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Fables And Dreams

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Fables And Dreams
Fables And Dreams, Frontiers Records, 2004
Andrea DätwylerVocals
Alex SeiberlKeyboards
Sandro D'InacuGuitar
André LeuenbergerGuitar
Ermes Di PriscoDrums
Gast:
Olaf RetmeyerBass
Produziert von: Lunatica & Domenico Livrano Länge: 51 Min 30 Sek Medium: CD
1. The search goes on6. The spell
2. Avalon7. The neverending story
3. Elements8. Hymn
4. Fable of dreams9. Silent scream (2004)
5. Still believe10. A little moment of desperation

Erfolg ist eine zweischneidige Geschichte. Bands wie NIGHTWISH oder WITHIN TEMPTATION haben sicher Tür und Tor für viele andere Bands mit Frauen an der Gesangesfront geöffnet und diese in den Blickpunkt des allgemeinen Interesses gerückt.
Erfolg ruft aber auch viele Nachahmer auf den Plan, die es in den seltensten Fällen hinsichtlich Originalität und Klasse mit den Vorreitern aufnehmen können.
Ein weiterer Aspekt, der gerne übersehen wird: Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem auch Bands die nur entfernte Parallelen aufweisen sofort mit der Plagiatskeule ungespitzt in den Boden geprügelt werden.

So weit möchte ich jedoch nicht gehen. Zwar liefern LUNATICA mit Äußerlichkeiten wie Bandname, Albumtitel und Coverdesign genügend Angriffsfläche frei Haus und auch eine tendentielle musikalische Seelenverwandtschaft zu genannten Bands ist nicht von der Hand zu weisen, doch gibt es auch wesentliche Unterscheidungsmerkmale mit denen sich die Schweizer deutlich abgrenzen und die ihnen letztendlich zu einer eigenen Note verhelfen.

LUNATICA-Elfe Andrea Dätwyler besitzt weder die Opernstimme einer Tarja Turunen, noch sind die Arrangements all zu extrem bombastisch und opulent ausgelegt, wie es die Zusammenarbeit mit RHAPSODY-Haus-und-Hof-Produzent Sascha Paeth zunächst vermuten lassen würde.
Zudem verweigern sich LUNATICA gleichermaßen dem Spiel mit gotischer Theatralik, wie der pathetischen Offenlegung ganz großer Gefühle. Vielmehr steht man in einem engen Verwandschaftsverhältnis zu Bands wie KAMELOT oder ROYAL HUNT, die harten Melodic-Rock zwar mit symphonisch-klassischen Inspirationen anreichern, dabei aber nie ihre eigentliche Heimat aus den Augen verlieren.

Ähnlich wie Lana Lane gelingt LUNATICA zudem der Spagat zwischen geradezu unverschämter Eingängigkeit, dem damit verbundenen kommerziellen Potential und trotzdem anspruchsvollem härteren Melodic-Rock.
Dazu kommt, dass die Band die eine oder andere ganz nette Idee auf Lager hat. Exemplarisch seien hier die modern-harschen Stakkatorhythmen bei The neverending story oder das Kassatschok-Finale von A little moment of desperation angeführt.

Alles in allem haben LUNATICA mit "Fables And Dreams" ein durchaus gutes Album abgeliefert, das einerseits mit Unterstützung der NIGHTWISH-/WITHIN TEMPTATION-Fraktion durchaus zu Charterfolgen gelangen, andererseits auch für bodenständigere Rock- und Metal-Fans von Interesse sein könnte.

Martin Schneider, (Impressum, Artikelliste), 15.05.2005

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