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CD-Review:
Kathleen EdwardsFailer |
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Ich hoffe, das ändert sich alsbald. Denn dieses Debutalbum, welches schon Anfang 2003 in Kanada erschien und immerhin für den Juno Award (den kanadischen "Grammy") nominiert wurde, hat so verdammt viele wunderbare Momente, so viel Emotionen, so viel erinnerungswürdige Melodien, dass das Herz eines alten Roots-Rockers anfängt zu vibrieren (schaut euch mal Kathleens Fotos an ... ist das ein Star?) Kathleen Edwards hat den klassischen Weg eingeschlagen und direkt nach dem College (1999/2000) ihre Gitarre und ihre Songs in ihren Suburban gepackt und die Ochsentour durch die heimischen Clubs angetreten, wo sie so manches Mal vor lächerlichen 5 Zuhörern spielte. Nachdem sie durch ihren Bruder, der ihr die Platten von Bob Dylan und Tom Petty näherbrachte, ein wenig beinflusst wurde und das 1997er WHISKEYTOWN-Album "Strangers Almanac" als eins ihrer Lieblingsalben gilt, wurde ihre Vision, ihr unbedingter Wille durch solche wenig aufbauenden Club-Gigs keineswegs gebrochen. No glamour, just hard work! Die ebenfalls sehr musikalischen Eltern liessen ihr im Kindesalter schon eine klassische Violinenausbildung zu Gute kommen, so dass ein profundes Basiswissen ihren Weg zum klassischen Songwriting ebnete. Nach den Aufnahmen zu ihrer ersten, selbstfinanzierten EP ergaben sich zwangsläufig Kontakte zu Plattenfirmen, die letztendlich in der Produktion von "Failer" mündeten.
Kathleens Texte stecken voller Emotionen, die kurz und bündig, ohne große Poesie auf den Punkt kommen. Sie sagt selbst, dass ihre Geschichten nur teilweise Selbsterlebtes widerspiegeln. Aber das spielt nun wirklich keine Rolle, weil die Geschichten um tragische Loser, fehlgeleitete Rockstars, missverstandene Partnerschaften, alkoholertränkte Enttäuschungen oder sexuelle Abenteuer mit älteren Männern in zweitklassigen Motels so viel Wahrheit bzw. nachvollziehbare Momente vermittelt, dass die Grenze zwischen Fiktion und Realität hinter der Kraft dieser Worte verschwindet. Die Musik orientiert sich an den obengenannten Großmeistern, transportiert zudem mehr oder weniger deutliche Querverweise zum kanadische Oberguru Neil Young und seinem CRAZY HORSE, wagt sich aber auch in Bereiche die vormals schon von weiblichen Kolleginnen wie beispielsweise Beth Orton, Gemma Hayes oder Jonatha Brooke erkundet wurden. Meine absoluten Favoriten auf diesem sehr empfehlenswerten Album sind Six o'clock News mit seinem David Lindley Lap-Steel-Gedächtnis-Solo und auch sonst sehr einnehmenden Drive der kompletten Band, das desillusionierte und träge dahinschwebende Hockey Skates und das pot-verräucherte, zauberhafte Mercury, einem der schönsten Slow-Songs der letzten Zeit. Ihr merkt schon, ich bin hingerissen. Lernt diese Frau kennen, es lohnt sich. Hörbeispiele findet man hier. Frank Ipach (Craving Hands), (Impressum, Artikelliste), 01.05.2004
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