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Ken Hensley & Live Fire

Faster

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Faster
Faster, earMUSIC/Edel Records, 2011
Ken Hensley Hammond Organ, Mini-Moog, Keyboards, Lead & Backing Vocals, Guitars
Eirikur Hauksson Lead & Backing Vocals
T.A. Fossheim Drums
Sid Ringsby Bass & Backing Vocals
Ken Ingwersen Guitars & Backing Vocals
Länge: 60 Min 38 Sek Medium: CD
1. Set Me Free (From Yesterday)8. Beyond The Starz
2. The Curse9. (At) The Last Minute
3. I Cry Alone10. Somewhere (In Paradise)
4. Katrine11. Fill Your Head (With Rock)
5. FasterBonus Track:
6. Slippin' Away (The Lovers Curse)12. Circle Of Hands (live with the Norwegian Radio Orchestra)
7. The End Of Never

Ken Hensley konnte man nach den desaströsen Alben "Running Blind" und "The Wizard's Diary" getrost in die Oldie-Schublade stecken und darin vergessen. Der alte Mann konnte oder wollte nicht mehr rocken, sondern einfach sein Leben in Spanien genießen und ab und an irgendwelche Töne mit irgendwelchen Musikern absondern. Deswegen kam das Album "Blood On The Highway" 2007 durchaus überraschend daher, mit einem Stab bekannter Gäste wie Jørn Lande, dem unvermeidlichen Glenn Hughes, John Lawton, Eve Gallagher (großartige Sängerin mit seltsamer Musik) sowie einer spanischen Band klang Hensley phasenweise richtig frisch, auch wenn das Konzept der CD im Grunde nur Vergangenheitsbewältigung darstellte. Dieses Jahr wird Hensley, der inzwischen deutlich mehr nach Indianer aussieht als zu seiner unrühmlichen Zeit bei BLACKFOOT, 66 Jahre alt. Was darf man da vom Veteranen und seinem aktuellen Album "Faster" erwarten?

Diesmal hat er mit jener norwegischen Band gearbeitet, die auch live öfter mit ihm tätig ist, es scheint fast, als ob Herr Hensley den Ehrgeiz hat, mit so vielen internationalen Musikern wie nur irgend möglich zu spielen. Russen hatte er schon, die bulgarische Band B.T.R., die erwähnten Spanier, und immer konnte er damit den jeweiligen Markt für sich erschließen. Musikalisch kann man an den Norwegern nicht mäkeln, der Sänger ergänzt sich gut mit Hensley, die Rhythmusabteilung ist perfekt eingespielt und der Gitarrist Ken Ingwersen schaltet im rechten Moment den Overdrive zu. Allerdings braucht er den nicht bei allen Songs, denn beispielsweise Slippin' Away (The Lovers Curse) sülzt sich nervtötend durch ein Schlagerarrangement und I Cry Alone kann nur denjenigen gefallen, die Gary Moore, er ruhe in Frieden, immer noch für den größten Blueser aller Zeiten halten. Dazu kommen im letzten Drittel der CD einige arg stromlinienförmige Gebrauchspoprocker wie Fill Your Head (With Rock), Somewhere (In Paradise) oder (At) The Last Minute. (Blöde Angewohnheit übrigens, alles in Klammern zu schreiben).
Die Hälfte von "Faster" ist dafür richtig gut. Angefangen bei Set Me Free (From Yesterday), das es vor 35 Jahren locker auf jedes HEEP-Album geschafft hätte, über den flotten Highway-Rocker The Curse, hin zum stampfenden Katrine und dem Höhepunkt Faster, das mit seinem angeschrägten Bass-Intro und dem supereingängigen Groove live sicherlich ein Knüller wird. Auch The End Of Never hätte beispielsweise auf "Innocent Victim" oder "Fallen Angel" gut gepasst.
Textlich ist "Faster" eher unerheblich, dem guten Ken scheinen nicht mehr besonders viele Geschichten einzufallen, aber für einen, den man längst abgeschrieben hatte, ist das Gesamtergebnis gar nicht mal so schlecht. Und bei einer großen Plattenfirma ist er nach vielen Jahren auch wieder gelandet. Man kann "Faster" mit Michael Schumacher vergleichen. Der freut sich heutzutage auch über einen 5. oder 6. Platz und war doch mal der Allergrößte. Ein Vergleich mit URIAH HEEP verbietet sich jedoch, denn Mick Box rockt derzeit in einer ganz anderen Liga als sein ehemaliger Kollege. Box nun allerdings als Sebastian Vettel des Hard Rock zu bezeichnen… Besser nicht.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 28.05.2011


 
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