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| Epic Forest, Polydor International, 1972 |
| Steve Gould |
Guitar, Bass, Vocals |
| Dave Kaffinetti |
E-Piano, Hammond |
| Ced Curtis |
Guitar, Piano, Vocals |
| Paul Karas |
Bass, Vocals |
| Fred Kelly |
Drums |
| Produziert von: Paul Holland |
Länge: 62 Min 14 Sek |
Medium: LP |
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| 1. Baby Listen | 7. Fears Of The Night |
| 2. Hey Man | 8. Turn It All Around |
| 3. House In The City | 9. Title No.1 Again (Birdman) |
| 4. Epic Forest | 10. Roadside Welcome |
| 5. Turning The Lights Out | 11. Four Grey Walls |
| 6. Her Darkest Hour | 12. You're Lost |
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Es war einer dieser gähnend langweiligen Samstagnachmittage, der FC Bayern ist dabei, locker sein Bundesligaspiel zu gewinnen und Hertha vergeigt wiedermal ein Heimspiel.
Also beschließe ich, auf leichten Druck meiner Misses, mein Musikarchiv zu sichten und zu ordnen.
Dabei stosse ich auf dieses Album, das ich seit Urzeiten nicht mehr gehört habe: "Epic Forest" von RARE BIRD.
Das Merkwürdige an dieser Doppel-LP ist, dass nur drei Seiten bespielt sind. Also rauf damit auf meinen leicht angestaubten Technics Plattenspieler und überraschen lassen.
Sofort fällt mir auf, dass diese 30 Jahre alte Platte unglaublich gut klingt. Sehr druckvoll und dynamisch grooved mir der Opener Baby Listen um die Ohren, treibende Gitarren, knochiger Bass und die etwas kehligen Vocals von Steve Gould machen mir Lust auf's Weiterhören.
Hey Man beginnt mit "in chorus eingetauchten" Akustikgitarren und klingt irgendwie folkig. Die Vocals sind klasse und erinnern ein wenig an den leicht süsslichen Harmoniegesang von Crosby, Stills & Nash. Nach Einsatz der Drums geht der Song dann aber doch noch nach vorne los.
Kleines Zwischenspiel für ein wenig Band-History:
Gegründet 1969 in London von Graham Field, D.Kaffinetti und Mark Ashton.
Das 69er Debutalbum erreichte gerade mal Platz 117 in den U.S. Albumcharts, hatte aber mit "Sympathy" einen ultimativen Klammerblues-Song, der gerne zu vorgerückter Stunde auf unseren Klassenfeten gespielt wurde.
Das zweite Album "As your mind flies by" hielt am Konzept des ersten Albums fest, Hammond und E-Piano-dominierter Sound.
1972 verliessen Field und Ashton die Band und wurden durch Ced Curtis (Gitarren,Vocals), Fred Kelly (Drums) und Paul Karas (Bass, Vocals) ersetzt. Die Gitarrenarbeit stand ab nun
gleichberechtigt neben den Keyboards und sorgte dafür, dass die Songs noch abwechslungsreicher klangen.
Danach erschienen noch die Alben "Somebody's Watching" und "Born Again", die ich nicht kenne.
Dave Kaffinetti verkürzte übrigens später seinen Namen in David Kaff und war Mitglied der legendären SPINAL TAP.
Doch zurück zum Doppel-Album. RARE BIRD haben ihre Stärken auch in den ruhigen Momenten
der Platte. Sehr atmosphärische, gefühlvolle Balladen, manchmal knapp am Kitsch vorbei, jedoch immer toll gespielt.
Je länger ich dieser Musik zuhöre, um so mehr wird mir bewusst, wie schwer es mir oftmals fällt, Musik dieser Epoche stilistisch einzuordnen.
Damals nannte man es Progressiv Rock, ob es wirklich so progressiv war, lass ich mal ungeklärt stehen.
Der Samstagnachmittag verging jedenfalls, die Bayern dominieren die Liga, Hertha dominiert die Belanglosigkeit und ich werde wieder öfters mein Plattenregal sondieren.
Wer weiss, was dort noch so schlummert und wiederentdeckt werden will.
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