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Thunder Road &
Brothers Of The Road

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Brothers Of The Road / Bro' Records
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Thunder Road
Brothers Of The Road
Thunder Road, Speedway Records, 2001
Produziert von: verschiedenen Produzenten Länge: 40 Min 38 Sek Medium: CD
1. The Charlie Daniels Band
- High Speed Heroes
7. Tim Wilson
- Bondo Jones
2. The Charlie Daniels Band
- Ballad Of Thunder Road
8. Tim Wilson
- Dale Darryl Waltrip Richard Petty
Rusty Awesome Bill Irvan Gordon
Earnhardt Smith Johnson, Jr.
3. Tralena
- The Last Red Dirt Racer
9. The Kentucky Headhunters
- Chopped & Cherried Out
4. Tralena
- Driven By A Dream
10. The Kentucky Headhunters
- Get To Heaven
5. Atlanta Rhythm Section
- Champagne (NASCAR) Jam
11. The Marshall Tucker Band
- Long Hard Ride
6. Atlanta Rhythm Section
- Large Time
12. The Marshall Tucker Band
- Drive On
Brothers Of The Road, BRO' Records, 2001
Produziert von: Buck Moore & Troy Seals Länge: 47 Min 41 Sek Medium: CD
1. Montgomery Gentry
- Goin' To Daytona
8. Tony Stampley
- No Blues On This Bike
2. Confederate Railroad
- Let The Harley Roll
9. Danni Leigh
- I Want A Motorcycle Mama
3. Cory Batten
- Steel Horses
10. Hughie Thomasson
- Angels, Brothers & Friends
4. Anita Cochran
- She Rides The Wind
11. Tony Stampley
- Party In The Black Hills
5. Hughie Thomasson
- Fire It Up
12. Tony Stampley
- 700#s Of Feel Good
6. Troy Seals
- Scooter Blues
13. Tony Stampley
- Chopper Charley
7. Brady Seals
- Hardly A Harley
14. All Artists
- Brothers Of The Road

Ein Doppelreview. Drei Gründe gibt es dafür.
1. Beide CD's sind Compilations und beinhalten bisher unveröffentlichte Stücke.
2. Beide CD's drehen sich um Motoren. Einmal Autorennen und einmal Bikes.
3. Beide CD's beinhalten Southern Rock bzw. Country (Rock).

CD 1 heißt "Thunder Road" und ist den Autorennfahrern gewidmet. Vor allem den bereits toten unter ihnen. Der erst kürzlich tödlich verunglückte Renn-Hero Dale Earnhardt ist allgegenwärtig auf der CD.
Die NASCAR Rennserie ist in den USA furchtbar populär und von diesem Kuchen schneiden sich Speedway Records ein Stückchen ab. Ketzerisch könnte man sagen, genau wie die Fahrer immer nur im Kreis fahren, bewegt sich auch die Musik auf dieser Compilation.

Gemixt und gemastered ist das ganze von Rodney Mills. Wer ihn nicht kennt: Einfach beim All Music Guide nach ihm suchen.
Der Sound der verschiedenen Bands ist leider etwas schwankend.
Das Cover ist recht informativ und natürlich rennbezogen aufgemacht.

Die Musik.
Charlie Daniels und Band ist mit High Speed Heroes und Ballad Of Thunder Road vertreten. Zwei gute bis sehr gute Southern Rock Songs.
Allerdings geht mir Charlie mit seinem triefenden Pathos mächtig auf's Getriebe. Zwischen wirklich starken Gitarren quält er sich ab, als ob er dem Mann auf (im?) dem Mond persönlich huldigen würde. Dazu passend sind auch die Liner Notes zu Dale Earnhardt. ".he was southern to the bone.". Wenn southern einen Bleifuß einschließt...
Daniels ist übrigens auch Initiator dieses Projekts.

Aber es kommt schlimmer. Tralena. Der Name ist Programm. Die NASCAR Haussängerin watet knietief im Schmalztopf und jodelt dazu. Oh no!

Glücklicherweise rockt dann aber die Atlanta Rhythm Section. Noch mit Ronnie Hammond und sehr straight. Der Champagne Jam heißt hier NASCAR Jam. Zweite Nummer ist Large Time. Beide Songs sind live aufgenommen. Wo, darüber schweigt sich das Cover aus, groß kann die Audience nicht gewesen sein. Und hier hakt es. Der Sound ist dumpf und muffig. War da nichts besseres aufzutreiben? Schade, denn speziell Large Time rockt richtig gut.

Die positive Überraschung ist Tim Wilson. Ursprünglich ein Komödiant, hat er seit 1994 acht Country (Rock) Alben veröffentlicht. Kein großer Sänger, er erinnert mich ein bisschen an Ziggydale Zigfreid, aber mit einer hintergründigen Art ausgestattet, die Spaß macht. Klingt, als ob er seinen Country'n'Roll selbst nicht ganz ernst nimmt. Cool.

Chopped & Cherried Out und Get To Heaven von den Kentucky Headhunters könnten direkt Outtakes ihres letzten Albums "Songs From The Grass String Ranch" sein. Der eine rockt und rollt mächtig, der andere swingt und rollt etwas beschaulicher. Guter Southern Rock.

