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Michael Weston King

A Decent Man

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A Decent Man
A Decent Man, Floating World Records, 2003
Michael Weston King Vocals, Guitars, Harmonica
Jackie Leven Guitars, Percussion, Harmony Vocals
Mike Cosgrave Piano, Keyboards, Guitars, Mandolin, Trumpet, Xylophon
Kevin Foster Bass
Steve Jackson Drums, Percussion
Alan Cook Pedal Steel
Harry Napier Cello
Ian McNabb Guitars
David Wrench Keyboards
Lou Dalgleish, Debbie Greenwood Backing & Harmony Vocals
Länge: 48 Min 27 Sek Medium: CD
1. Celestial City7. The Englishman's Obsession With America (Part 2)
2. The Wooden Hill8. When You Leave The Spotlight
3. A Decent Man9. Always The Bridesmaid (Never The Bride)
4. Love In Mind10. Where The Stars Don't Shine
5. Mother Tongue11. Blue Red & Grey
6. High Days Holy Days

Es ist an der Zeit, dem Mann aus Southport (nördlich von Liverpool) endlich die Aufmerksamkeit zu schenken, die er längst verdient hat. Denn er ist gerade mit dem neuen, von seinem Freund und Mentor Jackie Leven produzierten Album in die erste Riege britischer Songwriter aufgestiegen.
Geprägt von Glamrock, Punk und New Wave, wandte er sich nach und nach dem "American Contemporary Song" zu - ohne seine "roots" zu vergessen. Mit seiner Band THE GOOD SONS frönte MWK dem "klassischen" als auch dem modernen Countryrock; nicht von ungefähr beeinflussten ihn sowohl Gram Parsons und THE BYRDS als auch Townes Van Zandt und GREEN ON RED.

MWK weiß, Gefühle und Leidenschaften in Songs zu gießen, wo Text und Musik wahrlich eine Einheit bilden. Nach dem Ende der GOOD SONS, nach diversen beruflichen und persönlichen Tiefschlägen (Pleite der Plattenfirma, Autounfall mit Blessuren, zerbrochene Ehe...), die er in eher düsteren, introvertierten Soloalben verarbeitete, versprühen die Songs auf "A Decent Man" (ein Wink mit dem Zaunpfahl?) sowohl Melancholie als auch Optimismus.
Ob im Titelsong oder in The Englishman's Obsession With America, MWK reflektiert das pralle Leben, fast durchweg in der Ich-Form, wenngleich er sicher nicht nur Selbsterlebtes in Worte zu fassen versucht. Seine Lieder gehen erstaunlich schnell ins Ohr, seine zarte, manchmal fast süßliche, doch markante Stimme verleiht ihnen die angemessene persönliche Note.
Im Gegensatz zu dem eher spröden, vorangegangenen Livealbum haben MWK und Jackie Leven für die neue CD versierte, aber auch begeisterungsfähige Sessionmusiker um sich scharen können, die den Tracks den nötigen Drive verleihen. Und Leven dürfte es mit zu verdanken sein, dass die Arrangements frisch und abwechslungsreich klingen: mit strammen BYRDS-Gitarren wie in High Days Holy Days und filigranen Pedal-Steel-Klängen wie z.B. in Where The Stars Don't Shine.
Kleine Verzierungen mit eher ausgefallenen Instrumenten wie Trompete oder Cello oder gar Samples tun ihr übriges, um zusätzliche Spannung zu erzeugen. Nebenbei: Auch an (zwei) Coverversionen hat sich MWK wieder versucht, und das mit Erfolg. Denn sowohl Neil Youngs Love In Mind (aus "Times Fade Away") als auch Pete Townshends Blue Red & Grey (aus "The Who By Numbers") tragen nunmehr ganz deutlich seine Handschrift.

"A Decent Man" kommt wie aus einem Guss, verbindet gekonnt Country & Folk, Pop & Rock, ohne konturenlos zu wirken. Ein durch und durch britisches Opus, aber mit amerikanischem Flair!

Roland Schmitt, (Artikelliste), 27.08.2003

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