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| Dan Baird & Homemade Sin, Jerkin' Crocus Records, 2008 |
| Dan Baird |
Acoustic & Electric Guitars, Lap Steel Guitar, Vocals, Percussion |
| Warner E. Hodges |
Guitars, Background Vocals, Lead Vocals (I Can Do Without You) |
| Keith Christopher |
Bass, Background Vocals, Lead Vocals (She Dug Me Up) |
| Mauro Magellan |
Drums, Background Vocals |
| Gast: |
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| 805 (aka Michael "Spider" Webb) |
Organ, Piano |
| Produziert von: Ben Strano & Homemade Sin |
Länge: 62 Min 10 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Damn Thing To Be Done | 8. I Know What It's Like |
| 2. Crooked Smile | 9. She Dug Me Up |
| 3. Two For Tuesday | 10. Well Enough Alone |
| 4. Runnin' Outta Time | 11. Champagne Sparkle |
| 5. Just Can't Wait | 12. I Can Do Without You |
| 6. Lazy Monday | 13. Oh No, There She Goes |
| 7. Cryin' To Me | 14. Hellzapoppin' |
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Ken McMahan ist nicht mehr in Dan Bairds Band. "Und?", werden viele Menschen fragen, denn der "Ersatz" ist ja kein geringer, schließlich ist Warner E. Hodges der Gitarrenheld von JASON AND THE SCORCHERS, also von Jason Ringenberg, dessen Band man allenthalben, auch im Home of Rock, zu den meistunterschätzten Superacts des Rock & Roll zählt. Hodges ist ganz sicher nicht schuld an einem etwaigen durchwachsenen Album unseres Lieblings-Dan, aber wenn man mit der selbstbetitelten ersten Studioscheibe "Dan Baird & Homemade Sin" durch ist, könnten schon ein paar Fragen auftauchen, auch wenn die kleine Schar der interessierten Kritiker die CD wie immer als Highlight durchwinken wird.
Als vor gut 2 ½ Jahren die zweite Platte der YAYHOOS, "Put The Hammer Down" betitelt, nicht ganz die Erwartungen erfüllen konnte, lag das durchaus mit an der etwas lustlosen Gitarrenarbeit von Eric Ambel. Diesen Schuh braucht sich Hodges natürlich nicht anziehen, der Mann tut was er kann - eine Menge also. Trotzdem schwitzt man auch nach fünf Aufgüssen "Dan Baird & Homemade Sin" nicht so wie nach 15 Minuten der Hochtemperatursauna "Feels So Good - Live". An was liegt das?
Zuerst muss gesagt werden, dass es gut ist, dass es nun HOMEMADE SIN heißt und kein Verweis mehr auf die SATELLITES gebraucht wird, obwohl die neue CD letztendlich mehr Ähnlichkeit mit der 20 Jahre alten "In The Land Of Salvation And Sin" als mit den Soloalben, den SOFA KINGS oder gar mit dem mühsam als 'Herz der Georgia Satellites' bezeichneten Liveprojekt der letzten Jahre hat. Soll heißen, dass die nunmehr hausgemachte Sünde genau wie "… Salvation And Sin" ein wenig zurückgenommer ist als die Vorgänger, nicht mehr so gnadenlos auf die primitivsten Instinkte hämmernd. Wo aber Baird seinerzeit mit Rick Richards trotzdem eine glanzvolle Platte und heutigen Klassiker einspielte, vermag das 2008er Produkt auch nach etlichen Wochen Intensivhören nicht recht zu überwältigen. Vereinfacht gesagt fehlt schlicht der letzte Bumms, die Lokomotive, die Nummern wie dem Opener Damn Thing To Be Done und etlichen anderen über den Berg hilft und zur Party-Schussfahrt führt.
