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Gemini Five

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Babylon Rockets
Babylon Rockets, Wild Kingdom, 2003
Tin Star Vocals
Snoopy Guitars
Hot Rod Teilmann Bass
Slim Pete Drums
Produziert von: Calle von Schewen & Johan Hargeby Länge: 45 Min 08 Sek Medium: CD
1. Babylon Rockets7. Poison Envy
2. TwentyFourSeven8. Automaticool
3. You Spin Me Round (Like A Record)9. Chemicals Between Us
4. Myself Esteem10. Hitchin' A Ride
5. Get It Off11. Neon Kicks
6. Hardcore12. Suicide Tuesday

Hoppla, ist die Zeit stehen geblieben? Glamrock, Hairspray-Metal, Poserkram ist plötzlich wieder in aller Munde und ein ganzer Sack voller Nietenträger mit seltsamen Frisuren springt derzeit durch die Gegend.
GEMINI FIVE kommen aus Schweden und sie könnten auch aus dem Jahr 1987 sein (was nicht ursächlich mit Schweden zusammenhängt). Damals sind die vier vermutlich noch mit der Rassel um die SWEET-LPs des großen Bruders gekrabbelt und dass sie einstmals selber Rockstars werden könnten, haben ihre Eltern damals sicher nicht vermutet.

Rockstars sind diese vier Burschen aus Skandinavien selbstverständlich noch lange nicht, trotz der Ankündigung "we got the looks, we got the songs, we got the best album ever to hit this planet". Ja ja, das haben schon viele gesagt und wurden danach nie mehr gesehen. Eines muss man ihnen allerdings bescheinigen: "Babylon Rockets" ist eine ordentliche Krach-LP mit Glitzerfaktor geworden. Es glittert und blinkert an allen Ecken und Enden und ab und an muss man richtig lachen ob der dreisten Diebstähle. Da wird sich doch bei allen einschlägigen Vorbildern bedient, dass sich die Balken biegen. MÖTLEY CRÜE sowieso, Alice Cooper beizeiten (Hardcore ist bestimmt ein vergessener Track von "Trash"), POISON allerorten, SWEET und T. REX leihen den ein oder anderen Lidschatten aus und die Produktion schielt gewaltig in Richtung frühe BON JOVI. Dazu noch ein bisschen KISS-Rock & Roll und fertig ist das Überlebenspaket für den Jung-Poser. Und möglicherweise auch für den übrig gebliebenen Spandexfan der Jahrgänge '68 bis '75.
Außerdem: Die Basslinie im Titeltrack ist bei Pete Way (das Tier von UFO) geklaut und ein paar Punk-Einflüsse sind auch da.

Chemicals Between Us ist die fällige Ballade, ohne die solche Platten niemals leben könnten. "Hey, schaut her, wir sind zwar die härtesten Jungs südlich des Jang-Tse, aber wir haben auch Gefühle". Das ist der wirklich völlig überflüssige Track dieser CD. Der Rest ist nämlich vorwiegend ziemlich geiler Rock & Roll in the fine tradition von Haarspray, großen Lightshows und furchtbar engen (Leder-) Jeans.

Luschdig ist das und fast gar nicht nervig. Vor allem Sänger Tin Star (ach ja, die Pseudonyme sind herrlich dämlich) ist durchaus angenehm zu hören. Und die Coverversion von You Spin Me Round (Like A Record) knallt tausendmal besser als das schwachsinnige Original von Stock/Aitken/Waterman.
Wir reden dann in ein paar Jahren weiter, wenn CD #5 oder 7 erschienen ist, und dann entscheiden wir, ob GEMINI FIVE wirklich wichtig sind. Einverstanden?

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 26.10.2003

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