platze. Das Peace-Zeichen flattert auf dem Cover, die Blumen räkeln sich einem entgegen und der stilgerechte VW-Bully lässt einen schon etwas ins Träumen kommen.
"If you're going to San Francisco..." hatte John Phillips, von THE MAMAS AND THE PAPAS, Scott McKenzie die Hymne für jene Tage in den Mund gelegt. Ja, ich weiß, kennen wir alle in- und auswendig und jeder hatte schon einen oder mehrere Sampler zuhause, auf denen diese und/oder ähnliche Songs versammelt waren. Ich hege da beispielsweise noch eine "Sparkassen - Doppel-LP", die ich immer sehr gemocht habe. Leider mittlerweile so abgenutzt, dass sie nur noch in Sonderfällen auf dem Plattenteller landet. Und so erging es wohl vielen dieser Teile: Abgegriffen, abgespielt, abhanden gekommen. Also warum nicht dieses Teil.
Van Morrisons Brown Eyed Girl stammt tatsächlich auch aus 1967. Hätte ich gar nicht mehr gedacht, aber dass dieser Song eines der besten Gute-Laune-Stücke überhaupt ist, weiß jeder, der auch nur einmal leise den Scha-la-la-la-la Refrain mitgesungen hat.
Die einmaligen Töne der 12-saitigen Rickenbacker von Roger McGuinn lassen die BYRDS-Version von Dylans Mr. Tambourine Man abheben, wie es der Meister Bob nie hingekriegt hätte.
Diese erste CD ist mehr den Singer/Songwritern vorbehalten und da dürfen Künstler wie Donovan nicht fehlen. Dessen Universal Soldier gehört hier zu den vergleichsweise seltener gehörten Liedern. Zu den ergreifendsten allemal.
Gleichfalls ist der Simple Song Of Freedom von Tim Hardin so, ja, simpel wie anrührend. Einfach nur gut.
Hin und wieder überlege selbst ich: Wem gehören diese engelhaften Stimmen in Silence Is Golden? Den TREMELOES natürlich und schon folgt ein vergeblicher Versuch seine Stimme in diese Sphären zu erheben.
Albert Hammond muss sein, klar. Bridge Over Troubled Water kommt etwas überraschend, aber natürlich auch durchaus dem Zeitgeist entsprechend. Don McLeans American Pie konnte nicht mal von Madonna hingerichtet werden und die Filmcracks mit etwas schrägerem Humor bekommen bei der Musik zu dem Film "M*A*S*H", Suicide Is Painless, sofort ein wissendes Grinsen ins Gesicht gezaubert.
Mittlerweile kommt einem In The Year 2525 auch gar nicht mehr so Jahrtausende entfernt vor, wie man früher immer dachte. BACHMAN-TURNER OVERDRIVEs You Ain't Seen Nothing Yet ist allerdings, mit Entstehungsjahr 1974, tatsächlich fast etwas futuristisch. Trotzdem stottert man den Refrain natürlich gerne mit.
Auf der zweiten Scheibe wird es dann etwas psychedelischer, auch rockiger, funkiger und hier und da auch etwas abgedrehter. Spirit In The Sky kennen viele bestimmt besser in der 80er DOCTOR & THE MEDICS Version, die den Titel mehr auf Mainstream getrimmt haben. Das Original weißt, neben mehr Ecken und Kanten, deutlich mehr Tiefe auf.
Mit I Want To Take You Higher hatten SLY & THE FAMILY STONE ein pulsierendes Groove-Monster geschaffen, das auch heute noch seine ansteckende Wirkung offenbart.
Der Woodstock-Song ist für mich Going Up The Country. Kein anderer Titel trägt diese wundervolle Stimmung so in sich und wer möchte nicht der "jump in the water and stay drunk all the time" Verlockung erliegen. Dazu diese herrliche Querflöte! Außer in Bourrée hat eine Querflöte in der Rockmusik nie besser geklungen. Heute noch bekomme ich bei den Konzerten von CANNED HEAT da eine Gänsehaut.
Wieder was seltener aufbereitetes folgt mit Are You Ready von PACIFIC GAS & ELECTRIC. Groovt schweinegut mit jeder Menge Soul und Gospel und dreckigen Rockgitarren.
In A-Gadda-Da-Vida nur in der Single Version ist eigentlich ein Vergehen, aber für die volle Länge hätte der Platz hier wohl nicht ganz gereicht. Mancher hätte vielleicht auch allergisch reagiert und so ist man mit den knapp drei Minuten ja doch zufrieden.
Komischerweise scheint mir Somebody To Love hier besser zu klingen, als auf dem "Essential" Sampler von JEFFERSON AIRPLANE. Irritiert mich etwas, aber andererseits bin ich auch froh, den Song endlich in einer vernünftigen Qualität zu haben.
Eine psychedelischere Country-Band als die NEW RIDERS OF THE PURPLE SAGE hat es wohl nicht gegeben und ihre Version von Ray Charles' I Don't Need No Doctor vibriert auch munter.
Knockin' On Heaven's Door in der Version von Roger McGuinn scheint mir für GUNS N' Roses deutlich einflussreicher gewesen zu sein, als Dylans Original. Interessant. Zusammen mit seinem Kumpel Barry McGuire - dessen Eve Of Destruction hier nicht fehlen darf - wurde McGuinn ja in dem THE MAMAS & THE PAPAS Song Creeque Alley gewürdigt. Der Titel wäre hier durchaus noch angebracht gewesen.
Drei Amerikaner gründeten die Band AMERICA, was nicht sonderlich verwundert. Dass dies in England geschah ist schon etwas außergewöhnlicher und dass A Horse With No Name auf der Erstausgabe ihres Debütalbums noch gar nicht drauf war, weil keiner so recht an den Desert Song glaubte, auch. Später wurde die Nummer dann von einem amerikanischen Radiosender gebannt, weil man hinter 'Horse' einen Slangausdruck für Heroin vermutete. Tja, die McCarthy-Ära hatte in den Köpfen der Leute schon deutliche Spuren hinterlassen...
Mit den folgenden Klassikern, vor allem mit All The Young Dudes von MOTT THE HOOPLE, kann man sich nochmals richtig treiben lassen und sich den Gefühlen und Träumen von 'Love & Peace' ausliefern.
Der Sommer kommt bald und einen Vorgeschmack gibt's hier schon.
Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

|