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| Raw Johnson, Raw Johnson Records, 2001 |
| Hugo Rodriguez |
Lead Vocals, Guitars |
| David Walsh |
Guitars |
| Stevan Rutherford |
Drums |
| Rich Sellers |
Bass |
| Chris Watkins |
Piano, Organ |
| Mark May |
guitar on This Earth |
| Jamale di Kempf, Jan D.Mathews, Jaqueline Stephens |
vocals on Million to One |
| Produzent: Raw Johnson, aufgenommen in Houston/Texas |
Länge: 62 Min 25 Sek |
Medium: CD |
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| 1. can you help me (4:15) | 7. in another time (4:34) |
| 2. this earth (5:58) | 8. try (6.18) |
| 3. give (6:57) | 9. humankind (7:22) |
| 4. golden ear (4:15) | 10. in the night (4:05) |
| 5. wishing well (5:30) | 11. )million to one (4:06) |
| 6. sleepwalker (4:18) | 12. happy breakup (2:25) |
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Zwei Jahre, nachdem RAW JOHNSON mit ihrem Debütalbum HARD LESSONS für musikalische Furore
gesorgt haben, bringen sie jetzt mit dem schlicht und einfach betitelten RAW JOHNSON die zweite CD auf den Markt.
Besetzungsmäßig hat sich nichts geändert, bis auf die Tatsache, dass Mark May von der Dickey Betts
Band auf dem Track This Earth die Solo Gitarre bedient.
Die CD wird mit CAN YOU HELP ME eröffnet. Ein hartes Stück Rock, dass da aus den Membranen brettert.
Hugo Rodriguez schreit eindringlich um Hilfe, während ihn die knallharten Gitarren helfen, Gehör zu finden.
Der Sound der Gitarren ist beeindruckend. Sie klingen unglaublich hart und dennoch verblüffend sauber. Klasse
Bass und Drums geben CAN YOU HELP ME den letzten muskalischen Schliff.
THIS EARTH wechselt gekonnt von hartem zu relaxtem Rock mit interessanten Breaks und Rhythmus-Wechseln.
Chris Watkins liefert ein herrliches Hammond Solo ab. Stevan Ruterhford erinnert mit seinem dynamischen
Schlagzeugspiel an eine Mischung aus Buddy Rich und Ritchie Hayward. So manch anderer gestandene Rock-Drummer
würde sich bei solch vertracktem Spiel die Finger brechen. Bassist Rich Sellers, Gitarrist David Walsh und Mark
May beeindrucken ebenfalls auf der ganzen Linie. Ein Sahnestück.
Das fast siebenminütige GIVE zeigt RAW JOHNSON zunächst von seiner romantischen Seite. Die Ballade
gewinnt nach gemächlichem Intro mit Klasse Fender Piano schnell an Fahrt. Ausgezeichnet sind wieder die alles
beherrschenden Gitarren und die mächtigen Drums. Chris Watkins spielt erneut ein fulminates Hammond Solo,
das in gewissen Momenten an die legendären Nice und Keith Emerson erinnert.
Doobie Brothers artig beginnt GOLDEN EAR mit seinen akustischen Gitarren-Intro. Doch schnell mündet der
Song in einen funkigen Blues-Rocker mit agressiven Gitarren von allen Saiten. Bass und Drums setzen sich gekonnt
rhythmisch zur Wehr.
Eine Ruhepause scheint die Band mit WISHING WELL einlegen zu wollen. Gegenüber den vier vorherigen
Nummern bleibt die Band hier musikalisch recht blass.
Doch der dynamische Rockblues SLEEWALKER zeigt dem Hörer gleich wieder, wo's langgeht. Kraftvolle,
fast schon Heavymäßige Gitarren treiben den Song voran. Hugo singt wieder, als ginge es um sein Leben.
Good old Southern Rock erklingt auf ANOTHER TIME. Relaxte Gitarren und ein sehr schöner Refrain sorgen
für grenzenlosen Spaß. Diesen Song trage ich jetzt tagelang in meinem Kopf rum. Ich ertappe mich im Bus
oder im Supermarkt immer wieder dabei, wie ich den Refrain vor mich hinträllere.
Chris Watkins fordert das Letzte aus seiner Hammonmd auf den von langsamen und schnellen Rhthymen
geprägten TRY. Der Rest der Band bewegt sich ebenfalls meilenweit über jeglicher Form von musikalischem
Mittelmaß.
HUMANKIND ist der Gitarrenkracher auf diesem auch sonst nicht gerade romantischen Album. Was hier an Gitarren
über den Hörer kommt, reicht bei vielen Bands für mehrere Alben. Stevan trommelt mal wieder wie
ein Besessener.
Und nocheinmal ein Song für die Southern Rock Gemeinde. IN THE NIGHT rattert hochmelodisch den Southern
Highway entlang. Die Band behält auch hier ihr eigenständiges Format und klingt nicht wie irgendeine billige
Kopie. Chris druckvolle Hammond spricht wieder für sich.
Als schöne melodische Ballade umgarnt MILLION TO ONE die Ohren. Der gospelartige Chor hört sich toll
an. Keine Spur von Kitsch oder Schmalz, dafür sorgen schon die effektvollen Gitarren.
Unplugged beendet RAW JOHNSON den Songreigen mit HAPPY BREAKUP. Ein unspektakulärer, schöner
Ausklang.
Das zweite Album von RAW JOHNSON bietet wieder abwechslungsreichen Rock, Blues und Roots mit einer Prise
Southern auf höchstem Niveau. Hinsichtlich der musikalischen Arrangements übertrifft das Album ihr schon
ausgezeichnetes HARD LESSONS Debüt von 1999.
Beeindruckende Gitarren (Bass eingeschlossen), tolle Keyboards und ein hervorragendes Schlagzeug machen
RAW JOHNSON Zweitlingswerk zu einem Genuß für die Ohren.
Klang und Produktion sind erstklassig.
Joachim Domrath (Impressum, Artikelliste), 23.05.2001
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