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Dogs Welcome:Excuse Me |
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Münchner Gschichten! Den Höhepunkt erlebten fast alle der Münchner Musikerpolizei/-mafia entweder als Support irgend eines Superstars (bevorzugt im Kongresssaal des Deutschen Museums), oder bei Gottschalks Pop-nach-8 Radiosendung, oder bei einer Session mit Udo L. mit anschließendem Totalabsturz an einem Hotelpool. Wer das nicht geschafft hat, war zumindest irgendwann mit Mick J. oder Freddie M. in der gleichen Bar gesessen und durfte der Barbara Valentin in den Ausschnitt schauen. Viel ist nicht übrig geblieben von der damals so berühmten Münchner Szene. Ein paar Studio-Asse, der eine oder andere Profimusiker, viele Platten, die ganz kurz vor dem Welthit dann doch hängen geblieben sind und jede Menge kaputter Träume. Scheerer und Reuter haben nun das Projekt DOGS WELCOME gegründet. Als Unterstützung haben sie sich den HANS STEINLE am Bass und den LUDWIG SEUSS am Piano ins Studio geholt. Beide auch nicht unbekannt. Der Seuss hat zum Beispiel die Münchner Southern Rocker CREEPY LAYNE pianobetrieben, später und bis heute Rock'n'Roll bei der SPIDER MURPHY GANG geklopft und macht seit Jahren gute Boogie-Woogie/Cajun/Groove-Soloscheiben. Ein Weltmeister auf den schwarzen und weißen Tasten. "Excuse Me" kommt völlig unvorbereitet daher. Zuerst fällt das Cover auf (dicker Hund mit Papiertüte auf dem Kopf), dann die phantastischen Linernotes von Sonja Angerer und schließlich hat man die CD im Player. Was ist das? Retro Rock? Klar, auch. Aber eigentlich noch viel mehr. Logisch, Shooting Star könnte von einer der ganz großen Monsterbands sein. Und die Monsterbands waren nun mal in den 70ern. Aber schon mit Smile zeigt sich eine andere Seite. Lou Reed? So gut hat der aber nie gespielt. Zwischen wilden Gitarrenausbrüchen und klassischen Bassfiguren baut sich ein phantastischer Song auf und dann wird 400 Sekunden lang geshuffelt, dass es eine Pracht ist. Baby Said.... Oder die Coverversion von The Thought That Counts. Im Original von den britischen Ur-Wavern THE COMSAT ANGELS. Brachial schön. Sehr eindrucksvoll sind immer wieder die instrumentalen Glanzleistungen. Man vergisst, dass hier "nur" ein Trio am Werk ist. Und trotzdem stehen immer die Songs weit im Vordergrund, also kein selbstverliebtes Technikgewichse. Fast deplaziert wirkt folgerichtig Dust My Broom. Wenn nicht die gnadenlose Bluesgitarrenpower und die schöne Hammond wären. Dadurch haben wir dann doch einen klasse Song, der ins Konzept passt. Gut, singen kann der Steinle nicht so besonders, aber das konnte ROBERT JOHNSON auch nicht. Auch mit über 40 kann man noch zornig sein und schreien. Dazu braucht es keinen selbstzerstörerischen Nirvana-Curt. Schaut her: Here I Stand! Selbst wenn ich ein Dinosaur For You sein sollte. Das rockt so mächtig und frisch und echt. Schee, sagt der Münchner. Diese Platte ist 1. rund, 2. geil, 3. perfekt und hat zur Folge, dass 4. sie ab sofort im Home of Rock verkauft wird. Zu "Lesen - Hören - Kaufen" kommt in diesem Fall noch "Staunen" über eine tolle Rock-CD. Epilog. Viel hat sich geändert in München seit damals. Zwei Dinge nicht: Gute Bassisten sind immer noch Mangelware und Übungsräume gibt's auch nicht. Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 25.03.2002 |
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