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CD-Review:
GrobschnittThe History Of Solar Music Vol. 1 & 2 |
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Sieben Kopien darf man für den Privatgebrauch von einer Original CD machen. Das macht man nicht, denn was soll man mit acht Exemplaren eines Albums anfangen? Auf keinen Fall empfehle ich, die vorliegenden Grobschnitt CDs zu kopieren, denn die Booklets muss man im Original haben. Geballte Information über die verschiedenen Versionen des Titels Solar Music, Wissenswertes über die Band, die mal den Beinamen "Kiffer der Nation" hatten. Es gibt Infos über die verschiedenen Fans von 1968 bis heute und dann natürlich die Einleitung von EROC. Zitat Anfang: Na, den Stein des Anstoßes gefunden? Richtig, es geht um den Stotterneger. Nun aber endlich zur Musik. Es geht um die Geschichte des Titels Solar Music. Er wurde bei allen Livekonzerten gespielt und das nicht ohne Grund. Der Begriff "Krautrock" ist wohl untrennbar mit diesem Song verbunden. Ich will nun GROBSCHNITT nicht auf dieses eine Lied reduzieren, aber es war das Filetstück ihres Wirkens. Erinnert mich an GRATEFUL DEAD und Dark Star. Aber das ist eine andere Geschichte. Welche Version ist nun die Beste auf den vier CDs? Eigentlich klar. Warburg 1978, oder etwa doch Osterholz 1973? Eher dann wohl Köln 1979, bzw. Münster 1979. Ach was, die Mysteria Version, eine Aufnahme von der niemand weiß woher sie stammt - schließlich hat EROC über 150 Versionen des Songs in seinem Archiv. Ich kann mich nicht für eine Lieblingsversion entscheiden. Warum auch? Jede Version hat ihre Stärken. Man kann Solar Music genießen wie eine Reise ins eigene Ich, dabei träumen, dann wieder aufspringen und sich an den gigantischen Soundcollagen aufputschen. Demnächst wird die Reihe mit Teil drei fortgesetzt und auch ein vierter Teil soll geplant sein. Ich freu' mich drauf und mittlerweile habe ich meine Lieblingsversion doch noch gefunden, das heißt, den besten Weg Solar Music zu genießen. Ich fange mit CD 1 an, lege dann Nummer zwei ein und so weiter. Es gibt ja Konzeptalben, warum auch nicht Konzeptsongs? Die Tracks sind zwar schön in SKIP IDs aufgeteilt, aber mal ehrlich: Zerstückelt hören will doch niemand. Dieser Song gehört am Stück genossen und die nächsten Versionen am besten gleich hinterher. Wolkenreise heißt EROC's Label. Auch gut, aber für mich ist es eine Zeitreise - zurück in die Zukunft. Ulli Heiser, (Impressum, Artikelliste), 05.05.2002
GROBSCHNITT spielten in ihrer 19-jährigen Karriere 1.356 Konzerte und veröffentlichten 14 Alben. Wer die wilden Pionierjahre der deutschen Rockmusik am eigenen Leibe miterlebt hat, wird sich nun fragen, ob es mir dann überhaupt zusteht "The History Of Solar Music Vol. 1 & 2" zu besprechen. Solar music war das Herzstück eines jeden GROBSCHNITT-Auftritts, doch jede Version war anders. Es war die Spielwiese der Band, auf der sie sich in mitunter bis zu sechzig Minuten lang austobte. Dabei orientierte man sich zwar an den Grundmustern des Stückes, in erster Linie aber war Solar music ein unberechenbarer Improvisationsmoloch, quasi GROBSCHNITTs Antwort auf GRATEFUL DEADs Dark star. Auf die einzelnen Versionen von Solar music im Detail einzugehen würde den vorhandenen Rahmen sprengen. Nur soviel: Nach einem zumeist recht rockigen Auftakt, driftet das Stück immer mehr in ruhigere Gefilde ab, ohne jedoch zu verwässern oder zu langweilen. Mich erinnert Solar music, neben den Verweisen auf die Siebziger-Progressiv-Saurier, vor allem an die Kompositions-Schule deutscher Elektroniktüftler wie Klaus Schulze oder Eberhard Schöner, mit dem gravierenden Unterschied, dass GROBSCHNITT dieses Stück eben nicht überwiegend elektronisch erzeugt, sondern ganz traditionell mit Gitarre, Bass, Keyboards und Schlagzeug. Heute würde man das sicher Chill-Out-Music nennen, Anfang der Siebziger war das schlichtweg Sphären- oder Kiffer-Musik. Jede Version hat ihre Eigenheiten und bietet dem Hörer viel Interessantes zu entdecken. An die Münster '79-Version schließt sich das selten live gespielte Merry-go-round an, Warburg '78 enthält eine äußerst amüsante Warnung vor dem Bühnennebel und die 74er-Studioversion präsentiert Solar music in der Form, in der es Eroc schon damals gerne aufgenommen und veröffentlicht hätte. Neben viel Solar music und dem schon erwähnten Merry-go-round gibt es noch den einen oder anderen Titel zu entdecken. Alles in allem ist "The history of Solar Music I & II" ein wahres Schatzkästchen für Freunde der Band und für einen bisherigen Kostverächter wie mich ein netter Appetitanreger um sich eingehender mit GROBSCHNITT zu befassen. Beide Doppel-CDs kommen dazu mit einem aufwändigen Booklet inklusive ausführlicher Linernotes von Eroc mit Erinnerungen und Anmerkungen zu den einzelnen Aufnahmen. Mit einer Passage schießt der gute, ehrenwerte Herr Joachim Heinz Ehrig allerdings weit über das Ziel hinaus: "Betrachtet man die zeitgenössische Trivialmusik heute, wird eins klar: Hüpfschinken in Sparverpackung und gestikulierende Stotterneger beherrschen mit rechnerkonstruierter Versatzstückware das Feld." Es ist ja schön, dass uns Freund Eroc seine unwesentliche Meinung über das aktuelle Musikgeschehen aufnötigt, und der eine oder andere wird sicher bei dieser Ausführung geschmunzelt oder zustimmend genickt haben. Die Wortwahl und Ausdrucksweise ist aber für mein Dafürhalten allerunterste Schublade. Sie zeugt von einer gewaltigen Arroganz, einem Standesdünkel und nicht zuletzt von einem gehörig ausgeprägten Alltagsrassismus. Wer zudem noch auf seiner Homepage konsequent das Wort 'Link' durch 'Verbindung' ersetzt, der muss sich dann wirklich nicht wundern, wenn ihm von nun an ein 'Geschmäckle' anhaftet. Martin Schneider, (Impressum, Artikelliste), 05.05.2002
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