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David Rock Feinstein

Bitten By The Beast

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Bitten By The Beast
Bitten By The Beast, Ninji Entertainment Group, 2010
David "Rock" Feinstein Guitar, Bass & Vocals
Nate Horton Drums
Gäste:
Ronnie James Dio Vocals (Metal Will Never Die)
Carl Canedy Drums (Metal Will Never Die)
Garry Bordonaro Bass (Metal Will Never Die)
Produziert von: David "Rock" Feinstein Länge: 44 Min 30 Sek Medium: CD
1. Smoke On The Horizon6. Rocks Boogie
2. Evil In Me7. Give Me Mercy
3. Break Down The Walls8. Run For Your Life
4. Metal Will Neve Die9. Gambler Gambler
5. Kill The Demon

Mal wieder ein lebenslanges Rock & Roll Opfer bei seinem zigsten Versuch. David "Rock" Feinstein, der Veteran aus Cortland, New York, kommt nach einigen Jahren Pause wieder mit einer neuen CD.
Was hat der Mann schon alles getrieben. Mit den diversen Vorgängerbands von ELF in den Sechzigern ein paar Singles eingespielt, mit ELF selbst 1972 das erste Album gemacht, einen guten Teil der 80er mit Metal von THE RODS versorgt, im Grunge-Jahrzehnt abgetaucht und ein Restaurant betrieben, ab dem neuen Jahrtausend wieder sporadisch mit CDs reüssiert, aktuell Chef des "Hollywood Bar & Grill" in Cortland und Erschaffer der CD "Bitten By The Beast". Ja, David Feinstein hat bisher ein erfülltes Leben hinter sich.
Dass er Cousin des einzigartigen Ronald Padavona ist, hat ihm unterm Strich nicht wesentlich geholfen, vermutlich legte Feinstein darauf auch nie besonderen Wert, der Gitarrist konnte sich augenscheinlich über all die Jahrzehnte ganz gut ohne Verwandtschaftsbonus über Wasser halten. Diesmal hat ihm allerdings das Schicksal einen Trumpf in die Hand gespielt, den er sicher nie haben wollte: Ronnie James Dio sang sein letztes Lied in einem Studio mit und für ihn ein. Das Ding heißt Metal Will Never Die. Tja…

Der erste Eindruck von "Bitten By The Beast" unterscheidet sich nicht wesentlich von dem vom letzten Album "Third Wish", außer, dass vor sechs Jahren noch eine richtige Band am Werk war, die sogar ganze zwei Auftritte absolvierte, unter anderem beim Wacken Open Air 2004. Dann war wieder Schicht und seitdem gibt es sporadische Gigs mit den in Originalbesetzung reformierten RODS, wobei auch das eher ein Zeitvertreib zu sein scheint. Diesmal ist nur der Schlagzeuger Nate Horton neben Feinstein zu hören und Konzerte sind offenbar nicht geplant.
Wie gesagt, bei den ersten drei Songs von "Bitten…" denkt man an eine Fortsetzung von "Third Wish", es sind nette wenngleich auch relativ biedere 80ies-Metal-Klopfer mit allen nötigen Zutaten: Krawumm, Chorus, Solo, Chorus. Wirklich interessant wird es mit Metal Will Never Die, das von den RODS-Kollegen Gary Bordonaro und Carl Canedy eingespielt wurde. Über Dios Stimme (und die Produktion) kann man nachdenken, er war zum Aufnahmezeitpunkt wohl schon in massiver Behandlung, aber Dio war und bleibt für immer Dio, also großartig. Die Nummer selbst ist kein künftiger Klassiker, eher eine so oder so ähnlich zigfach gehörte Metal-Hymne mit einem so oder so ähnlich zigfach gehörten Text. Aber wer will in so einem Fall etwas anderes? Feinstein bedient ganz klar eine Klientel, die auf den Metal der alten Schule steht und die JUDAS PRIEST für die Platten bis etwa "Defenders Of The Faith" verehrt. Passend dazu sind die ganz und gar nicht klischeehaften Songtitel wie Kill The Demon oder Break Down The Walls. Trotzdem, es passt schon, was der alte Feinstein da zusammengeschustert hat.

Früher, als es noch Schallplatten gab, hätte man der B-Seite von "Bitten By The Beast" ein ganz anderes Zeugnis als der A-Seite ausgestellt. "Rock" Feinstein begeht einen Stilbruch, den ihm womöglich viele Metalheads nicht verzeihen werden, der aber sehr genau seine Herkunft und seine wahre Liebe demonstriert. Neben den beiden "normalen" Hartwürsten Give Me Mercy und Run For Your Life gibt es zweimal richtigen, Hurra!, Rock & Roll. Und was für welchen. Mit Originalität braucht zwar auch hier keiner kommen, aber Rocks Boogie sagt - diesmal wirklich - vollkommen klischeefrei die reine Wahrheit: "The Boogie Woogie don't ever get old". Das haben THE ELVES schon vor fast 40 Jahren mit der gleichen Nummer live behauptet (nachzuhören auf "Live At The Bank"). Ein Brachial-Boogie im verschärften La Grange-Galopp mit einer Riffwucht, die jeden Club explodieren lässt. Solche Urinstinkt-Musik kennt man heute von Leuten wie beispielsweise Michael Katon, und sie wird für ewig alle Rocker begeistern, die CACTUS nicht für eine stachelige Pflanze halten (außer sie finden ausschließlich norwegische Todesmetaller toll).
Der zweite Knüller ist ebenfalls ein Schritt in die eigene Vergangenheit, vielleicht ein etwas bekannterer. Gambler Gambler vom 72er "Elf"-Album in einer metallisierten Neufassung. Natürlich singt Feinstein nicht wie weiland Padavona, natürlich fehlt das Piano eines Micky Lee Soule und das seinerzeitige Percussiongedöns, natürlich sind 38 Jahre seither vergangen, doch es ist eine ganz große Freude, diesen herrlichen Honkytonk noch mal hören zu dürfen. Irgendwie nett wäre es gewesen, wenn die Credits für Gambler, Gambler (damals schrieb es sich noch mit Komma) auch Soule und den 1987 ermordeten Schlagzeuger Gary Driscoll bedacht hätten, aber das ist eine Marginalie.

David Feinstein wird in diesem Leben kein Superstar mehr, dafür hat er auch gar keine Zeit, seine Frau und sein Pizza'n'Burger-Restaurant brauchen ihn dringender, aber es tut gut zu wissen, dass es ihn noch gibt und dass er ein echter Hardrocker geblieben ist.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 01.11.2010


 
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