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Rambler

First Things First

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Bärchen Records

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First Things First
First Things First, Landmark Productions, 2004
Pat Terranova Lead Vocals, Acoustic Guitar
Rick Cuccia Acoustic Guitar, Background Vocals
Rich Pierce Guitars
James Porreca Drums
Mitch Farber Lead Guitar
Willie, Shawn & Danny Bass
Yoel Hyman Keyboards
Produziert von: Marc Loren Länge: 49 Min 21 Sek Medium: CD
1. Hard Times (4:04)6. Intoxicated (4:27)
2. Whiskey Drinkin' Eyes (4:36)7. Skynyrd Fantasy (4:07)
3. Drifter (4:16)8. Liquor In The Front, Poker In The Rear (4:21)
4. Travellin' Man (4:03)9. Missin' You (3:38)
5. 2nd Time For Romance (3:36)10. Blame It On Me (3:55)

Manchmal hat man die Qual der Wahl im Leben. So standen am 17.04.04 zwei tolle Events zur Auswahl und ich musste - das war klar - auf eines von beiden verzichten.
Da gab es die Eroberung der AOL-Arena in der schönen Stadt Hamburg durch Rot-Weiss Essen mit einem 4:0 Kantersieg, das sich damit auf den längst fälligen Spitzenplatz der Liga katapultierte.
Da ich meinen Club ja noch in näherer Zukunft des öfteren sehen kann, entschied ich mich schweren Herzens für Alternative zwei, dem alljährlichen 'Blue-Highways-Festival' im niederländischen Utrecht (mit malerischer Innenstadt, in der auch das Musikzentrum Vredenburg liegt), gespickt mit einer fulminanten Besetzung, die das Herz eines jeden (New-) Country- oder Rootsrockfans höher schlagen lässt: RECKLESS KELLY, Caitlin Cary, Chris Hillman mit Al Perkins, Allison Moorer, Rodney Crowell, DRIVE-BY TRUCKERS und noch einige andere sehenswerte Künstler die man in meinen Gefilden wohl kaum zweimal zu Gesicht bekommen wird.
Gespielt wurde zeitversetzt in zwei klimatisierten Sälen bei einer Spielzeit von 75 Minuten pro Interpret. Es gab maximal 10 Minuten Umbaupause. Ein kurzweiliges, gut besuchtes Ereignis, ohne dass es eng wurde. Herrlich lockere Atmosphäre für 35 Euro! Kann ich nur jedem empfehlen.

Vorher besuchten wir noch einen Riesen-Antik-Trödelmarkt mit kombinierter Platten- und CD-Börse. Dort traf ich dann die Gaby Wenzel und Jürgen Thomä unseres HoR-Partners Bärchen Records. Und kurz bevor wir uns Richtung Festival aufmachen wollten, drückte der gute Jürgen mir mal eben so beiläufig ein Werk von RAMBLER in die Hand.

RAMBLER? Sind das nicht die New-Country-Knaben, deren Scheibe "Starting Over" ich für unser Internet-Magazin bereits beleuchtet habe? Nein! Weit gefehlt. Es handelt sich um eine Southern-Rock-Band vom Feinsten. Ehrlich gesagt, keine Ahnung, woher die Namensgleichheit. Ob erstgenannte sich mittlerweile ins Nirvana verabschiedet haben oder der Name nicht geschützt ist, ob da eine Rechtsstreit in der Schwebe liegt oder beide einvernehmlich nebeneinander weiter musizieren, wird wohl die Zukunft zeigen, ist aber aus meiner Sicht relativ egal.

Fakt ist, dass die Southern-RAMBLER ein Album hingelegt haben, was vor 25 Jahren mit Sicherheit für große Kasse und Furore gesorgt hätte.
Sämtliche Songs sind Eigenkompositionen und zu 90% als Balladen mit wunderbaren Melodien (für mich immer ein Kriterium für niveauvolle Musik) und allen southern-typischen Gitarrenspielarten angelegt. Spontan fallen Songs wie Simple Man, Tuesday's Gone, Melissa, There Goes Another Love Song oder Can't You See als Vergleichsmuster ein, natürlich viel knackiger und zeitgemäßer eingespielt. Eigentlich fehlt da nur noch ein FreeBird-Plagiat am Ende mit dem obligatorisch langen Gitarrenfinish. Eine Gänsehaut jagt da den nächsten Schauer, der einen am Rücken herunterläuft, versprochen!
Um es mal so auszudrücken: Bei dem flotten gitarrenlastigen Hard Times, dem inbrünstigen Whiskey Drinkin' Eyes, dem traumhaft akustisch ummantelten Travellin' Man oder dem atmosphärischen Intoxicated, geht Herrn Daus im wahrsten Sinne musikalisch einer ab.
Die CD ist ein klarer Fall für die Inselfrage. Also mein lieber Fred, bitte im Impressum einfügen.
Rein äußerlich und auch stimmlich ähnelt Sänger Pat Terranova Eddie Montgomery von MONTGOMERY GENTRY, allerdings mit nicht so starkem Knödelsyndrom behaftet.

