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| Fingerprints, Schoolhouse Records, 2002 |
| Joe Grushecky |
Vocals, Electric & Acoustic Guitars, Mandolin, Harmonica |
| Rick Witkowski |
Bass, Percussion, Vocals, Electric Guitar, Acoustic Guitar, Electric 12-String Guitar, Spanish Guitar, Electric Dobro |
| Tony Mora |
Drums |
| Ed Brown |
Bass |
| Herman Granati |
Keyboards, Vocals |
| Johnny Grushecky |
Drums |
| Lee Ann Grushecky, Jannie Saxon, B.E. Taylor & Donnie Marsico |
Vocals |
| Tom Belin |
Bass |
| Bill Toms |
Guitar, Mandolin |
| Jamie Peck |
Keyboards, Organ |
| Frank Soriano |
Guitar |
| Produziert von: Joe Grushecky & Rick Witkowski |
Länge: 61 Min 54 Sek |
Medium: CD |
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| 1. You And Tonight | 8. Easy Money |
| 2. I Remember It | 9. Rainy Day In Pittsburgh |
| 3. Fingerprints | 10. Talk Is Cheap |
| 4. It's A Crazy World | 11. Something To Cry About |
| 5. Lucky Man | 12. Spanish Blood |
| 6. That's All I Want From You | 13. On The Wall |
| 7. I Will Not Let My Spirit Down | 14. Hey Lefty |
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Heartland Rock nennen die Amerikaner solche Musik. Ich, der ich aus dem "Heartland" Deutschlands komme, nenne es einfach gut gemachte Rockmusik.
Joe Grushecky ist ein alter Hase. Ende der siebziger Jahre starteten seine IRON CITY HOUSEROCKERS mit den Alben "Love's So Tough", "Cracking Under Pressure" und dem furiosen "Have A Good Time But Get Out Alive".
7 weitere LPs folgten unter dem Namen Joe Grushecky & The Houserockers. Kein wahnsinnig großer Output für 20 Jahre.
Diese Ära wurde vor gut zwei Jahren mit dem großartigen Livealbum "Down The Road Apiece" offenbar abgeschlossen. Jetzt hat Joe sein erstes "echtes" Soloalbum veröffentlicht.
"Fingerprints" ist sozusagen der musikalische Fingerabdruck eines Sängers und Songwriters, der über viele Jahre großartige Musik schrieb und trotzdem nie den ganz großen Durchbruch schaffte. Es mag ein paar Gründe geben. Natürlich einerseits die berühmten "Businessprobleme", aber ich denke eher, dass Grushecky nie in die geforderten Schubladen passte.
Auf der einen Seite war in seiner Musik immer zu viel Rock & Roll (immerhin kommt er aus der "Iron City" Pittsburgh), andererseits gab er sich nie der weinerlichen Anbetung seiner Heimat hin, was natürlich für das Zielpublikum in den "Heartlands" ein enormer Kaufanreiz gewesen wäre. Und überdies hatten leider viele seiner Platten immer wieder Durchhänger. Das ist aber vermutlich der geringste Grund, denn welche Band schafft ausnahmslos Meisterwerke?
Der kommerzielle Misserfolg führte dazu, dass Joe zwischenzeitlich wieder in seinen alten Lehrerberuf zurück musste.
Grushecky ist ein Geschichtenerzähler. Kleine Storys, von Leuten, von Ereignissen, von Sieg und Niederlage und oft von Verlierern.
"Fingerprints" unterscheidet sich nicht wesentlich von seinen Alben mit den Houserockern. Zwischen rockig und balladesk pendelt sich die Platte ein.
Der Ausrutscher der CD ist sogleich festgestellt. Rainy Day In Pittsburgh ist einfach zu süßlich und durch die Keyboard-Geigen vollends versülzt.
Wirklich interessant dagegen ist Easy Money. Gestützt von einem einfachen Computerrhythmus sägt sich die Slide Gitarre durch den Song und Joe erzählt dazu die Geschichte von einem Pärchen das den Jackpot knackt.
Mir gefallen naturgemäß die rockigen Stücke am besten. Immer wenn Joe die Zügel locker lässt, geht es richtig gut ab. Er kann dabei zwischen erdigem Roots Rock (Talk Is Cheap) und beschwingtem Gute-Laune-Party-Rock (Something To Cry About) variieren. Oder er verbindet beides in einem Song (You And Tonight) und macht daraus etwas, das man vor 25 Jahren als Stadionrock bezeichnet hätte.
Seine markante Stimme schafft es auf Anhieb, dass man ihm Songs wie It's A Crazy World sofort abnimmt (genau wie I Won't Let My Spirit Fall). Der Mann weiß wovon er singt und er kann es mit dem nötigen Zorn singen. Die Gitarren machen dazu das nötige Spektakel.
Balladen wie I Remember It müssten eigentlich massives Radio-Airplay bekommen. Perfekter kann man amerikanischen Rock nicht machen. Bis hin zu den Background Gesängen ist das ein potentieller Hit.
Für meine Ohren ging ihm bei den Aufnahmen gegen Ende ein wenig die Luft aus. 3 Balladen am Schluss sind mir etwas zu viel. Trotzdem, Spanish Blood ist mit seinen - was sonst - spanischen Gitarren wirklich schön. On The Wall ist nicht wirklich eine Ballade, kriegt aber die Kurve nicht so richtig und Hey Lefty ist eine Hommage an einen Freund.
Zum Schluss noch eine Kleinigkeit. Die HOUSEROCKERS wurden früher immer mit der E-STREET BAND verglichen und Joe Grushecky mit Bruce Springsteen. Joe ist in der Tat ein Freund von Springsteen (und der ist auch immer mal wieder auf Platten von Grushecky vertreten - unter anderem gibt er auf "Down The Road Apiece" einen heftig rockenden Jung-Boss).
Natürlich gibt es auf "Fingerprints" Ähnlichkeiten zu alten (!!) Platten des Mannes mit den aufgekrempelten Hemdsärmeln (I Remember It hätte ich mir auf einer der letzten B.S.-Platten gewünscht). Nur: Ich G-L-A-U-B-E die Musik und Worte eines Joe Grushecky!
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