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| The Wörld Is Yours, Motörhead Music/EMI Music, 2010 |
| Lemmy |
Vocals, Bass |
| Phil Campbell |
Guitar |
| Mikkey Dee |
Drums |
| Produziert von: Cameron Webb |
Länge: 39 Min 09 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Born To Lose | 6. Waiting For The Snake |
| 2. I Know How To Die | 7. Brotherhood Of Man |
| 3. Get Back In Line | 8. Outlaw |
| 4. Devil's In My Head | 9. I Know What You Need |
| 5. Rock 'n' Roll Music | 10. Bye Bye Bitch Bye Bye |
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Nach dem endgültigen Niedergang der einstmals wichtigen Plattenfirma SPV musste sich auch Lemmy umsehen, um sein neues Album "The Wörld Is Yours" an den Mann zu bringen. Also wurde über das neu gegründete hauseigene Label Motörhead Music an den Vertrieb der EMI angedockt. Ein Kaliber wie Mr. Kilmister bleibt nicht im Regen stehen, dafür ist er ein zu gut kalkulierbarer Wirtschaftsfaktor für seine Geschäftspartner. Umso gruseliger ist es, wie sein Langzeitpartner SPV trotz MOTÖRHEAD und einer ganzen Schar weiterer Premiumnamen verreckt. "The Wörld Is Yours" ist also nach vielen Jahren die erste CD unter neuer Label-Fahne. Und das wäre im Grunde schon die spannendste Neuigkeit, denn "The Wörld Is Yours" ist natürlich so MOTÖRHEAD wie alle anderen 19 MOTÖRHEAD Studioplatten auch.
Na ja, ein paar Neuigkeiten gibt es schon noch. Zur Überraschung aller gibt es parallel zur CD die obligatorische Jahresabschlusstournee durch Deutschland vom 30.11. bis 11. Dezember 2010, diesmal mit der kleinen blonden aus Düsseldorf im Handgepäck. Frau Pesch wird wohl alsbald selbst zu einem Lemmy-ähnlichen Metal-Faktotum, wenn sie nur noch ein paar Jahre so standhaft bleibt. Nur hübscher wird sie immer sein, unsere Inge Meysel des Heavyrock. Tschuldigung, Doro, aber die Meysel war eben auch eine coole Frau.
Außerdem hat Lemmy wie jedes Jahr an Weihnachten Geburtstag, diesmal den 65., was ihn hierzulande noch rentenberechtigt machen würde; aber bitte, wer kann sich Lemmy als Rock'n'Roll-Pensionär vorstellen? Ein bisschen für die Altersvorsorge tut er inzwischen doch, für die Straßburger Brauerei Kronenbourg hat er ein witziges Werbevideo mit einer akustischen Bluesversion von Ace Of Spades aufgenommen. Ob er die französische Plörre auch trinkt ist nicht überliefert.
Und sonst? Ach ja, "The Wörld Is Yours". Die CD liegt der nächsten Ausgabe des britischen "Rocks" Magazins bei, was automatisch zu einer verkaufsfördernden Maßnahme für beide Firmen werden wird.
Kein Mensch weiß, wie der alte Mann es macht, dass seine Platten bis auf wenige Ausnahmen immer wieder Spaß machen. Obwohl, ein Indikator für ein gelungenes Album ist grundsätzlich der Rock'n'Roll-Anteil, Abwechslungsreichtum, gesteigerte Musikalität oder Subtilität ist es nicht. Diesmal hat Lemmy den Vollgasroggnroll mal wieder deutlich ins schummerige Licht gerückt, prompt bereitet "The Wörld Is Yours" gesteigerte Partylaune. So einfach ist das mit MOTÖRHEAD.
Selbstredend zitieren sich Lemmy, Phil und Mikkey wie üblich in einer Tour selbst, zweifellos wird sich Lemmys kompositorisches Geschick auch im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts nicht auf Arien erweitern, natürlich krawallt "The Wörld Is Yours" wieder ohne jeden Liebreiz durch die Wand. Aber wenn Campbell schon im zweiten Song der Scheibe ein Solo ablässt, das die gesamten 50 Jahre Rock & Roll in sich vereint, ist die Welt in Ordnung. I Know How To Die heißt das nette Stück ;-)
Eine Breitseite nach der anderen folgt, Get Back In Line rock'n'prollt famos, Devil's In My Head haut beiden genannten (dem Teufel und der Birne) richtig auf die Zwölf, Rock'n'Roll Music ("is a true religion") ist eben solche und so geht es knapp 40 Minuten dahin. Nur Lemmy darf das, nur Lemmy kann das, nur MOTÖRHEAD ist mit solcher Mucke authentisch. Das hier sind für immer die Großmeister, da kann kein Mensch mehr etwas ändern.
Zwischen all dem Goodtime-Motörsound kommen das böse Brotherhood Of Man und das speedige Outlaw gut, aber am Schluss gewinnt doch der Boogie. Bye Bye Bitch Bye Bye ist der perfekte Abschluss nicht nur dieser CD, es rundet auch alle anderen Events oder Lebensabschnittsgemeinschaften geradezu traumwandlerisch einfühlsam ab. Ein sicherer Kandidat für die "Alltime Drecksack-Charts".
Wie könnte man an MOTÖRHEAD herumkritisieren? Vergesst es. Der Sound ist (fast) wie immer, der Produzent Cameron Webb auch, die Dramaturgie sowieso, wer es bis jetzt nicht begriffen hat, wird diese Zeilen sowieso nicht lesen, also was soll's, MOTÖRHEAD ist MOTÖRHEAD ist MOTÖRHEAD bleibt MOTÖRHEAD.
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