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Ian Gillan

Live In Anaheim

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Live In Anaheim
Live In Anaheim, Thompson Music/Edel Records, 2008
Ian Gillan Vocals & Harmonica
Rodney Appleby Bass & Background Vocals
Randy Cooke Drums
Michael Lee Jackson & Dean Howard Guitars
Joe Mennonna Keyboards, Saxophone & Background Vocals
Gast:
Michael Bradford Guitar (Rivers Of Chocolate, Smoke On The Water, Trouble & Knocking At Your Back Door)
Produziert von: Nick Blagona Länge: ca. 120 Min Medium: DVD
1. Second Sight13. Texas State Of Mind
2. No Laughing In Heaven14. Sugar Plum
3. Into The Fire15. When A Blind Man Cries
4. Hang Me Out To Dry16. Men Of War
5. Have Love Will Travel17. Smoke On The Water
6. Wasted Sunsets18. Trouble
7. Not Responsible19. Knocking At Your Back Door
8. No WorriesBonus:
9. Rivers Of Chocolate (aka G Jam)Tour Featurette Video
10. Unchain Your BrainIan Gillan Interview
11. Bluesy Blue SeaPhoto Gallery
12. MoonshineMemorabilia Photo

Keinen Monat ist es her, als wir "Live In Anaheim" nur hörtechnisch beschreiben konnten. Nun ist auch die zugehörige DVD seit drei Tagen auf dem Markt und es gilt der bereits gesagte Satz: "… in diesem Fall darf man sich getrost beide Formate genehmigen, weil so viel Gaudi selten ist." Und es ist in der Tat so, Ian Gillan und seine Band hatten bei dieser Tour so viel Spaß in den Backen, dass die leicht anachronistische Bildqualität des Videos überhaupt keine Rolle spielt.
Jetzt wird auch klar, warum Gillan von einer (aus Altersgründen) vergessenen Setlist und Remindern spricht. Zu ein paar Songs kommt ein Nummerngirl auf die Bühne gestakst und hält die nächste Runde, also den nächsten Titel, in die Höhe. So geht eben ein Ian Gillan mit dem Thema "Der Greis ist heiß" um.

Die Band ist eine Augenweide. So freundschaftliches Zusammenspiel sieht man selten und die daraus resultierende Jam-Stimmung erinnert nicht nur an manche PURPLE-Konzerte der jüngeren Vergangenheit, sondern speziell gitarristisch an das blinde Verständnis zwischen den Herren Moody und Marsden bei M3 oder davor mit der COMPANY OF SNAKES beziehungsweise ganz früher bei WHITESNAKE. Die hier tätigen Michael Lee Jackson und Dean Howard geben wirklich alles, und das ist viel, sehen dazu noch großartig aus, und grinsen jeder für sich alleine in den zwei Stunden mehr als ein gewisser Herr Blackmore in den letzten dreieinhalb Jahrzehnten.
Basser Rodney Appleby entpuppt sich als pumpendes Rhythmustier und Joe Mennonna hat behaarte Arme und sicher auch einen solchen, iiih, Rücken, dafür hat man noch in keiner Gillan-Band ein so herzliches Piano und Alt-Horn gehört. Roger Glover dürfte dem Kollegen Appleby interessiert zuhören und Don Airey sollte es dringend bei Mennonna tun.

Die gute Stimmung in der Gruppe dokumentiert Michael Lee Jacksons Texas State Of Mind, bei dem Gillan im Hintergrund mit dem Tambourin rockt und vorne Jackson mit Howard eine grandiose Gitarrenschlacht veranstaltet. Ärgerlich, dass diese Shows an uns vorbeigegangen sind, man kann sie nämlich ohne weiteres auf eine Stufe mit den besten Auftritten von THUNDER setzen. Messerscharfe Gitarren, unglaubliche Gesangsaktion, eine erstaunliche Rhythmusabteilung und grandiose Songs von vorne bis hinten. So funktioniert Rock'n'Roll-Entertainment. Nicht mal ein Schlagzeugsolo stört in solchen Fällen.

Noch ein Wort zum gastierenden PURPLE-Produzenten Michael Bradford. Der hat als eigentlich vollkommen fachfremder Mann nicht nur die beiden letzten Platten "Bananas" und "Rapture Of The Deep" großartig gedeichselt, er geht auch mit vollem Leib und noch mehr Seele an die Aufgabe, zu Smoke On The Water einen attraktiven Gitarrenbeitrag zu leisten. Oder er funkrockt über alle Zähne feixend beim Jam Rivers Of Chocolate vollfett daher. Mit dem Auftritt bei Gillan ging offensichtlich ein ganz großer Wunsch des mächtigen Kerls und Produzenten von u. a. Terence Trent d'Arby in Erfüllung. Nicht nur wir Ticketkäufer und Schreiberlinge sind Fans, auch die großen Namen im Business haben noch manchmal feuchte Augen.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 21.04.2008

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