Ich war nie ein großer Fan der Marshall Tucker Band, aber Long Hard Ride ist ein guter Song. Ein Instrumental mit klasse Gitarren, unaufdringlichem Banjo (was eigentlich ein Widerspruch in sich ist) und schöner Steel Guitar.
Der gute Eindruck wird allerdings flugs vom schleimigen Drive On wieder zunichte gemacht. Schlimmer hätten's die Eagles nicht hingekriegt.

Ganz ordentliche Scheibe, die der Southern Fan natürlich haben muß.

Die zweite CD heisst "Brothers Of The Road" und ist den Bikern im Allgemeinen gewidmet.
Hinter dem Projekt stehen Buck Moore und Troy Seals. Ersterer ist mir bisher gänzlich unbekannt gewesen und Troy Seals kennt man als Produzenten, Gitarristen und Songwriter von vielen Platten aus dem erweiterten Country Umfeld.

An allen Songs sind Seals, Moore oder beide beteiligt, dazu noch einige der ausführenden Künstler (wie Hughie Thomasson).
Die Bands sind nicht die Musiker der eigentlichen Bands der beteiligten Künstler, sondern es handelt sich um mehr oder weniger bekannte Musiker aus der Nashville-Studioszene. Das bedeutet, daß Namen wie Outlaws oder Confederate Railroad nur der Promotion dienen. Im Falle von Thomasson steht allerdings auch "...of the Outlaws" im Booklet. Kein Etikettenschwindel also.
Die Begleitband(s) sind sehr gut und vor allem rockig ausgerichtet. Es gibt nur einen echten Ausrutscher.

Ein Wort zum Cover. Furchtbar. Warum setzt sich Hughie mit dem Blondie "Christina" auf eine Harley? Albern. Aber vielleicht sieht das der Daytona Bike Week Besucher anders.
Die Produktion ist durchwegs gut, allerdings sind leichte Dynamikunterschiede bei den einzelnen Aufnahmen festzustellen.

Eddie Montgomery und Troy Gentry setzen mit Goin' To Daytona ein rockiges Zeichen. Die Nummer würde auf ihrer "Tattoos & Scars"-CD zu den besseren gehören. Ein knackiger Südstaaten-Countryrocker.

Confederate Railroad, oft eine Ausgeburt schrecklicher Unwichtigkeit, sind nur mit Sänger Danny Shirley vertreten. Und das ist gar nicht schlecht. Let The Harley Roll ist eine der allerbesten Nummern Shirley's überhaupt. Richtig kraftvoll.
Arg hingegen die Vorstellung von Corey Batten. Schauderhaftes Latino-Cowboygeheule. La Bamba für Biker ist doch wirklich Käse. Gott sei Dank nach 3 Minuten vorbei.

Auch wenn Anita Cochran irgendwie klingt, wie all die anderen Nashville-Ladies, sie rockt. She Rides With The Wind ist OK.

Viel mehr als nur OK sind die beiden Songs von Hughie Thomasson.
Erstens freut man sich sowieso, von ihm neue Songs zu hören und zweitens ist sowohl Fire It Up, als auch Angels, Brothers & Friends ganz hervorragender Hughie-Stuff. Locker und doch kräftig rockend, allerbeste Fender (wenn ich mir auch eine saubere SG zum Ausgleich wünschen würde) und die einzigartige Stimme macht die Songs zu den Highlights der Platte.
Keine Frage. Das sticht aus der Masse heraus. Bitte lieber Hughie mach wieder eine eigene Platte!

Ebenfalls erfreulich, der Scooter Blues, von Troy Seals gesungen. Der Mann ist 63 Jahre alt und so singt er diesen knackigen Blues auch. Gut abgehangen und luftgeräuchert.
Neffe Brady Seals ist wieder einer aus der New Country Ecke. Aber durch die ordentliche Begleitband wird auch Hardley A Harley richtig gut verrockt.

Die Überraschung der CD bietet Tony Stampley. Ich kannte ihn nicht, weiß inzwischen, daß er etliche Songs für Hank Williams Jr. geschrieben hat (Southern Thunder von "Stormy" zum Beispiel) und er ist klasse.
No Blues On This Bike ist ein Powersong, Party In The Black Hills eine wirklich schöne Country/Southern Ballade (ohne Schmalz), fast traditionell, 700# Of Feel Good ist ein Stampfer, wie für Hank Jr. gemacht und auch Chopper Charley ist ein flotter New Country Rocker.
Eine echte Entdeckung.

Danni Leigh, die übrigens bei einigen anderen Songs im Background singt (auch bei Fire It Up), tut was sie kann. Ganz ordentlich shouten nämlich. Dazu ein knackiger Song wie I Want A Motorcycle Mama mit ganz unprätentiösem Piano und die Frau beweißt, daß sie momentan wohl die beste Country Sängerin ist. Ich würd' mich gern mal mit ihr unterhalten... Wer so dreckig singen kann, mag sicher auch dreckige Witze. Ich kenn' ein paar.

Das abschließende Brothers Of The Road, mit allen beteiligten Sängern, kann sich der Rockfreund getrost schenken.

Sehr gute Scheibe insgesamt und klarer Punktsieger im Vergleich mit "Thunder Road"

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 21.09.2001

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