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Malice In Wonderland

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Karisma Records
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Malice in wonderland
Malice in wonderland, Karisma Records, 2005
Chri$ WickedVocals
Andy ValentineGuitars, Keyboards
Tracy LovelessGuitars
Eric BlackBass
Tommy GunDrums
Gäste:
Rikki FoxGuitars
Rob CruelKeyboards
???Cello, Violin, Saxophone, Choir
Produziert von: ??? Länge: 50 Min 42 Sek Medium: CD
1. Lucifer's town6. Heartache boulevard
2. Devil dance7. Red rose suicide
3. My heart (Belongs to you)8. Dancing with you
4. Perfect drug9. Nightclub, sin and decadence
5. In the end10. I lovet o sin

Ist er nicht süß? Der androgyne Chri$ Wicked, Frontman (?) der norwegischen Newcomer MALICE IN WONDERLAND dürfte einigen Teenieherzchen das selbige brechen und ihnen unzählige schlaflose Nächte bereiten. Vielleicht aber beschert er ihnen auch besonders süße Träume, wenn er einträchtig mit HIMs Ville Valo von Hochglanzpostern über ihren Bettchen herabschmachtet.

HIM haben offensichtlich auch den Coverfotografen und -designer bei ihren Schöpfungen inspiriert. Diesen edlen Düstermagenta-Farbton kennt man schließlich von "Razorblade romance" und die sinnlich verruchte Pose kommt einem auch mehr als bekannt vor. Dazu Songtitel wie Red rose suicide oder Lucifer's town...

MALICE IN WONDERLAND lassen scheinbar nichts unversucht mit HIM in einem Atemzug genannt zu werden und wer so viel Angriffsfläche bietet, der darf sich nicht wundern, wenn man ihm die gewollten oder ungewollten Ähnlichkeiten ausdauernd und mit wachsender Begeisterung um die Ohren schlägt.

Für die zehn auf "Malice in wonderland" dargebotenen Kompositionen sollte man allerdings beide Augen fest zudrücken und über den eigenen Schatten springen, sonst läuft man Gefahr eine wirklich gelungene Gothic-Rock-Scheibe zu verpassen.

Musikalisch ist es mit den Querverweisen auf HIM alleine nämlich nicht getan. MALICE IN WONDERLAND verstehen es immer wieder sich vom glattgebügelten Suomi-Kuschel-Goth zu distanzieren, indem sie ihre Songs mit ruppigen Gitarrenriffs unüberhörbar in die Nachbarschaft von 69 EYES oder LACRMAS PROFUNDERE dirigieren.

Die Norweger verstehen es düster-romantisch rockende Kleinode voller Atmosphäre zu erschaffen. Sie beherrschen das Spiel der Dynamik mit zupackenden Passagen und verträumten Sequenzen im Wechsel. Das alles ist zwar auch nicht wirklich neu, aber durchgehend spannend und unterhaltsam gestaltet

Eigentlich das richtige Album für alle Gelegenheiten, wenn die Tage jetzt wieder etwas kürzer werden. Mit "Malice in wonderland" lassen sich sowohl die letzten Sonnenstrahlen würdevoll verabschieden, als auch der Nacht bei flackerndem Kerzenlicht ein stilvolles Willkommen bieten.

Martin Schneider , (Impressum, Artikelliste), 30.10.2005

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