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The Mood
The Mood, Metal Axe Records, 2007
Raven Black Vocals
Max Treme Guitar
Ejay Kayman Bass
Nathan-T Drums
Produziert von: Markus Schlichtherle Länge: 45 Min 21 Sek Medium: CD
1. The Mood7. The Warrior Waltz
2. In The Night8. A New Day
3. Say Yeah9. Till You Came
4. Take My Advice10. Rock And Roll
5. Each Dream Becomes True11. Desperate Living
6. Knocking At Your Door

Sorry, aber muss man die Musikervereinigung GLAMOUR als echte Band bezeichnen? Keine Homepage, nullkommanull Info irgendwo, mäßig einfallsreiche Pseudonyme und dann noch irgendwas zwischen Glam- und Hard Rock der vorgestrigen und grade wieder angesagten Schule. Aber der beigelegte Schlüsselanhänger sieht kultig aus. Immerhin.
Das Cover ist auch geil. Diese Eierstühle sind zwar höllisch unbequem, erinnern aber an "A Clockwork Orange" und eine Studentin des Jahres 1977, die wahnsinnig gut aussah und Nachhilfe in Mathe gab. Hat zwar außer der gerade noch geschafften Versetzung in die Abschlussklasse nachhaltig wenig gebracht, aber sie stand auf langhaarige Jungmänner. Ja nun, die schöne Frau ist inzwischen auch um die 50. Und außerdem hat Differentialgeometrie mit "The Mood" sowieso nichts zu tun.

Machen wir es kurz. GLAMOUR haben eine CD eingespielt, die irgendwie deutsch klingt. So ordentlich, gewissenhaft, aufgeräumt und diszipliniert. Glam mit Poliboy-Möbelpolitur sozusagen. Das ist kein bisschen verrucht, anzüglich und sexy. Schade. Dabei rockt es über die meiste Zeit absolut anständig, aber der Dreck fehlt und der Wille zum Exzess ist nicht erkennbar.
Drei Vergleichsbands drängen sich auf: KROKUS, SLADE und POISON. Und zwar alle drei nicht zu ihrer besten Zeit. Will heißen: kein Boogie, kein enthemmtes Hurra-Gebrüll, kein Every Rose Has Its Thorn. Nur 11 relativ gleichförmige Songs, die am Ende trotz des zweifellos vorhandenen Rock-Faktors irgendwie ineinander verschwimmen. Hey, die Hookline ist es, die einen Hit ausmacht. Und genau daran mangelt es "The Mood". Beim Titelsong wäre der Hook da, aber die Nummer ist einfach zu schlapp. Ansonsten kracht es durchgehend anständig, bloß brennt sich nix ins Ohr ein. Einzige Ausnahme ist vielleicht Say Yeah, doch auch hier wäre etwas mehr Begeisterung am eigenen Tun nicht hinderlich gewesen.

Eigentlich haben die vier - nicht mehr ganz jungen - Musiker eine große Chance vergeben. Neben der nicht existenten Öffentlichkeitsarbeit haben sie nämlich auch verpasst, sich den grade vorbeidampfenden Glam-Zug zunutze zu machen und mit einer handvoll lustiger Krawummhymnen für Spaß im Kinderzimmer zu sorgen. Man verbleibt leicht ratlos angesichts solcher Veröffentlichungen.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 20.02.2007

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