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Live At The Full Throttle Saloon

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Live At The Full Throttle Saloon
Live At The Full Throttle Saloon, Sanctuary Records, 2004
Jesse Dupree Vocals, Guitar, Chainsaw
Chris Worley Drums
Jeff Worley Guitar
Roman Glick Bass
Produziert von: Mike Ballard & Jackyl Länge: ca. 70 Min (Konzert) Medium: DVD
1. The More You Hate It13. Dirty Little Mind
2. Mental Masturbation14. Redneck Punk
3. I Stand Alone15. She Loves My Cock
4. Mr. Evil16. Billy Badass
5. You Want It Heavy17. The Lumberjack
6. Push Comes To ShoveDVD Extras:
7. Secret Of The BottleBilly Badass (Video)
8. When Will It RainBand cooking
9. Down On MeRigging

Gutes Aussehen und Durchhaltevermögen muß man Jesse Dupree attestieren. Hatte er doch 1992 seinen einzigen Hit mit dem Kettensägenmassaker-Boogie The Lumberjack und seitdem nur noch Rohrkrepierer. Trotzdem steht er mit JACKYL nach wie vor auf den Bikerbühnen und schraddelt seine Version von Redneck-Heavy-Punk'n'Roll ins Volk.
Diese DVD dokumentiert einen Auftritt vom Bikerfest in Sturgis im Full Throttle Saloon (eine Open-Air Location und falls jemand mit dem Namen etwas assoziiert... ja, es kommt hin) aus dem Jahr 2003 und sie dokumentiert auch das Problem der Band: Da ist nur Krach und Getue, aber keine Songs!

Zwischen ROSE TATTOO, Pistolen & Rosen und AC/DC für geistig ganz verarmte Zeitgenossen lavieren sich JACKYL gut 70 Minuten lang durch ihre paar wenigen CDs und blamieren sich (und ihre damals gut rockende erste Scheibe) so gut wie möglich. Wenn der Sound beim Konzert ähnlich erbärmlich war wie auf der DVD, ist die (relative) Begeisterung des trunkenen Publikums noch weniger zu verstehen. Da allerdings bereits die bloße Erwähnung eines Namens wie Ronnie Van Zant das Volk zu Jubelstürmen verleitet... nun ja, Amis halt und Biker obendrein. Daß im dazugehörigen Lied Secret Of The Bottle die halbwegs ordentlichen Gitarrenlinien mittels Studiotechnik hinzugefügt wurden hört ein Blinder.

Drummer Chris Worley - wie sein Bruder an der Gitarre seit Anfang dabei - sitzt in der Unterhose hinter seinem Schlagzeug und sieht dabei so lächerlich aus wie die Kapelle insgesamt anmutet. Einzig Down On Me hat wenigstens einigermaßen partykompatiblen Charakter. Bereits bei Dirty Little Mind ist die Gitarre im Anfangssolo wieder overdubbed - der Rest klingt dröge und stupid.
Dupree gibt sich wirklich alle Mühe, springt sogar nackig über die Bühne und sieht dabei x-fach lustiger aus als die sinnlos herumstehenden Tussen mit ihren Plastiktitten. Dennoch, es hilft nix, aus einer Band ohne Songs und mit beschränktem Können, macht auch ein Bühnentier wie Jesse-Boy kein Ereignis.

Gegen Ende schaffen es die vier Asseln tatsächlich, dem Treiben doch noch etwas wie Würde, hüstel, zu verleihen. She Loves My Cock vom ersten Album (das von Producer Brendan O'Brian durchaus mit Swing versehen wurde), rockt trotz aller Beschränktheit und Billy Badass hätte vor Jahren beinahe zu einem zweiten kleinen Hit gereicht. Dabei kommt bereits eine abstruse Konstruktion aus Gitarre und Kettensäge zum Einsatz - das sollte man schon irgendwie gesehen haben.
Und dann kommt endlich, worauf alle mit Resthirn gewartet haben: The Lumberjack! Jesse springt mit der Chainsaw über die Bühne, schwingt sie in bedenklicher Nähe seiner Männlichkeit und, wichtiger, seiner Finger und Haare. Dabei reißt er ein echt geiles - halleluja - Motorsägensolo ab, fräst einen Barhocker zugrunde und beweist die unabänderliche Tatsache der Motorsäge als Phallussymbol. Danke. Aber zum Deppen kann ich mich auch selber machen.

Region: Codefree
Bild: 4:3
Audio: 2.0 Dolby Stereo, 5.1 Dolby Surround
Sprache: Englisch
Laufzeit: ca. 71 Min plus Bonus Features

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 03.04.2005

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