HoR Logo kl CD-Review:

Logo Flaming Bess

Wächter des Lichts

Logo Home-of-Rock
Startseite > CD-Reviews > Flaming Bess > Wächter des Lichts

Link Homepage & Kaufen:
Offizielle Flaming Bess Homepage
Link Homepage:
Flaming Bess @ MySpace.com
Link Homepage:
Mindmovie @ MySpace.com

Unser Disclaimer
Wächter des Lichts
Flaming Bess
Wächter des Lichts, Arkana Multimedia, 2008
Achim Wierschem Guitars, Keyboards, Computer, Percussion
Claas Reimer Keyboards, Computer, Percussion
Peter Figge Keyboards
Hans Wende Bass
Dieter Joswig Keyboards, Percussion
Gäste:
Kati Luzie Stüdemann, Jenny K., Sarah Joswig, Markus Wierschem, Ned Selfe, Rene Lenting, Erika Naidenow, Anika Rademacher, Sara England, Mike Pearse
Länge: 77 Min 55 Sek Medium: CD
1. Prolog11. Die Höhle unter dem Eis
2. Wächter des Lichts12. Sterbender Stern
3. Aklabeth13. Flucht und Verfolgung
4. Die Hallen der Diebe14. Stimmen
5. Der Dieb15. Die Dämonenpforte
6. König für einen Tag16. Die Höhle des Mara Morbis
7. Verrat17. Erkenntnis
8. Der Verhüllte18. Endloser Fall
9. Welt der Lügen19. Sphärenmusik
10. Ein langer Weg

Achtung Fantasie, Schublade "Fantasy". FLAMING BESS, Prog-Urgesteine aus Düsseldorf, legen ihr neues Konzeptalbum vor. Mit Hans Wende und Peter Figge sind noch zwei Gründungsmitglieder aus dem Jahr 1969 mit dabei. Achim Wierschem, immerhin auch schon seit 1981 dazugehörig, dürfen wir ebenfalls zum hauseigenen Inventar der Formation zählen. Ach so, Dieter Joswig trieb sich schon immer im direkten Umfeld der Band rum und ist auch nicht mehr wegzudenken.
Wie verhält es sich mit dem Techno-Spezialisten Claas Reimer? Nämlich genau der scheint der Band FLAMING BESS seit dem letzten Studioalbum "Finstere Sonne" die erfolgreichen musikalischen Veränderungen eingeimpft zu haben. Sozusagen junges und frisches Blut. Ich bin sicher, dass das, was die Düsseldorfer produzieren, Gemeinschaftswerke sind.

Bereits im Jahr 1979 rangen die Göttin des Lichts, FLAMING BESS, und ihr Prinz Arkana gemeinsam ihren Widersacher, Erzdämon Cathul, zum ersten Mal nieder und verbannten diesen in die Schattenwelt. Und wir erinnern uns an "Finstere Sonne", als die Göttin bereits verstorben war und Arkana sich auf die Suche nach einem Weg machte, seine Lady wieder zu beleben. "Wächter des Lichts" ist eine neue Story, ein neues Hörspiel, vielleicht noch eine Spur professioneller als der Vorgänger. Das liegt nicht an der gespielten Musik. Und auch zahlreiche Gäste, u. a. Schauspielerin Kati Luzie Stüdemann, sind wieder mit dabei. Nein, alleine schon, wie die Geschichte von Autor Markus Wierschem erzählt und innerhalb der Story vertont wurde, lässt den geneigten Fan mit der Zunge schnalzen. Markus Wierschem selbst spricht die Rolle des Diebes Alexey. Genau der ist dieses Mal der Protagonist im eigentlichen Sinn.
Über den Inhalt der Geschichte selbst möchte ich gar nicht so viel erzählen, man sollte sich schon selbst reindenken. Das gute Ende am Schluss ist obligatorisch, aber wer hätte dies anders erwartet?

Was ist anders im Vergleich zu "Finstere Sonne"? Die Scheibe aus dem Jahr 2004 erschien in zwei Sprachen, deutsch und englisch. Bisher liegt uns das Gesprochene auf "Wächter des Lichts" nur in deutscher Sprache vor. Ob es dabei komisch ist, dass ausschließlich in englischer Sprache gesungen wird, vermag ich kaum zu beurteilen. Es ist nun mal so.
Zur Musik: In früheren Jahren im klassischen Prog verankert, ist die Musik spätestens seit dem Einstieg von Claas Reimer wesentlich elektronischer. Da fällt es kaum auf, dass die Schlagzeugspuren fast allesamt aus der Dose stammen. Ehrlich gesagt, meistens graust es mir, aber im Falle von "Wächter des Lichts" muss ich attestieren, dass ich die elektronischen Drums selten so akkurat, gefühlvoll und ins Konzept passend gehört habe.
Ansonsten ist "Wächter des Lichts" ein klarer Fall für den Kopfhörer. Nach dem gesprochenen Prolog hören wir eine außerordentliche Rhythmik mit dominanten Leadgitarren und einigen elektronischen Eingebungen: Achim Wierschem beweist seinen Hang zu guten Melodien, er komponiert ohnehin sehr viel. Was er davon nicht in der Band unterbringen kann, verarbeitet Wierschem in seinem Solo-Projekt MINDMOVIE.
In Aklabeth werden wir Zeuge des ersten abrupten Stimmungswechsels. Atmosphärisch weibliche Gesänge mit dezenten Soundgimmicks der Synthies im Hintergrund. Das Ganze kann sich auch in Pop-Gefilden wieder finden, doch trotz funkiger Bässe entzieht der erzeugte Groove diesen Gefilden wieder die Grundlage und führt zurück in den Rock.
Es ist schon beeindruckend, wie sich die Effekte auch in den Stimmen wieder finden. Voller Ehrfurcht erzählt uns der Dieb Alexey, wie er den Auftrag erhielt, die Harfe zu stehlen. Im Großen und Ganzen sind die Harmonien niemals verzwackt, sie biegen nicht mehrmals um ein paar Ecken ab, sondern sie bleiben schnurgerade auf dem eingeschlagenen Weg und somit nachvollziehbar. Die Stärken liegen immer wieder in den einzelnen Spannungsbögen.

FLAMING BESS vermischen wie in König für einen Tag sanften Hard Rock mit floydigem Artrock. Später wird der Rock in Welt der Lügen um einiges satter. Immer dann, wenn die Gitarren in den Vordergrund treten, erschallt der Sound kerniger aus den Speakern. Und wer denkt in Der Verhüllte nicht auch mal an KRAFTWERK? Natürlich bieten uns FLAMING BESS keine Berliner Schule, aber wir finden aus dieser Ära wichtige Trademarks in der Musik der Düsseldorfer.
Andere Namen wie Jean Michel Jarre schwirren einem im Kopf umher, und insbesondere im Hinblick auf ähnliche Konzeptwerke fällt dem Hörer in Erkenntnis auch ein Alan Parsons ein. Das verdeutlicht die vielfältigen Einflüsse, die uns auf "Wächter des Lichts" geboten werden.
Das neue Album von FLAMING BESS ist rundum gelungen. Zeitlose Musik mit eingebetteten Hightech-Arrangements macht die Scheibe zu einem nicht alltäglichen Juwel. Die jeweiligen Erzählelemente können im Übrigen separat angewählt werden, so dass sich der Hörer bei Bedarf auch für das eine oder nur das andere entscheiden kann. Bei weiteren Fragen einfach kaufen.

Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, (Impressum, Artikelliste), 12.04.2008

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

Startseite > CD-Reviews > Flaming Bess > Wächter des Lichts

 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum