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Bullfight Blues
Bullfight Blues, Der Meisterbetrieb / Alive, 2003
Bushy Vocals
Dr. Uwe Guitar, Vocals
Battermann Bass, Vocals, Lead Vocals (196)
Schroederone Drums, Vocals
Produziert von: Gutbucket & Enno Heymann Länge: 45 Min 02 Sek Medium: CD
1. Fuel For My Greed7. Slow Down
2. 82 Hours Bus Hellride8. 196
3. Stripped Bare9. The Man Who Sold His Soul
4. Rolloverplaydead10. Double Golden Pleasure
5. When Girls Love The Devil11. High
6. Dead Horse (Sore Ass)12. Set Me Free

Rumpel, pumpel, schnädderädäng. Es klappert die Mühle am rauschenden Bach. Im Presseinfo steht "Staub, Sprit und verbranntes Gummi riechen überall gleich. Kurz: Rock'n'Roll". Wat is? Ich hör ja viel Rock'n'Roll, aber nach Sprit und Gummi riecht das bei mir zuhause nicht. Außerdem heißt es nicht das Gummi sondern der Gummi (zumindest in Bayern). Und überhaupt weiß ich nicht, warum uns die Scheibe jetzt erst ins Haus flattert, wo sie doch schon im April veröffentlicht wurde. Und warum steht in einem Presseinfo zu einem 12-Tracker genau ein einziger Song als Anspieltipp?

Ist ja egal. "Bullfight Blues" ist auf jeden Fall die zweite CD der Kieler und sie ist gut. Gradeaus, ohne größere Schnörkel, druckvoll. Also zumindest größtenteils. Ein, zwei Langweiler finden sich und da weiß ich nicht so recht, wo die Band hin will. Wenn's um strange Sounds geht, können das die MASTERS OF REALITY besser, weil die schneller wieder zurück zum Rock finden. Aber auch das ist egal, weil der Rest der Scheibe wirklich cool ist.

Wäre Lemmy ein Stoner-Rocker und MOTÖRHEAD ein kleines bisschen moderner, so könnte eine aktuelle CD der Warze klingen. Andererseits klingen GUTBUCKET durchaus variabler und cleaner als der Mann mit den weißen Cowboystiefeln.
Wir reden also von Stoner Rock & Roll mit kräftig Dreck am Verstärker und einem Schuss Punk (196 - gefällt mir übrigens nicht das Gegröle).

Dafür haben die Burschen durchaus noch ein paar Blues-Roots und das bekommt ihnen auch ganz gut. Nimmt die sinnlose Brutalität raus und tut gut im Ohr.
Immer wenn es stoner-artig mit dicken Gitarrenbreitseiten abgeht, haben GUTBUCKET ihre stärksten Momente. Fein ausgearbeitet und es rrrrockt. Ordentlich produziert ist das Ding auch, klingt fett und dröhnt durchs Haus wie nix.

Wenn die Band so weiter macht und nicht auf halben Weg umkippt oder irgendwo auf lokaler Ebene stehen bleibt, haben wir es mit einer großen Hoffnung zu tun. Bis dahin haben wir nur eine wirklich gute CD in den Händen. Time will tell.
Und Rock'n'Roll stinkt immer noch nicht nach Gummi!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 11.09.2003

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