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| Little Monsters, Rockphone Records, 2007 |
| Jörg Wesenberg |
Vocals |
| Rollie Feldmann |
Guitars |
| Stefan Aurel |
Guitars |
| Markus Großkopf |
Bass |
| Ansas Strehlow |
Hammond Organ |
| Karsten Kreppert |
Drums |
| Ela |
Background Vocals |
| Gäste: |
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| Jean-Jaques Kravetz |
Piano (Good To Be Alive) |
| Pascal Kravetz |
Piano (Water) |
| Zabba Lindner |
Percussion |
| Roland Grapow |
Guitar (Good To Be Alive) |
| Matthias deSouza Nunes |
Guitar (Ain't Got Nothin' Better) |
| Produziert von: Dennis Ward & Stefan Aurel |
Länge: 53 Min 52 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Shame On Love | 6. King Of Life |
| 2. Ain't Got Nothin' Better | 7. Let It Shine |
| 3. Heaven Knows | 8. Water |
| 4. Walls | 9. Roll Over Beethoven |
| 5. (Good To Be) Alive | 10. Pimp Up Your Life |
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Hätten wir die Weltherrschaft, es gäbe keine Selbstmordattentate, keine Hartz 4-Ungerechtigkeiten, keine albernen Nationalisten, nicht mal grenzdebile polnische Polit-Brüder, und der VfB wäre höchstens die Firmenmannschaft des Stuttgard-Haarstudios. Wir sind nämlich Good-Time-Rocker, immer gut drauf, immer positiv gestimmt, allen und allem gegenüber offen. Und wir sind Affen. Dumme Affen sogar, was für die eigentlichen Primaten natürlich eine Beleidigung ist, denn wir rennen eher wie die Lemminge (welche sich übrigens nicht massenhaft von Klippen stürzen - da hat uns Disney einen sauberen Bären aufgebunden) hinter Vertretern der Gattung G.-T.-Rocker her und freuen uns wie kleine Äffchen über jede Neuerscheinung auf dem einschlägigen Markt der guten Laune.
Eigentlich doof, denn wir bekommen eh immer das gleiche Futter vorgesetzt: Knackig gegrillte Gitarrenschenkel, wahlweise in Hammond-Panade, gewürzt mit Boogiesoße und Whiskeygebrüll. Zwecks der ausgewogenen Ernährung gibt es manchmal ein kurzberocktes Salatblättchen am zweiten Mikrofon dazu. Das Auge speist schließlich mit.
Wir fressen es und trinken Bier dazu, grad schön ist es. Und in diesem Sommer ist es besonders schön, denn so viele Haudraufundhurra-Rocker wie momentan gab es schon lange nicht mehr zu bejubeln. Jetzt kommen auch noch die Hamburger KICKHUNTER nach vier Jahren zurück und lassen es tüchtig krachen.
Ain't got nothin' better than my beer and my guitar. Im Original ist "beer" durch "girl" ersetzt, aber man kann als Berichterstatter und Mann nicht alles haben.
Die sechs Männer plus Lady sind allesamt gut im Geschäft, leider nicht vorzugsweise mit KICKHUNTER, was zur langen Pause geführt hat und die weitere Vermarktung nicht einfacher machen dürfte. Eigentlich passierte nach 2003 bis auf eine kleine Tour durch Portugal nichts mehr. Sehr schade, denn im Vergleich zu "Hearts & Bones" liegen nun noch etliche Briketts mehr auf dem Rost. Soll heißen: "Little Monsters" ist ein richtiger Testosteronriegel. Das soll der Großkopf mit seinen HELLOWEEN erst mal nachmachen, hier legt er jedenfalls astrein vor.
Trotz der langen Sendepause ist die Band in unveränderter Besetzung geblieben, einzig ein paar hochkarätige Gäste und Produzent Dennis Ward (P.C. 69) stießen hinzu. Ward ist inzwischen ein mehr als respektierter Producer und mit einer Kapelle wie KICKHUNTER dürfte er leichtes Spiel gehabt haben. Songs, Talent und Bock auf Rock sind da, er musste "nur" noch den korrekten Sound zurechtregeln. Experiment gelungen, Patient längst unterwegs zur Feier auf der Reeperbahn.
KICKHUNTER haben bei ihren Support-Jobs für LYNYRD SKYNYRD und DEEP PURPLE aufmerksam zugehört, "Little Monsters" trieft geradezu vor Verbeugungen und kleinen Zitaten, was speziell im Fall unserer Southern-Heroen zu mancher Überraschung führt. Da lauscht man einer an sich relativ drögen Ballade wie (Good To Be) Alive und wird ganz plötzlich in Minute 5 von einem Medlocke-Thomasson-Solo abgewatscht, dass man nur vom Hören verknotete Finger bekommt. Apropos dröge, das ist natürlich Humbug, die Nummer hat einen wunderbaren Spannungsbogen, einen perfekt geilen Rhythmuswechsel und ein Fräulein Ela im Background, die bei der Aufnahme garantiert ihre spitzen schwarzen Soul-High-Heels anhatte. HUMBLE PIE winken freudig aus dem Jenseits. Rrrrrr.
Gleiches gilt für Heaven Knows, einer weiteren Soul-Halbballade mit Gitarrenoverdrive und Gänsehautgesang. Selbst die zweitschwächste Nummer des Albums, Let It Shine, wird von der wunderbaren Southern-Gitarrenarbeit und dem Organ der Sängerin gerettet. Nur beim Roll Over Beethoven-Cover hilft alles nichts, die Nummer ist völlig einschläfernd. Der Ansatz wäre zwar grundsätzlich gut, endlich mal keine der üblichen Rock'n'Roll-Anbiederungen, schließlich kann kein Mensch Chuck Berrys Simpel-Gitarre wirklich nachspielen, aber dieser Zwitter aus Lounge-Blues und SCORPIONS-Ballade ist fad.
Um es mit den Worten des einzig möglichen Shouters für diese Band, Jörg Wesenberg, zu sagen: "Come on, let's get faster!" Vollgas-Rocker wie Walls, Ain't Got Nothing Better oder Pimp Up Your Life, toller Titel übrigens, kommen mit ihren halsbrecherischen Gitarren und einem gefährlichen Überdruck deutlich besser. Songs aus dem Freizeitpark "Boogie Wunderland".
Unbedingt erwähnenswert ist der hemmungslose Hemmungsorgler Ansas Strehlow. Dass die Hammond eines der wunderbarsten Instrumente überhaupt ist, weiß jeder halbwegs sozialisierte Rocker. Dass man sie aber so wie Strehlow einsetzt, bedarf dann doch einiger Übung. Gelungene Show, Herr S.
Die nächste und letztmögliche Steigerung wären ein, zwei Saxophonisten/-innen auf der Bühne. Verschärfte, oh nein, wie sexistisch ist das denn, Bläsersätze zu den genannten Knackwürsten wären das I-Tüpfelchen.
"Little Monsters" ist eine CD für uns Good-Time-Rocker, nicht mehr und nicht weniger. Aber eine für die Partyabende der nächsten 20 Jahre, und das bedeutet, dass einige von uns sie mit ins Seniorenheim nehmen werden.
Jetzt bitte noch eine anständige Club-Tour, dann singen wir alle zusammen: "Uuuuuuh, gimme some water, uuuuuuh, to cool me down".
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