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Gary John Barden

The Agony And Xtasy

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The Agony And Xtasy
The Agony And Xtasy, Escape Music, 2006
Gary Barden Vocals
Michael Voss Guitars & Bass
Bertram Engel Drums
Gäste:
Michael Schenker Lead Guitar (Let Me Down)
Tommy Denander Lead Guitar (Need Of Some Love)
Axel Kruse Drums (Need Of Some Love)
Steve Morris Drums (Arise)
Martin Huch
Axel Urban
Barend Courbois
Matthias Rethmann
Produziert von: Michael Voss Länge: 43 Min 51 Sek Medium: CD
1. Hot Daze6. No More Reasons
2. Can't Stop Dreaming7. In & Out Love
3. Stop8. Arise
4. Let Me Down9. Change Of Wind
5. Wounded10. Need Of Some Love

Mehr als ein Vierteljahrhundert ist es her, seit Gary Barden auf der phänomenalen ersten LP der MICHAEL SCHENKER GROUP bleibenden Eindruck hinterließ. Mit Schenker ist bekanntlich nicht besonders gut auf längere Zeit auskommen, folglich blieben dem armen Gary in den letzten Jahrzehnten irgendwie immer nur die Lückenfüllerjobs bei der MSG und ein paar engagierte aber kommerziell missratene Versuche mit STATETROOPER, SILVER oder PRAYING MANTIS und vor zwei Jahren die Solo-CD "Past And Present", die eine grandiose Swing-Version von Armed And Ready bot, aber im Gesamten irgendwie an mir und der restlichen Welt vorbeigeplätschert ist. Aber Gary scheint unkaputtbar und taucht immer wieder auf, diesmal mit einer traditionellen und über weite Teile sehr sehr guten Rock-CD.
Die CD ist so traditionell, dass Kollege Schneider, der "Past And Present" und die letzte STATETROOPER besprochen hat und mit Barden vor etwa 1 ½ Jahren ein Interview führte, mit Sicherheit wenige lobende Worte gefunden hätte. Er ist nunmal kein Kind der Siebziger und ganz frühen Achtziger.

Wieder mit dabei sind Michael Voss (Sänger bei CASANOVA und längst etablierter Produzent vieler Acts; bemüht mal unsere Suchmaschine links unter dem Coverbildchen, dann bekommt ihr einen kleinen Überblick über sein Schaffen in den letzten Jahren) und Schlagzeug-Urgestein Bertram Engel, der auch schon bei SILVER tätig war. Lindenberg, Carlton, Maffay und zig andere können nicht irren und auch bei Barden sorgt Engel für ein gewichtiges Drum-Pfund. Dazu kommt eine kleine Flotte weiterer bekannter Namen, deren bekanntester, Überraschung!, Michael Schenker himself ist. Und der lässt auf Let Me Down ein begnadetes Solo fliegen. Klasse Song, mit Piano und richtig Rock'n'Roll-Dampf. Ja ja, immer wenn's in Richtung UFO geht, ist Doktor Seltsam ein Riese.
"The Agony And Xtasy" ist tatsächlich so retro wie es den Anschein hat. Voss und die anderen verbergen ihre Eighties-Affinitäten nicht, bei Barden ist das sowieso unmöglich, die Songs passen zu 80% auch, ergo ist das Plättchen mehr als gelungen. Saubere Riffrocker, gelegentliche Anleihen bei URIAH HEEP (Can't Stop Dreaming), RAINBOW/PURPLE oder WHITESNAKE (Stop), flächige Keyboards, die zum Glück aber nie die Gitarren verdrängen, und ganz viel Melodie prägen die CD. Neben der nach wie vor wunderbaren Stimme Bardens natürlich.

Nun ja, textlich sind das wohl keine Heldentaten, Barden singt lieber was gut klingt und lässt dabei das Phrasenschwein ein paar Mal umgehen, aber diese Art von melodischem Hardrock hat noch nie Anspruch auf Weltverbesserung gehabt. Geht schon in Ordnung so. Zwischendurch übertreibt er es auch ein bisschen mit der Ohrenfreundlichkeit und sülzt doch etwas zu übertrieben rum (Wounded hat auch einen wirklich scheußlichen Maschinenrhythmus in der Mitte und Change Of Wind ist arg tränig), aber das verzeiht man gerne, der Mann ist einer der wenigen Sänger, die auch Waschmittelwerbung ansprechend präsentieren könnten. Außerdem entschädigt gleich darauf No More Reasons für den erlittenen Schmalzschaden mit einem satten Slide- und Piano-Shuffle.

Da hat Herr Barden mit seinen Kumpels ein schönes und reifes Werk abseits aller Trends vorgelegt. Eine Tour wäre jetzt angebracht.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 14.04.2006

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