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Red Velvet Car
Red Velvet Car, Eagle Rock (edel), 2010
Ann Wilson Vocals, Flute, Forces of Nature
Nancy Wilson Vocals, Guitars, Mandolin, Autoharp, Dobro, Weather Systems
Ben Mink Guitars, Gypsy Fiddle, Viola, Lap Steel, Programming, Vocals, String Arrangements, Magic
Ric Markmann Bass, Citizenship
Ben Smith Drums, Percussion, Prowess
Gäste:
Craig Bartock Dobro (Safronia's Mark), Wingding
Geddy Lee Whistle (Death Valley), Mazel
Produziert von: Ben Mink Länge: 45 Min 11 Sek Medium: CD
1. There You Go8. Death Valley
2. WTF9. Sunflower
3. Red Velvet Car10. Sand
4. Queen CityBonus Track:
5. Hey You11. Bootful Of Beer
6. Wheels12. Closer To The Sun
7. Safronia's Mark

So kann analog klingen (wobei ich gar nicht weiß, ob das analog aufgenommen wurde): warm und 'natürlich', aber ohne drucklos und verwaschen zu sein; hängt eben alles von der Songqualität ab.

Die Wilson Sisters haben eine neues Werk auf den Markt gebracht, das eigentlich jedem zeigt, wie ein Unplugged-Album klingen kann, wenn man jetzt nicht nur auf der Klampfe rumschrubbt, aber gleichzeitig nicht kritiklos King Elektro huldigt. Das handgemachte, auf die Qualität des Songwritings setzende Stück Musik klingt gut, abwechslungsreich und Anyplace-anytime-anywhere, wird allerdings denjenigen, die HEART mit Barracuda, Magic Man oder Rock'n'Roll identifizieren – sprich den elektrifizierten Hard Rock Songs – nicht durchgehend gefallen.

Zwar gibt es hier natürlich einige Uptempo-Songs (staubtrocken-reduziertes wie das wundervolle There You Go mit schönen, fettem Bass oder das vergleichbare Safronia's Mark), regelrechte Rocker (WTF, Wheels, Death Valley und der europäische Bonustrack Bootful Of Beer), und eben auch einige echte Balladen (Red Velvet Car, Sand, Closer To The Sun). Die HEART-typische Vokallinien hört man aber nur in Queen City und Hey You und in Summe ist das eben keinen Powerrock mit wüsten Gitarrenattacken oder langen Soli. Das ist eher eine Singer/Songwriter Album.

Die Qualität der Songs ist bis auf den mir nicht zusagenden, eher langweiligen Song Hey You hoch und wirklich gut, und hat eben etwas von dieser Altersweisheit, die schon vieles gesehen hat, nicht mehr alles muss aber durchaus könnte; nicht verkalkt ist und im Gestern hängt. Unter der Prämisse, dass man kein Strompower-Album erwerben will, aber nach solidem, abwechslungsreichem, melodischem Songwriting sucht, ist man hier richtig.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 09.09.2010

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