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Fleetwood Mac

Live In Boston

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Live In Boston
Live In Boston, Warner Music Vision, 2004
Lindsey Buckingham Vocals, Guitar
Mick Fleetwood Drums
John McVie Bass
Stevie Nicks Vocals
Gäste:
Jana Anderson & Sharon Celani Background Vocals
Neale Heywood Guitar
Taku Hirano Percussion
Steve Rinkov Drums
Carlos Rios Keyboards
Brett Tuggle Keyboards
Produziert von: Joe Thomas Länge: ca. 141 Min (DVD) & 57 Min 57 Sek (CD) Medium: Do-DVD & CD
DVD 1:
1. The Chain7. Never Going Back Again
2. Dreams8. Rhiannon
3. Eyes Of The World9. Come
4. Peacekeeper10. Gypsy
5. Second Hand News11. Big Love
6. Say You Will12. Landslide
DVD 2:
1. Say Goodbye7. Tusk
2. What's The World Coming To8. Stand Back
3. Beautiful Child9. Go Your Own Way
4. Gold Dust Woman10. World Turning
5. I'm So Afraid11. Don't Stop
6. Silver Springs12. Goodbye Baby
CD:
1. Eyes Of The World6. Landslide
2. Dreams7. Silver Springs
3. Rhiannon8. I'm So Afraid
4. Come9. Stand Back
5. Big Love10. Go Your Own Way

1977 kamen mir FLEETWOOD MAC mit ihrem weichgespültem Popsound grade recht um sofort ins finale Abseits gestellt zu werden. Schließlich hatte ich soeben die Ursprünge der Band entdeckt und mich reichlich mit Platten von the real FLEETWOOD MAC, CHICKEN SHACK, Gallagher und TEN YEARS AFTER eingedeckt. Verräter waren diese Splitterteile einer grandiosen Bluesrockband für mich. Dass "Rumours" zum zweitmeist verkauften Album aller Zeiten wurde, empfand ich als reaktionären Anschlag der Opel Kadett Generation. "Tusk", "Mirage", "Tango In The Night", allesamt Schmiermittel erster Güte und gruselig erfolgreich. Ja ja, diese Stevie Nicks hatte eine wunderbare Stimme, die andere, die mit dem Bassisten John McVie rumgemacht hat, sang noch "Perfecter". Gut, ein paar furchtbar schöne Lauschgiftsongs hatten sie auch im Angebot, manchmal sogar richtig fetzig. Aber insgesamt...

2003 haben die älteren Herrschaften sich nach diversen Trennungen, Zwischenlösungen mit anderen Gitarristen und Best Of Alben zu einem Comeback überreden lassen (muah, da hat allerhöchstens ein Finanzberater überredet) und vom ersten Konzert der obligaten Tour eine DVD mitgeschnitten. Wirklich aufregend fand ich die Vorstellung gut 2 1/2 Stunden Rentnerpop hören und SEHEN zu müssen (?) nicht. Aber: Don't judge a book by its cover!

Unnötig zu sagen, dass diese Doppel-DVD plus Bonus CD superschick aufgemacht ist - eine normale DVD hätte es angesichts der gesamten Spieldauer von gut 2 1/4 Stunden allerdings auch getan. Ebenfalls logisch, dass Sound und Bild perfekt in Szene gesetzt sind. Hätte jemand was anderes erwartet als eine Hochglanzproduktion? Frau McVie/Perfect ist natürlich nicht dabei, und ja, sie fehlt mir. Herr Buckingham ist zwecks penetranter Schauspielerei nur äußerst schwer erträglich, davon abgesehen ist er natürlich ein klasse Gitarrist. John McVie steht wie schon immer irgendwo im Hintergrund und zupft einen stoisch-schönen Bass und Trommler Mick Fleetwood lebt seinen Hang zum trommeln rollender Trommelwirbel gradezu exzessiv aus. Nebenher zieht er Grimassen und erweckt bei jeder flotteren Nummer als einziger in der Kapelle einen durchaus glaubhaften Eindruck von Spaß an der Sache. Außerdem hat er nach wie vor einen Hang zu Kniebundhosen und hässlichen roten Schuhen. Im Alter werden sie wunderlich.
Stephanie Nicks wird nächstes Jahr 40 oder 35. Diese DVD ist der Bildbeweis. Was sieht die Frau aber auch gut aus. Und ihr Gesang ist einfach umwerfend. Im Booklet bedankt man sich bei zwei Makeup-Spezialisten.

Die gespielten Songs sind hinlänglich bekannt, ein gelungener Zusammenschnitt der Vergangenheit plus einige neue Songs vom letztjährigen "Say You Will" Album (glücklicherweise mit Come, dem mit Abstand besten Stück dieser eher lauwarmen CD) und die Nicks-Soloschmonzette Beautiful Child. Als Song völlig unerheblich, aber entlarvend für den Zustand der Band, denn Stevie meint in der Ansage, dass ihr "erlaubt" wurde diese Nummer mit der Band zu spielen. We're only in it for the money, gell Mr. Buckingham. Da kann er sich noch so pathetisch beim Publikum bedanken und einschmeicheln. Ums kurz zu machen: Ich glaube diesen Herrschaften keinen Ton ihrer angeblichen Freude an der gemeinsamen Musik und dem ganzen Quatsch. Aber es klingt verdammt gut in seiner Verlogenheit!

Auf der riesigen Bühne tummeln sich jede Menge hochkarätige Stunt-Musiker, die aber bis auf eine kurze Vorstellung kaum je ins Bild kommen. Nur Percussionist Taku Hirano (u.a. auch bei Lionel Richie) darf mit Fleetwood gemeinsam ein Trommelsolo beisteuern. Dafür windet sich Lindsey B. unablässig durchs Bild.

Pause

So, ich musste schnell weg um zu Don't Stop eine Runde mit dem Chevy auf der Autobahn zu drehen. Go Your Own Way, Stand Back und Tusk liefen auch noch. Dazu braucht man natürlich einen DVD-Player im Auto, aber wir können es uns ja leisten. Was ich sagen will ist, dass FLEETWOOD MAC wirklich die Gabe zu wahnsinnig schönen Melodien haben, da beisst der Rezensent der Stevie kein Härchen ab. Schade eigentlich.
Trotz dem einen und anderen Seichtsong ist diese Doppel-DVD wohl ein Muss für die alten Fans - ob viele junge hinzukommen wage ich zu bezweifeln. Wenige alte Fans gibt es nicht und der "notleidenden" Band hat es bereits einen schmucken Charteinstieg in die U.S.-Charts beschert.
Schönes Teil, das grade noch ein Gleichgewicht zwischen Rock und Balladenpop bietet und deswegen beinahe uneingeschränkt zu empfehlen ist - vorausgesetzt man fährt das richtige Auto.

Tonformat: Dolby 5.1 & L-PCM Stereo
Bildformat: 4:3
Untertitel: 7 Sprachen, u.a. Deutsch
Ländercode: 2,3,4,5,6

Fred "U-Bahn" Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 25.08.2004

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