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| The RPWL Experience (Special Edition), Tempus Fugit/InsideOut Music/SPV, 2008 |
| Yogi Lang |
Vocals, Keyboards |
| Kalle Wallner |
Guitars |
| Chris Postl |
Bass |
| Manni Müller |
Drums |
| Gäste: |
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| Markus Jehle |
Keyboards |
| Mark Anderton & Bine Heller |
Vocals |
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Länge: 77 Min 55 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Silenced | 7. Stranger |
| 2. Breathe In, Breathe Out | 8. Alone And Scared |
| 3. Where Can I Go | 9. Talk To The River |
| 4. Masters Of War | 10. Choose What You Want To Look At |
| 5. This Is Not A Prog Song | 11. Turn Back The Clock |
| 6. I Watch Myself Sleeping | 12. Reach For The Sun |
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Direkt von der Band erreicht uns die Special-Edition des neuen Longplayers von RPWL aus Freising [das ist nördlich von München und hat neben RPWL die älteste Brauerei der Welt, Kloster Weihenstephan, zu bieten; Red.]. Diese Edition zeichnet sich durch 2 zusätzliche Songs aus, die in das Gesamterscheinungsbild des Albums durchaus passen. Spätestens seit der im vergangenen Jahr eingeschobenen Live-EP "9" wissen wir, dass RPWL immer für eine Überraschung gut sind und ihren Fans das eine oder andere lohnenswerte Schmankerl anbieten.
Überhaupt handelt es sich bei der Formation um ein Unternehmen, welches zu Recht vor Selbstbewusstsein nur so strotzt und in der Vergangenheit anscheinend alles richtig gemacht hat. So kann man annehmen, dass diese Band, als eine von wenigen, aus dem Bereich des progressiven Sektors wohl auch zukünftig internationalen Anklang finden dürfte. Denn was aus einer fast lupenreinen, von PINK FLOYD beeinflussten Band geworden ist, scheint aller Achtung wert zu sein.
Inzwischen verfügt man mit den "Farmlands" über eigene Studio-Örtlichkeiten, in denen sich professionell arbeiten lässt. Absolute Zielstrebigkeit findet man darüber hinaus bei den einzelnen Musikern. In diesem Zusammenhangt darf vor allen Dingen auch an das erfolgreiche Solo-Projekt von Gitarrist Kalle Wallner namens BLIND EGO erinnert werden. Doch rein stilistisch findet jedes einzelne Handeln seinen eigenen Weg. Die wichtigste Frage ist, ob sich RWPL im Vergleich zum letzten großartigen "World Through My Eyes" verändert haben.
Ja, haben sie! "The RPWL Experience" wartet nicht mit einem melodiösen, Chart verdächtigen Roses mit Ray Wilson als Leadsänger auf. Das muss es auch nicht. Dem im Jahr 2005 im genannten Song offerierten Mainstream werden RPWL in weiten Teilen dieses Mal selbst gerecht.
Zwar hören wir im Eröffnungstrack Silenced ungewöhnlich harte Gitarrenriffs, doch sind die Gesangslinien von Yogi Lang sehr eingängig. Das Salz in der Suppe machen die emotionalen Zwischenparts aus, die einen aus der Haut fahrenden Sänger erahnen lassen. Und natürlich arbeitet die Band wieder mit abgefahrenen, nicht alltäglichen Soundgebilden, die in der Regel von den eingesetzten Synthies stammen. Die knapp 10 Minuten Spiellänge vergehen wie im Fluge.
Die neu erarbeitete Hymne heißt Breathe In, Breathe Out. Sowohl die im Intro gespielten Gitarrenharmonien als auch das anschließende Gesamtgebilde lassen den Fan mitgehen und in die RPWL-Soundwelt eintauchen. Sehr leicht, melodisch und nicht einmal im Ansatz sperrig. Was bleibt, ist die typische Atmosphäre, die man erwarten konnte und auch erhofft hat. Es wird deutlich, dass die Kompositionen gradliniger, aber deswegen nicht schlechter sind.
Where Can I Go macht einen Spagat zwischen typischen Beatklängen und einer gehörigen Portion an melodischem, modernen Rock. Auch hier gilt: Der RPWL-Sound bleibt, ob mit oder ohne Sprechgesang gegen Ende des Tracks.
Und dann ein Schuss aus der Hüfte: Masters Of War ist ein Bob Dylan-Cover. Ob der gute alte Bob sich das so vorgestellt hat? Kann uns vollkommen egal sein, dachten sich auch stets Manfred Mann und seine Mitstreiter. Und was dem einen recht ist, kann dem anderen in der Tat nur billig sein. Nein, billig kommt die Nummer wahrlich nicht beim Hörer an, dafür wurden sämtliche Akzente, insbesondere die der Gitarren, an die richtigen Stellen gesetzt. "DYLAN meets PINK FLOYD", eine sehr gut vorstellbare Variante.
Das This Is Not A Prog Song betitelte Stück bedarf keiner weiteren Kommentierung, es rauscht geradezu an mir vorbei. Schöner Pop! Vielleicht eine kleine Provokation von Seiten der Band, ich weiß es nicht. Dafür baut sich dann in I Watch Myself Sleeping wieder eine dichte Soundwand auf, die mit reichlich Mellotron gespickt wurde. Und hin und wieder wird es, wie zum Beispiel in Stranger, auch wieder schräg und verquerer. Da schwingt schon eine gehörige Portion an New Artrock mit. RPWL haben die Zeichen der Zeit erkannt, denn gerade dieser Stilmix scheint derzeit sehr angesagt zu sein.
Die beiden Songs der Special Edition heißen Alone And Scared und Reach For The Sun. Wer im Schnelldurchlauf einen Eindruck der gesamten Scheibe gewinnen möchte, zieht sich ersteres aufmerksam rein. Das mag auf Anhieb gar nicht auffallen, hätte man die Nummer allerdings ans Ende gesetzt und als Bonus-Feature gekennzeichnet, wäre es klarer zum Vorschein gekommen.
Zurück zur Eingangsfrage: Ist es RPWL nun gelungen, einen würdigen Nachfolger von "World Through My Eyes" zu präsentieren? Ich meine schon, auch wenn an vielen Stellen auf mehr Eingängigkeit und somit Massentauglichkeit gesetzt wurde. Die Formation hat vieles zusammengewürfelt, u.a. auch aus alten VIOLET DISTRICT-Zeiten, als Yogi noch als Jürgen Lang im Line-up genannt wurde.
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