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Michael Katon

Bad Machine

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Bad Machine
Bad Machine, Provogue Records, 2002
Michael Katon Vocals, Guitars, Bass, Harmonica
Donn Deniston Drums (Tracks 2,4,7,8,9,10 & 11)
Jon Eppinga Drums (Tracks 1,5 & 6)
Produziert von: Michael Katon Länge: 51 Min 41 Sek Medium: CD
1. American McMofo7. Wild Ass
2. Rock'n'Roll, Whiskey, Blood'n'Guts8. The Lost T.V. Clicker Blues
3. The Pierced, Tattoed And Twenty Somethin' Boogie9. Lowdown In Swamptown
4. Bad Machine10. Boogiefied
5. Sugar Pie11. The Detroit River Dirty Blues
6. Red Moon Risin'

Auf seiner Website steht zur Begrüßung "ARE YOU BOOGIEFIED?". Und damit ist alles erklärt. Michael Katon, der Boogieman from Hell (liegt in Michigan), ist wieder da. Besser als je zuvor.
Ich hatte ihn nach seinen letzten - für mich eher lauwarmen - Scheiben fast schon abgeschrieben. Die konnten mit den Meisterwerken "Proud To Be Loud" und "Get On The Boogie Train" einfach nicht mithalten. Wer einen Katon kauft, will schließlich keinen virtuosen Edelblueser hören, sondern die Boogiesau um die Ohren gehauen bekommen. Und auf "Bad Machine" fliegen die Koteletts sehr sehr tief...

Männer, wir sind hier nicht beim Kinderfasching! Rock'n'Roll, Whiskey, Blood'n'Guts ist angesagt. Wer sich traut, soll versuchen mit der Lady aus The Pierced, Tattooed And Twenty Somethin' Boogie anzubandeln. Aber Vorsicht, die scherzt nicht! Am Platz "where the doors never close" und "the guitars are loud" spielt die Katon Band den "wildass blues" und der zerrt heftig an den Tieftönern und an den Nerven der Nachbarn.
Die CD ballert brutal und gnadenlos. Keine Schönspielerei oder verwässerte Drumrumrederei. Katon sagt, wo's klemmt und betoniert dabei ein derart böses Blues'n'Boogie-Fundament, dass dem Hitparadenhörer die Mentholzigarette aus dem Mundwinkel kippt. 11 Songs ausschließlich lowdown and dirty Brachialstoff.
Wild Ass ist dem verstorbenen Cub Koda gewidmet (dessen 94er CD "Abba Dabba Dabba: A Bananza of Hits" er auch gemixt hat) und man wünscht sich, dass der bei der anstehenden Katon-Tour (im Mai 2002) mit seinen BROWNSVILLEs auch auf der Bühne steht. Die anschließende Session dürfte uns dann vermutlich endgültig mitsamt Cowboystiefel den Detroit River Dirty Blues hinabspülen.

Es gibt auf dieser CD keine Highlights, dazu dröhnt es 51 Minuten lang zu einheitlich aus den Boxen. Jede Nummer ist für sich ein Hammer, egal ob fieser Heavy Rock, wie beim Opener American McMofo, oder bei den diversen blutrünstigen Blues und Boogie Krachern. No lies, no alibis, Michael stimmt die Fender tiefer, behandelt den Bass wie eine Motorsäge und röhrt dazu seine Statements zur Lage der Rock & Roll-Nation ins Megaphon ("don't water my whiskey").
Das bereits erwähnte Rock'n'Roll, Whiskey, Blood'n'Guts tönt gitarrentechnisch etwas nach ZZ TOP zu besseren Zeiten (also vor gut 25 Jahren), ansonsten hört man alles was dem Boogiefreund wichtig und teuer ist. Auf Studiomätzchen wird verzichtet, Slide Guitar und Harp sind die maximalen "Effekte" und ganz nebenbei spielt Katon das eine oder andere halsbrecherische Solo.

Eine irrsinnige CD. "Crank up the volume 'till the speakers crack" und "let's get boogiefied!"

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 11.05.2002

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