Allerdings war Bairds innerer Auftrag bei dieser CD ganz offensichtlich nicht, einmal mehr ausschließlich den Gute-Laune-Dan zu geben. Da verirren sich denn doch zu viele nachdenkliche Sätze in die Texte, zu viele für seine Verhältnisse verhalten gespielte Nummern sind zwischen den insgesamt 14 Songs zu finden. Kaum anzunehmen, dass unser Mann sein Geld bei zweifelhaften Spekulationen mit seltsamen Nichtsmehrwertpapieren verloren hat, eher scheint es sich um eine neue Nachdenklichkeit zu handeln, vielleicht eine Beziehungskiste, vielleicht auch einfach nur die Erkenntnis, dass der 12. Dezember 2008 seinen 55. Geburtstag markierte. Wir wissen es nicht, auf jeden Fall wartet man als Boogie-Fan reichlich lange auf den ersten Vollgasshuffle.
Andererseits hat der erste Teil der CD natürlich tolle Songs aufzuweisen. Crooked Smile riecht nach Wüste und sollte Neil Young oder wenigstens den Irren Pferden gut gefallen, Mauro Magellan trommelt dabei so exzellent, dass man ihm den "Keith Moon Gedächtnispreis" überreichen möchte.
Ausgerechnet beim selbstironischen Song Runnin' Outta Time geht zum ersten Mal der Zwei-Gitarren-Knoten auf und Baird führt mit Hodges eine herrliche "Diskussion". Neben dem unwiderstehlichen Gesang bekommt man in den letzten eineinhalb Minuten einen Vorgeschmack dessen, was die beiden live liefern könnten.
Selbstverständlich gibt es auch puren Rock & Roll, allerdings ist der diesmal vielleicht eine Nummer zu simpel ausgefallen. Just Can't Wait geht aufgrund der allgemein bekannten Hookline, dem feinen Geschrammel der beiden Gitarren und dem optimistischen "Just can't wait - falling in love again" noch durch, aber das abschließende Hellzapoppin' hat man so oder kerniger zu oft gehört, als dass es noch zu Jubelstürmen verleiten könnte. Auch die - an sich schöne - Ballade Lazy Monday vermag nicht richtig zu zünden, das hatten wir ebenfalls schon in der Vergangenheit.
Was man so auffällig bei Dan Baird noch nicht hatte, ist der fast durchgehende Einsatz von Tasten. Der allseits bestens gebuchte Michael Webb brilliert an Orgel und Klavier, tut dies in aller Regel angenehm zurückhaltend, an den wichtigen Stellen prägnant. Auch diese Kombination wäre live sehenswert. Ein leichtfüßiger Popsong wie Cryin' To Me profitiert von den Keyboards genau wie die derberen Kaliber.
She Dug Me Up wird von Keith Christopher in dessen typischer Art gesungen, groovt auch entsprechend und ist ein perfekter Schnapsnasenrocker. Da brummt die Hütte schon alleine vom Chorus, die Sägewerksgitarre macht den Rest und die Backing Vocals sind legendär. Am Schluss lässt Keith den Bass noch richtig brummen, da geht dann jedes Raucherbein tanzen.
Well Enough Alone ist eine weitere "Schon-gehabt-Zone", da hat Baird wohl in der etwas älteren Kiste seiner gemeinsamen Songs mit Chris Knight gewühlt. Trotzdem ein hübsches Gitarrenscharmützel, das sich in Champagne Sparkle direkt fortsetzt.
Die B-Seite der CD ist eindeutig die lebhaftere, hat auch etliche echte partielle Höhepunkte, wie den von Hodges gesungenen Country-Boogie I Can Do Without You, dennoch fehlt etwas. Bei Oh No, There She Goes scheint man es zu bekommen, es rockt großartig, und trotzdem ist zwischen all den quietschenden Gitarren noch eine Menge Luft für mehr, der marschierende Boogie in der letzten halben Minute zeigt es an.
Hätte, würde, könnte, die Wahrheit ist ohne Frage, dass Dan Baird selbst mit angezogener Handbremse ein Großmeister ist. Die Erwartungshaltung nach 12 Jahren ohne neue Songs ("Buffalo Nickel") war vielleicht zu hoch, wurde auch durch die manisch rockenden Konzerte der letzten Jahre noch angetrieben, folglich ist "Dan Baird & Homemade Sin" nur ein gutes Album, kein epochales.
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