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One Team One Spirit

The Very Best
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One Team One Spirit - The Very Best
One Team One Spirit - The Very Best, BMG Ariola, 2004
Länge: 149 Min 55 Sek Medium: Do-CD
CD 1: Rock - The Very Best
1. Sister Moon11. Make My Day
2. Mighty Quinn12. Fire & Ice
3. Mountain Mama13. Fist In Your Face
4. Top Of The World14. No Tomorrow
5. Eagle15. Light In Your Eyes
6. Human Zoo16. Cheat & Hide
7. What I Like17. Standing In The Light
8. Inside Out18. Hush
9. Movin' On19. Firedance
10. Why Don't We Do It
CD 2: Ballads - The Very Best
1. Homerun10. You
2. Have A Little Faith11. Say Goodbye
3. Reason To Live12. Let It Be
4. One Team One Spirit13. What About Love
5. Heaven14. Janie's Not Alone
6. All I Care For15. First Time In A Long Time
7. Love Soul Matter16. One Life One Soul (feat. Montserrat Caballe)
8. Still I Belong To You17. Everything Can Change (Piano Version)
9. Let It Rain

Wäre diese Doppel-CD eine altmodische Vinyl-Doppel-LP, es wäre der klassische Fall von "LP 1 völlig durchgespielt und zerkratzt, LP 2 wie neu". Zum Abschied vom Major BMG gibt es mal wieder eine "Best Of" der Band aus der Schweiz. Und gar nicht mal so ungeschickt hat man den ersten Teil mit den Rockern bestückt und die Balladen auf die "Rückseite" verbannt.

GOTTHARD haben zwei Gesichter. Das böse zweite Gesicht zeigen sie seit ca. 1997, also seit der grässlichen akustischen "Defrosted". Natürlich, Balladen haben sie seit jeher gemacht. Ist auch nicht schlimm, jede Hardrockband muss das und zwischendurch ist's direkt angenehm. Aber kaum eine Band der härteren Abteilung hat jemals so unverblümt auf das Friseusen-in-Mutterschutz Publikum geschielt wie GOTTHARD. Kommerziell hat es ihnen nicht geschadet, im Gegenteil, aber beim Stammpublikum haben sie viel Kredit verspielt. Bei mir auch. Erst vor kurzem, beim DEEP IMPACT Festival in München, konnten sie mich auch live wieder beinahe überzeugen. Deswegen wird hier über die "The Very Best Ballads"-Seite auch nicht weiter gesprochen. Ist eben Kuschelrock und in dieser Ballung kaum erträglich für "echte Kerle". Ganz arg wird's in der Kombination mit der Sopran-Schrapnelle Montserrat Caballe. Erwähnenswert ist einzig, dass die Neukomposition What About Love gar nicht mal wirklich übel ist. Dem steht die Entwicklung der beiden neuen Rocksongs diametral gegenüber. Leider. Inside Out und Fire & Ice sind nämlich langweilig.

Womit wir bei "Rock: The Very Best" wären. GOTTHARD haben drei tolle Hardrock-Platten zu Beginn ihrer Karriere gemacht. Mit Sänger Steve Lee haben sie einen der (auch stimmlich) sympathischsten Frontmänner überhaupt und Gitarrist Leo Leoni hat mit wechselnden Saitenpartnern immer für mächtig Wirbel gesorgt. Unnötig zu sagen, dass Chris von Rohr (ex KROKUS) über Jahre in vielen Belangen ein wichtiger Bestandteil der Band war. Entsprechend ist die Zusammenstellung der Fetz-Abteilung selbstredend völlig gelungen. "Gotthard", "Dial Hard" und "G." strotzten gradezu vor Krachern. Obligatorisch auf einer "The Very Best" von GOTTHARD sind natürlich die Cover von Mighty Quinn (kommt wirklich nur ganz knapp nach der Version von Manfred Mann), Hush von Joe South und Why Don't We Do It von Lennon und dem anderen, dessen Name ich nur in Schmähartikeln ausspreche.

Hatten die Schweizer noch 1995/96 die Fist In Your Face, war die Herrlichkeit bei den folgenden Scheiben "Open", "Homerun" und "Human Zoo" bemitleidenswert dahin. Selbst wenn mal ein knackiger(er) Song aufgeführt wurde, mehr als sattsam bekannter Mainstream kam nicht mehr dabei rum. Light In Your Eyes, No Tomorrow, gähn, Bon Jovi lässt grüßen. Top Of The World - SCORPIONS-Rip-Off - immerhin nett gemacht. Cheat & Hide, da hilft nicht mal die Slidegitarre, es ist einfach zu offensichtlich in Richtung Charts gezielt. Wenn gleich im Anschluss Standing In The Light vom ersten Album kommt, wird mancher Neuling erschrecken, es ist aber trotz Gitarrenoverdrive die gleiche Band!

Ob sie noch jemals so dampfen werden wie beim Firedance und mit der Mountain Mama schlimme Sachen anstellen, oder ob der Sponsorenvertrag mit British Airways endgültig zur Abflughallenbeschallung führt? Es bleibt abzuwarten wohin der Weg dieser Band mit eigener Plattenfirma und neuem Management gehen wird. Ich mag sie in der loud & heavy Variante eindeutig lieber.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 29.08.2004

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