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| Big Dogz, earMUSIC/Edel Records, 2011 |
| Dan McCafferty |
Lead Vocals |
| Pete Agnew |
Bass, Backing Vocals |
| Jimmy Murrison |
Guitar, Piano, Backing Vocals |
| Lee Agnew |
Drums, Backing Vocals |
| Gäste: |
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| Pavel Bohaty |
Piano (Butterfly) |
| Yann Roullier |
Shaker (Radio), Tambourine (Lifeboat) |
| Alan Cottam |
Toastmaster (Vocals - The Toast) |
| Produziert von: Yann Roullier & Jimmy Murrison |
Länge: 75 Min 54 Sek |
Medium: Do-CD |
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| 1. Big Dog's Gonna Howl | 10. Butterfly |
| 2. Claimed | 11. Sleeptalker |
| 3. No Mean Monster | Bonus Tracks (Acoustic): |
| 4. When Jesus Comes To Save The World Again | 12. Big Boy |
| 5. Radio | 13. Simple Solution |
| 6. Time And Tide | 14. My White Bicycle |
| 7. Lifeboat | 15. Love Hurts |
| 8. The Toast | 16. Open Up Woman |
| 9. Watch Your Back | |
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Genau in diesen Tagen (Mai 2011) sind die Urviecher URIAH HEEP und NAZARETH mal wieder gemeinsam auf Europatournee, diesmal haben sogar beide ein neues Album am Start, HEEP das großartige "Into The Wild" und die Schotten das in der Tradition von "The Newz" falsch geschriebene "Big Dogz".
Früher war bei solchen Konstellationen NAZARETH die heimliche Headlinerband, also die mit dem vermeintlich höheren Partyfaktor, Mick Box konnte aber immer den Kopf aus der Schlinge ziehen und rockte mit seiner nach Charles Dickens benamten Kapelle meist alles in Grund und Boden. Nach der Einfuhr von "Into The Wild" und "Big Dogz" stehen die Zeichen allerdings andersrum, Dan McCafferty macht mit seinen Jungs auf Konserve momentan den älteren Eindruck.
Nur noch mal zur Erinnerung: "The Newz" war 2008 ein beinahe sehr gutes - aber klanglich mediokres - Album, nachdem vorher 10 Jahre seit "Boogaloo" vergangen waren und man NAZARETH schon beinahe in die Oldie-Ecke abgeschoben hatte. Jetzt, nur drei Jahre später, sind McCafferty, Jimmy Murrison sowie Pete und Lee Agnew zwar klangtechnisch - bis auf den Schlagzeugsound - verbessert wieder da, einzig die Songs mögen nicht auf Anhieb zünden. Das wäre an sich nicht so dramatisch, wie viele heutige Klassiker musste man vor 30, 40 Jahren wochen- und monatelang hören, bis sie sich unauslöschlich ins Ohr gebrannt hatten, nur: diese Zeit hat heutzutage niemand mehr, auch nicht eine Band, die seit 1971 eine Konstante in jedem ernsthaften Rock & Roll-Plattenschrank ist.
Big Dog's Gonna Howl gerät als Opener noch verblüffend eigenwillig und spannend, Agnew zupft einen hypnotisierenden Bass und Murrison spielt seine gewohnt kräftige Gitarre mit ein paar spektakulären Gimmicks. Auch Claimed und No Mean Monster kommen gut, im gemäßigten Tempo zwar und nicht in der Qualität künftiger Evergreens, aber kernig. Doch dann tritt "Big Dogz" für eine ziemlich lange Zeit auf der Stelle. Balladen und Halbakustisches kennt und mag man von NAZARETH schon immer, aber es sollte entweder hymnisch bzw. megaeingängig sein, oder eben einfach nur hübsch, dann entschuldigte man den Herrschaften auch ganz üble Schmonzetten. Diesmal trifft gar nichts davon zu, nicht mal Schmonzetten werden geboten, nur halbwegs gefälliges Geplänkel, mal poppig, mal bluesig, mal leicht folkig. Da ziehen sich siebeneinhalb Minuten Time And Tide arg lang durch den Laserstrahl. Lifeboat und Watch Your Back sind Nummern der Sorte "Hatten wir schon zigmal", die Gitarre sägt aber gut. Erst The Toast geht mitsamt seinem witzigen Intro anständig nach vorne los, auch wenn wir diese Art von Fun-Rock'n'Roll ebenfalls von so gut wie jeder der bisher 21 Studio-LPs kennen.
"Big Dogz" ist keine üble CD, darüber sind die Veteranen längst hinaus, man denke nur an "The Catch" oder "Cinema" aus den unseligen Achtzigern, ein Höhepunkt ist "Big Dogz" aber auch bei weitem nicht, dafür sind die Songs schlicht nicht gut genug. An zwei Diskussionen mag sich der Kritiker allerdings keinesfalls beteiligen: Dan McCafferty ist 65 Jahre alt, damit hat er alles Recht der Welt, nicht mehr wie vor Jahrzehnten gemeingefährlich krähen zu müssen. Ein schlechterer oder gar altersschwacher Rock-Sänger ist er deswegen beileibe nicht. Der Gesichtsälteste im Package HEEP/NAZ ist er ohnehin schon seit Jahren. Zweitens ist es nachgerade albern, Jimmy Murrison 17 Jahre nach seinem Einstieg immer noch als neuen Gitarristen zu bezeichnen und ihn mit negativem Ergebnis mit Manny Charlton zu vergleichen.
Man weiß bei diesen Bands nie, ob noch eine weitere Produktion kommen wird, sollte NAZARETH in ein paar Jahren noch existieren, werden bestimmt wieder bessere Songs zu hören sein, 2011 geht eindeutig Mick Box in der Pole-Position ins Rennen.
Bei der so genannten "Limited Edition" gibt es noch eine zweite CD mit fünf 11 Jahre alten Unplugged-Nummern, die gar nicht übel sind - wenn man auf NAZARETH ohne Strom steht.
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