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| Let The Thunder Cry (Deluxe Expanded Edition), Castle Music/Sanctuary Records, 2003 (1990 & 1991) |
| Jim Capaldi |
Guitar, Percussion, Drums, Vocals |
| Steve Winwood |
Synthesizer, Bass, Guitar, Keyboards |
| José Roberto Bertrami, Chris Parren |
Keyboards |
| Alex Malheiros, Brent Forbes, Henry Thomas, Jose Alexandre Malheiros |
Bass |
| Rebop Kwaku Baah |
Percussion |
| Peter Bonas |
Bass, Guitar |
| Vicki Brown, Richard Court |
Vocals |
| Joe Cang |
Drums, Bass |
| Mel Collins |
Horn, Saxophone |
| Simon Kirke, Andy Newmark, Steve Creese, Ivan Miguel Maranhao |
Drums |
| Claudette DeAzevedo |
Guitar |
| Martin Drover |
Trumpet |
| Sammy Mitchell |
Slide Guitar |
| Moises Davi Einhorn |
Cor Anglais |
| Dave Mason |
Guitar, Vocals ("Live - The 40,000 Headmen Tour") |
| Steve Thomas |
Keyboards, Vocals ("Live - The 40,000 Headmen Tour") |
| Alex Drizos |
Bass, Background Vocals ("Live - The 40,000 Headmen Tour") |
| Produziert von: Jim Capaldi & John Taylor |
Länge: 128 Min 11 Sek |
Medium: Do-CD |
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| CD 1 - Let The Thunder Cry | |
| 1. Let The Thunder Cry | 8. Old Photographs |
| 2. Favella Music | 9. We Don't Need |
| 3. Child In The Storm | 10. Anxiety |
| 4. Only Love | Bonus Tracks: |
| 5. Louie Louie | 11. Man With No Country |
| 6. Warm | 12. The Low Spark Of High Heeled Boys |
| 7. Dreams Do Come True | 13. Bathroom Jane |
| CD 2 - Live - The 40,000 Headmen Tour (feat. Dave Mason) | |
| 1. Pearly Queen | 7. The Low Spark Of High Heeled Boys |
| 2. World In Changes | 8. We Just Disagree |
| 3. 40,000 Headmen | 9. Only You Know And I Know |
| 4. Love Will Keep Us Alive | 10. Feelin' Alright? |
| 5. Sad And Deep | 11. All Along The Watchtower |
| 6. Shouldn't Have Took More Than You Gave | 12. Dear Mr. Fantasy |
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Ich kann mich noch gut an die Verrisse in den einschlägigen Musikzeitungen erinnern, als damals, 1981, die LP "Let The Thunder Cry" veröffentlicht wurde. Gut, das hatte sich der Herr Capaldi selber zuzuschreiben, warum lebte dieser alte Sack auch Anfang der 80er immer noch? Immerhin war der da schon gut Mitte 30 und außerdem hatte er gegen die grade angesagten Waver und sonstigen Gespenster schon rein äußerlich keine Chance. Und überhaupt, TRAFFIC? Waren das nicht irgendwelche Sechziger Jahre Hippies, die aber zu spießig waren, sich wie Jimi, Janis und die anderen pünktlich ins Jenseits zu befördern? Steve Winwood... ja, ja, Higher Love, I'm A Man, Gimme Some Lovin', kennt man, spielen sie dauernd auf den Oldiesendern. Auch damals schon.
Folgerichtig ging diese LP seinerzeit, nach einem Hördurchgang, komplett an mir vorbei. Langweiliger Mainstream von einem alten Ex-Superstar. Davon abgesehen war die Scheibe kommerziell insgesamt ein Flop.
Mittlerweile esse ich fettarmen Joghurt, trinke alkoholfreies Bier (manchmal), guck jüngeren Mädels hinterher (selten, natürlich) und höre - kreisch - ab und an Balladen. Da erwischt mich Castle Music grade richtig, um mir den Re-Release dieser LP unterzujubeln.
Und, man höre und staune, die Scheibe ist richtig gut!