Einige Nummern sind von Artimus Pyle gefeatured, was immer das auch in diesem Zusammenhang bedeuten möge. Der Song Skynyrd Fantasy und auch sein Text spricht für sich (ähnelt Ode To Ronnie von LAIDLAW). Nie war es schöner sich von Klischees, derer sich die Truppe reichhaltig, aber äußerst kreativ bedient, verwöhnen zu lassen. Glaubt mir, einfach genial.

Wie meine Kollegen und Balladenhasser Schneider, der mittlerweile vom SKYNYRD-Mega-Sammler zum Verfechter mystischer Schrägtöne mutiert ist, oder Zappelphillip und Unruheherd 'Boogie No More Fred' auf die Scheibe reagieren, wage ich wirklich nicht vorher zu sagen.
Mich, den ruhenden Pol im HoR, hat es jedenfalls vom Hocker geworfen, und ich hoffe, dass sich viele andere an dieser phantastischen CD erfreuen werden. Eine wahre Stern-(Dreiviertel-)Stunde des Südstaaten-Rocks!
Also, ich weiß nicht, was die beiden freundlichen o.a. Herren zu ihrem Wohlbefinden raten, Bärchen Records und ich empfehlen Rambler, "First Things First".

Daniel Daus, (Impressum, Artikelliste), 18.04.2004

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Was soll man sagen, Herr Daus, angesichts von so viel Freude über eine CD? Viel Spaß kann man nur wünschen.
Für meinen Teil kann ich nur anmerken: Wenns ned rockt isses fürn Arsch!
Rechtschreibungstechnisch wohl nicht ganz korrekt, aber das spielt bei dieser Art von Musik auch keine Rolle mehr.

Zur Aufklärung der Daus'schen Fragen sei gesagt: Die New Country-Combo RAMBLER existiert offenbar nicht mehr. Der Name Rambler dürfte angesichts von etwa 7.893 gleichnamigen Bands nicht rechtlich schützbar sein und außerdem zeugt so eine Namensgebung doch direkt vom unerschöpflichen Einfallsreichtum unserer amerikanischen Freunde.

Die Frage, warum auch diese Band bald wieder verschwinden wird, beantwortest Du selbst: "Eigentlich fehlt da nur noch ein Free Bird-Plagiat am Ende...". Schade gell, denn alle anderen möglichen Südstaaten-Balladen-Plagiate sind ausnahmslos vertreten.
Das ist so spannend wie die Wiederholung vom Endspiel von 1974. Gerd Müller hat ein Tor geschossen. Weiß das irgend jemand noch nicht? Gähn.

Die Ähnlichkeiten von Sänger Terranova beschränken sich für mich auf die deutsche Stimme von Alf. Und der ist außerirdisch genug. MONTGOMERY GENTRY? Muss ich mir nochmal anhören. Ich liebe Katzen...
Natürlich, geile Melodien haben die Herren am Start. Ohne Ende. Das hatten ja die anderen vor 25 und 30 Jahren auch. Doch hier ist alles nur geklaut, alles nur aufgewärmt. Und das Cover ist auch jenseits jeder Kreativität.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: "First Things First" ist beileibe keine schlechte Platte! Wer selbstgeschriebene Cover-Balladen mag, bitte, gerne. Aber dem Teil fehlt es an so vielen Dingen, dass man kaum anfangen möchte zu kritteln. Nur eins: Neben dem Gesang stechen die offensichtlichen Studio-Basteleien ins Auge. Der Soundtüftler war nicht gut!
Gitarrentechnisch ist nicht viel zu meckern. Solides Handwerk allemal. Aber mit einem Billy Moss oder Dörfler & Berner braucht man das Dargebotene nicht vergleichen. Standard, den man erwartet. Nicht mehr.
Ob wir es wirklich mit einer echten Band zu tun haben, ist nicht geklärt. Im Internet findet man jedenfalls nichts.
Und was hat wohl Artimus Pyle für eine Rolle gespielt? KEINE! So wie er noch nie eine spielte, der Schlagzeugwicht, der aus irgend einem Grund mal bei einer großen Band dabei sein durfte.

Da zappel ich Phillip lieber mit ordentlichem Rock & Roll weiter vor mich hin, als dass ich mir so was geben muss. Langweilig.
Wenns ned rockt isses fürn Arsch!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 20.04.2004

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