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Kelly Pardekooper

House Of Mud

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House Of Mud
House Of Mud, Trocadero Records, 2003
Kelly Pardekooper Acoustic Guitar, Vocals
Teddy Morgan Electric Guitar
Atom Robinson Bass
Matt Winegardner Drums
Bo Ramsey Electric & Lap Guitar
David Zollo Keyboards
Marty Letz Pedal Steel
Produziert von: Kelly Pardekooper & Teddy Morgan Länge: 45 Min 23 Sek Medium: CD
1. House Of Mud8. Tell Me Quickly
2. Hayseed Girl9. Can't Go There
3. Drown In Alcohol10. Hell's Kitchen
4. Compromise11. Tiny Angel
5. Fly On The Wall12. Pray For Rain
6. Mrs. Brown13. Highway Home
7. Whatever It Was 

Kelly Pardekooper stammt aus dem mittleren Westen (Des Moines in Iowa) und lebt nun in Iowa City. Charakteristisch in dieser Gegend sind wohl konservative Farmer, sonntäglicher Kirchgang, gepflegte Architektur, halt eine Jeder-kennt-jeden Situation, aus der es kein Entkommen gibt. Jeder Cop sieht im Vorbeifahren den Teenagern schon auf den ersten Blick an, wieviele Flaschen Bier sie intus haben.

Der mittlere Westen steht aber genauso für Ehrlichkeit, und das gilt ganz besonders für den saftigen Roots-Rock, den sie dort spielen. Pardekooper ist ein echter Spätstarter, mit 32 veröffentlichte er 1998 seine erste Platte. 2000 folgte dann "Johnson County Snow" und nun legt er mit diesem Album nach. Und das ist wiedermal ein Lehrbeispiel, wie Männer in Jeans, Flanellshirt, Cowboystiefel- und Hüten eben keine Countryschnulzen absondern, nein im Gegenteil, hier ist er wieder, der Mix aus Blues, Rock, Country und Folk.

Pardekoopers Stimme kann man nur als hervorragend abgehangen bezeichnen. Gerade die nötige Dosis an Zigarettenqualm und Alkohol, um den Stimmbändern das besondere Etwas zu entlocken, das so perfekt zu dieser Musik passt. Manche Songs sind geradezu vorwärtsstürmende Rocker (Compromise, Mrs. Brown), andere gekonnte Groover mit feinen Slides unterlegt (House of Mud, Hayseed Girl) während es auf diesem Album auch eine Menge gänsehauterzeugender Balladen gibt, die meist nur sparsam instrumentiert sind. Can't go there etwa ist in der Stimmung manchen Songs eines Slaid Cleaves recht ähnlich. Was einen Ritterschlag darstellt.

Die Hausmächte in Iowa City sind wohl ohne jeden Zweifel David Zollo und Bo Ramsey, die es sich nicht nehmen liessen auch hier mitzumischen. Schliesslich ist das Album in den USA ja auch auf deren Label Trailer Records erschienen. Obwohl die Musik in Florida eingespielt wurde, ist vom bekannten Heartland-Feeling nicht eine Spur verlorengegangen.
Die Kunden in Europa erhalten von Trocadero Records mit vier zusätzlichen Tracks vom nicht mehr erhältlichen Album "Johnson County Snow" eine ganze Ecke mehr Musik. Allerdings hätte man nach meinem Dafürhalten die Songreihenfolge anders handhaben sollen. Die schnelleren Titel stehen am Anfang der Platte, nach ca 25 Minuten bis zum Ende wurde die Balladen aneinandergefügt. Das hätte man spannender zusammenstellen können!

Von den 13 Songs stammen, bis auf Greg Browns Whatever it was, alle von Kelly Pardekooper selbst. Den Produktionsmix kann man als ideal bezeichnen, mal ein ein dezenter Pianotouch, mal vollkommen unaufdringliche Slides, perfekt klingende Gitarren... die Platte macht eine Menge Spass. Klanglich ist dies ebenso gelungen.
Trocadero Records liefert das Album im schönen Digipack-Cover mit einem dicken Booklet, das alle Texte beinhaltet und das alles zum Freundschaftspreis von unter 13 Euro. Unbedingt empfehlenswert!

Manni Hüther, (Impressum, Artikelliste), 22.04.2003

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