Das mag einerseits daran liegen, dass Mainstream Baujahr 1981 wesentlich verträglicher war, als es Chartsmucke heutzutage ist. Vor allem aber kommen mit einem Abstand von über 20 Jahren die vielen Feinheiten der Songs erst richtig zur Geltung (was sicher an meinen Hörgewohnheiten liegt). Hallo, Indianer-Hardrock im Titelsong, brasilianische Töne mit grandiosem Pop-Gesang in Favella Music (Carlos Santana ist sicher neidisch auf das Ding und die DOOBIE BROTHERS haben auch keine besseren Vocals hingekriegt), bisschen Rock & Roll in Berry's Louie Louie, dazu drei Bonus Tracks, wovon Bathroom Jane mit über 9 Minuten und einem knallharten Funkrock ein echtes Highlight ist und dazu eine handvoll wunderschöner Balladen, fast schmalzfrei, dafür mit ganz viel Feeling.
Klar, zwei, drei Hänger sind drauf, aber der Rest hat Stil und Klasse.
Aber der Gipfel kommt erst. Als Bonus gibt es eine zweite CD und die hat es noch heftiger in sich.
1997/'98 stieg Capaldi in die Tour seines ehemaligen TRAFFIC-Kollegen Dave Mason ein und bei dieser "40,000 Headmen Tour" rockten die beiden, mittlerweile echten, Oldies fast wie neu. Die Aufnahme erschien bereits 1999 unter Mason's Name und dem Titel "The Live: 40,000 Headmen Tour", ging aber selbstverständlich völlig unter. Mason dürfte heutzutage noch deutlich kleinere Verkaufs-Brötchen backen als Capaldi.
Der Sound ist rau (Soundboardaufnahme) aber gut, die Musik würde ich als Psychedelic-Power-Prog-Rock bezeichnen, eventuelle Dudel-Anwandlungen von Mason werden umgehend durch eine knackige Gitarre oder einen routiniert eingeleiteten Jam der ganzen Band beendet und die paar Balladen stören auch nicht weiter. Gesanglich, wie gehabt, Spitzenklasse und jetzt ist auch klar, warum die EAGLES 1994 auf "Hell Freezes Over" den Capaldi-Song "Love Will Keep Us Alive" gecovert haben. Wunderbar.
Ja, einer fehlt natürlich. Steve Winwood hätte der CD selbstredend die Krone aufgesetzt. Aber der war nunmal nicht dabei und damit ist auch gut. Was Mason und Capaldi mit ihren Sessionmusikern anstellten, war auch so tadellos.
Man darf nicht vergessen, dass beispielsweise der Superhit Feelin' Alright? von Mason geschrieben wurde und wer solche Evergreens schreiben kann, muss ein Könner sein. Auch wenn er sich in seiner Solokarriere oftmals furchtbar verzettelt hat.
Dylan's All Along The Watchtower hatte sich Mason bereits 1974 geschnappt und seitdem gehört es zu seinem festen Liveprogramm. Die hier gebrachte Version ist grandios. Feelin' Alright? ist kaum zu toppen und was Mason bei The Low Spark Of High Heeled Boys (TRAFFIC, 1971, da war er gar nicht mehr in der Band) an der Gitarre reißt, sollte manchem Nachwuchs-Satriani zu denken geben.
Und außerdem ist Only You Know And I Know auch von ihm und das mag dem einen oder anderen Leser von Delaney & Bonnie bekannt sein und die haben bekanntlich mit Clapton und Duane Allman und all den anderen Göttern gespielt und damit schließt sich der Kreis. Bei Clapton groovt heute gar nichts mehr, Duane..., na ja, der würde uns vielleicht heute noch glücklich machen, Joe Cocker kräht zwar immer noch was von Feelin' Alright, ist aber für Rockfans längst vollkommen uninteressant und Capaldi und Mason können es immer noch. Heavy traffic...
Eine feine Ausgrabung, die in dieser Zusammenstellung durchaus Sinn macht und mit netten Linernotes versehen ist.
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