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Georgie Fame & The Birthday Big Band

Live At The Kentish Town Forum, 26th June 1998

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Live At The Kentish Town Forum, 26th June 1998
Live At The Kentish Town Forum, 26th June 1998, Three Line Whip Records, 2004
Mitwirkende:
Georgie Fame
Ralph Salmins Madeline Bell
Zoot Money Ben Sidran
Derek Watkins Guy Barker
John Barclay Tony Fister
Pete Beachill Richard Edwards
Mark Nightingale Dave Stewart
Dave Bishop Nigel Hitchcock
Peter King Alan Skidmore
Art Themen Anthony Kerr
Dave Cliff Jim Mullen
Robin Aspland Geoff Gascoyne
Länge: 114 Min 38 Sek Medium: Do-CD
CD 1:
1. Yeh Yeh8. Little Samba
2. Ballad Of Bonnie And Clyde9. Dawn Yawn
3. Keeper Of The Blues10. Blues At The Bull
4. Strike Up The Band11. I Put A Spell On You
5. But Not For Me12. Vinyl
6. Will Carling13. Lil' Pony
7. Tuned In To You
CD 2:
1. Papa's Got A Brand New Bag6. Jimmy McGroove
2. Cool Cat Blues7. My Lady
3. City Life8. It Should Have Been Me
4. Singer9. AM Blues
5. The Blues And Me10. A Declaration Of Love

"Nach einem solchen Marathon brauche ich wohl nie mehr ins Studio zu gehen", hatte der auch leicht ergraut noch ewig verschmitzte Sonnyboy seinerzeit gefeixt. Bereits 1998, zu Georgie Fames 55. Geburtstag, entstand diese in Bestlaune abgefeierte und mitgeschnittene Rhythm & Swing Revue. Fame hatte sich wohl kaum ausgemalt, dass er bis zum Erscheinen dieser Party-Doppel-CD, mittlerweile 61 Jahre alt, ein halbes Dutzend Alben mit Bill Wyman und seinen Rhythm Kings sowie drei eigene Studioplatten abgeliefert haben würde ("Poet In New York" 2000, "Relationships" 2001 und "Charlestons" 2003) - von seinen Nebenprojekten in Skandinavien einmal ganz abgesehen.

Georgies GoJazz-Labelboss und stilverwandter Freund Ben Sidran führte charmant durch den Abend. Eins war schnell klar: Eine solche 'Das war ihr Leben'-Gala konnte natürlich auf die alten Hits nicht verzichten. Gleich der Gassenhauer Yeh Yeh zeigte aber, mit welcher Liebe zum Detail geprobt worden war: Wenn jeweils für die Introzeilen "Every evening..., I call my baby..." ein Bläsersatz sekundiert, dann lebt das Ganze weit über seinen Nostalgiewert hinaus. Sogar das vom Geburtstagskind ewig hassgeliebte Bonnie & Clyde erscheint hier erstmals als Live-Version. Georgie mag es in dieser von Count Basies Leib-Arrangeur Chico O'Farrel veredelten Form - und das sicherlich nicht nur, weil er schon 1968 mit der Count Basie Big Band durch das Vereinigte Königreich touren durfte. Exemplarisch wird durch einen Vergleich der Studiosingle mit dieser Version deutlich: die Phrasierungskunst des Vokalisten hat in drei Jahrzehnten eher zugenommen, die Kraft ist dabei weiter spürbar.

Dreizehn Bläser, unter ihnen die Trompeter Guy Barker und Derek Watkins, vier Posaunisten sowie die ebenfalls seit langem mit Fame verbundenen Saxophonisten Peter King, Alan Skidmore und Art Themen garantierten präzise, dabei warme Blech- und Holz-Breitseiten. Eine Rhythmus-Sektion aus Geoff Gascoyne (b), Ralph Salmins (dr), Dave Cliff (g) und Robin Aspland (p), der Vibraphon-Zauberer Anthony Kerr sowie diverse Gäste sorgten für satte Stimmung mit Biss. Zoot Money übernahm begeistert James Browns Papa's Got A Brand New Bag, denn Georgie war mit dem Dirigieren diverser Starts und Stops seiner Big Band voll beschäftigt. Anschließend wurde launig gestritten, ob Georgies Blue Flames oder Zoots Big Roll Band die schärfste R&B-Combo Sohos waren. Zoot: "No, he had the best!"

Jim Mullens Gitarre elektrisierte I Put A Spell On You, und die unverwüstlich jung gebliebene Blue-Mink-Madame Madeline Bell bereicherte drei Titel der Jazz-Oper "The Singer", die Georgie Fame zusammen mit Steve Gray verfasste und die bis heute nur im niederländischen Rundfunk aufgeführt wurde.
Mit Vinyl, Fames Tribute an die gute alte Schallplatte, und der Tour de Force Dawn Yawn über die Flamingo-Club-Ära der frühen sechziger Jahre, wird manches Juwel jenseits bekannter Charterfolge geboten: Little Samba schrieb Fame einst für ein internationales Song-Festival in Brasilien, Jimmy McGroove entstand unter dem Eindruck eines Konzerts des Hammondmeisters Jimmy McGriff, und die Ballade My Lady war eine Auftragsarbeit für den unvergessenen Toots Thielemanns als Tribute an dessen Ehefrau.
Klang die Feier auch mit dem melancholischen Declaration Of Love aus, es bleibt alles in allem ein wahres Feuerwerk.

Uli Twelker, (Artikelliste), 30.10.2004

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