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| Gotthard, Nuclear Blast, 2009 |
| Steve Lee |
Vocals |
| Leo Leoni |
Guitars |
| Freddy Scherer |
Guitars |
| Marc Lynn |
Bass |
| Hena Habegger |
Drums |
| Gast: |
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| Nicolò Fragile |
Keyboards |
| Produziert von: Richard Chycki |
Länge: 48 Min 27 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Shangri-La | 7. Don't Let Me Down |
| 2. Unspoken Words | 8. Right From Wrong |
| 3. Need To Believe | 9. I Know, You Know |
| 4. Unconditional Faith | 10. Rebel Soul |
| 5. I Don't Mind | 11. Tears To Cry |
| 6. Break Away | 12. Ain't Enough (Bonus) |
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Wenn man "Made in Switzerland" liest, weiß man, auf was man sich einzustellen hat. Nämlich auf Präzision und gute Qualität. Das mag mit ein Argument gewesen zu sein, warum die Schweizer Hardrocker GOTTHARD – die immer das zweite T auf den Kopf stellen – ihre letzte Live-Scheibe genauso titulierten. Inzwischen liegen schon wieder 3 Jahre und bis vor kurzem eine weitere Studioscheibe dazwischen. "Domino Effect" hieß der letzte Studiosilberling und zeigte den Weg zurück zur alten Präzision. Denn, und das dürfte dem geneigten Leser im guten Haus des Rock nicht neu sein, zwischenzeitlich hatte sich der erfolgreichste Rockexport aus dem Land der Eidgenossen doch etwas zu sehr aufs Balladenschreiben und –singen fokusiert. Das brachte zwar hohe Chartplatzierungen ein, aber dem treuen Fan so manche Falte auf die Stirn. Hatte man 1996 bei "G." noch Lobeshymnen über einen weiteren geilen Rockact geschrieben, flauten die Hymnen doch mit den folgenden Alben "D-Frosted" (das ging noch), "Open" und "Homerun" deutlich ab. Sicherlich konnten sie im Land der Berge und guten Schokolade weiterhin die Poleposition für sich behaupten, wenn sie was Neues aus dem Studio rollten, aber das Quintett blieb meist hinter den Erwartungen der hardrockenden Gemeinde. Vorbei die Zeiten, in denen Alben wie das Debüt oder der Nachfolger "Dial Hard" einem den Kalk beim Bangen in der Rübe durcheinanderwirbelte; GOTTHARD begaben sich auf den Weg, den alle erfolgreichen Hardockbands gingen: man biederte sich in den Charts mit Schmusesongs an. Gut, damit war man in guter Gesellschaft, wie die Scheiben z.B. von den SCORPIONS oder BON JOVI zum ausklingenden Jahrtausend zeigten, aber überzeugend war das nicht mehr. "Human Zoo" von 2003 deutete langsam an, dass die rockenden Eidgenossen den Ruf der Fans gehört hatten, sich aber scheinbar noch nicht so richtig trauten, wieder Gas zu geben. "Lipservice löste die Handbremse, "Made In Switzerland" überzeugte als taffes Livedokument einer der besten Rockbands, die es derzeit auf dem Globus gibt, "Domino Effec!" packte das richtige Gemisch wieder in den Tank – die Karre nahm wieder Fahrt auf.
Nun liegt "Need To Believe" auf der Ladentheke und wir stellen fest: das Adrenalin ist auch wieder da. GOTTHARD sind wieder da, wo wir sie am liebsten hatten und haben: Auf der Route 66, auf dem hartrockenden Highway, gespickt mit Hymnen, Stampfern, Rockern und allem was die kopfnickende Fanschar begehrt.
Shangri-La eröffnet mit seinem orientalischen Touch vorsichtig den neuen Rundling (würde mich nicht wundern, wenn wir dieses Teil auch bei den Konzerten um die Ohren gehauen bekommen – bettelt förmlich danach), um nach einer knappen Minute loszurocken und Steve Lee's Organ das erste Mal in einem schleppenden Gesang zu präsentieren. Unspoken Words klingt wie ein Überbleibsel des "Domino Effect", Need To Believe treibt im Refrain schön nach vorne, Unconditional Faith hätte auch von Mr. Bon Jovi geschrieben worden sein und hält sich eher im Midtempobereich auf.
Bei I Don't Mind fällt das trocken hingerotzte Riff aus Leo Leonis-Gitarre auf. So furztrocken klangen GOTTHARD das letzte Mal auf "Dial Hard", und hätte auf der Scheibe auch gut seinen Platz finden können. Grandios, wie in der letzten Minute noch ein kleines, lockeres Gitarrenduell aufs Notenpapier gekritzelt wird. Das Lied macht echt Spass.
Break Away ist das erste etwas schwächere Stück und trotzdem nicht schlecht. Klingt ein wenig nach "Sing-A-Long" mit Feuer im Hintern.
Dass Steve Lee und seine Mannen das Balladenschreiben nicht verlernt haben, beweist Don't Let Me Down, und wird live sicherlich die Feuerzeuge heiß werden lassen. Right From Wrong feuert dann aus beiden Rohren und der Gaspin wird wieder durchgetreten. Bei I Know, You Know wartet man nach den ersten Gitarrentönen auf Klaus Meine, wie er "Time, it needs time..." ins Mikro haucht, aber nix. Hier kommt keine Schnulzenballade, sondern ein Text der nachdenklich macht, prangert er doch auch die Anonymität des Internets an, in dem man sich hinter Phantasienamen versteckt, um der Wirklichkeit zu entfliehen.
Rebel Soul nimmt dann wieder Fahrt auf und rockt, dass es die reinste Freude ist. Tears To Cry beendet die offizielle Scheibe mit einer typischen GOTTHARD-Ballade, wobei man sich von den ruhigen Tönen zu Beginn nicht in die Irre leiten sollte. Ain't Enough, der Bonussong dieses überaus starken Albums, beendet dieses breitbeinig-rockend.
In dieser Verfassung sollten GOTTHARD noch lange auf dem Olymp der Rocker verweilen können. Hier ist eine Band wirklich "Made in Switzerland" – präzise, hochqualitativ und man weiß, was man hat: nämlich eine der besten Bandkonstellationen mit einer der besten Röhren, die das Business zu bieten hat. Demnächst in Deutschland mit EUROPE und in Frankreich mit DEEP PURPLE unterwegs. Die Mitreisenden dürften es schwer haben.
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