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CD-Review:
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Mit ein klein wenig mehr Glück im Timing sowie Unterstützung durch ihre jeweiligen Plattenfirmen, hätte aus RIOT durchaus ein Top Act werden können. Leider wurden sie in ihrer Blütezeit nur benutzt und dann wieder fallen gelassen, was nicht wenigen Bands das Rückgrat gebrochen hätte. Doch Bandleader und Gründer Mark Reale, entpuppte sich immer wieder als Stehaufmännchen und "Ein Mann Armee" und so schreibt man jetzt mittlerweile 30 Jahre Hard Rock und Heavy Metal Geschichte. Die Band entstand 1975 aus Überresten der New Yorker Undergroundband KON-TIKI. Ein Demo-Tape erweckte das Interesse des Produzenten und Labelbosses Steve Loeb, der RIOT für sein kleines Fire-Sign Records Label verpflichtete und dort 1977 das Debut "Rock City" heraus brachte. Eine erfolgreiche Support-Tournee mit Sammy Hagar bewog dessen Plattenfirma Capitol, RIOT einen weltweiten Major-Deal für deren Nachfolgealbum "Narita" anzubieten, allerdings nur mit dem Hintergedanken, die Band auch für Sammys Europatournee als Support zu verpflichten. Hagar hatte sich mit "Street Machine" und "Danger Zone" ziemlich weit aus dem Metal-Fenster gelehnt und Capitol befürchtete, dass er seine alten Fans damit vergraulen könnte. Mit RIOT als Unterstützung hoffte man, Hagar als Heavy Metal Band für ein junges Publikum etablieren zu können. Ein Jahr später wechselte Hagar zu Geffen und mit "Standing Hampton" wurden alle metallischen Ansprüche erst mal relativiert. Für Capitol wurden RIOT spätestens zu diesem Zeitpunkt, nach dem Motto: Der Mohr hat seine Arbeit getan, der Mohr kann gehen", zum Auslaufmodell. Was sich das Capitol Management bei diesem Schritt dachte, mag auf Ewig deren Geheimnis bleiben, die NWOBHM schlug weltweit hohe Wellen, die Amis sollten in den Folgejahren, initiiert durch Kultsampler wie "Metal Massacre" oder "U.S. Metal" das Heft an sich reißen und mit RIOT hätten Capitol sich als Trendsetter etablieren können, in dem Jahr wurde sie sogar zum legendären, ersten Monsters Of Rock in Castle Donnington eingeladen. Dumm gelaufen, aber über Managementfehler muss man sich ja in heutigen Zeiten nicht mehr sonderlich auslassen. In den nächsten Jahren drehte sich das Besetzungskarussell, die Band ging mehrfach auseinander, wurde reformiert, firmierte zeitweise als NARITA, wechselte von einem Label zum anderen und was eigentlich ausschlaggebend war, alle nachfolgenden Alben konnten den Erfolg und die Klasse von "Fire Down Under" nicht mal ansatzweise erreichen. Ohne dem Enthusiasmus von Mark Reale und dem finanziellen Engagement von Steve Loeb, der RIOT bzw. Reale über die Jahre immer die Treue hielt und bis heute hält, wäre die Band längst Geschichte. Insofern hätte das aktuelle Album besser "Army Of Two" heißen sollen. Seit 1993 kristallisierte sich die aktuelle Besetzung heraus und sechs weitere Alben unterschiedlicher Couleur wurden bis 2002 eingespielt. Erwähnenswert vielleicht das leicht keltisch angehauchte Poweralbum "Inishmore" (1998).
Seit 2003 arbeiteten die New Yorker an der Fertigstellung von "Army Of One". Mit an Bord ist seit dem Schlagzeuger Frank Gilchrist von VIRGIN STEELE.
Der Opener und Titelsong geht gleich tierisch ab und lässt unweigerlich Assoziationen wie "RAINBOW meets WHITESNAKE auf Speed" zwischen den Ohren entstehen. Auch beim nächsten Song (und nicht nur bei diesem), einem melodischen Midtempo-Nackenbrecher, glaubt man manchmal David Coverdale sei dem Grabe entstiegen (der Doppelgänger, der unter dessen Namen auftritt, kann nicht wirklich echt sein, oder?). Weiter geht's mit einem, leicht Prog angehauchten Rocker bevor wir mit One More Alibi einem weiteren, klassischen RIOT Melodic Metal Standard begegnen, bei dem man auch kaum überrascht wäre, wenn man ihn auf einem guten WHITESNAKE Album antreffen würde. It All Falls Down fällt leicht ab bevor mit Helpin Hand, einer quasi Ballade, sozusagen als Ruhe vor dem Sturm, der nächste Nackenbrecher der Extraklasse die zweite Hälfte des Albums einläutet. Anscheinend hat Reale den klassischen Vinyl-Aufbau immer noch verinnerlicht. "Ein Album, dass die klassischen RIOT mit den RIOT der letzten Jahre perfekt kombiniert!" so das Fazit der offiziellen Bandbio und dem ist eigentlich nichts hinzu zufügen, außer vielleicht der Aufruf an die Festivalmacher in Balingen oder Lichtenvoorde, sich RIOT für 2007 im Terminplaner vorzumerken. Nachzutragen wäre noch, dass Guy Speranza, Sänger des ursprünglichen Line-Ups, 2003 an Krebs verstorben ist. R.I.P. Ralf Frank, (Impressum, Artikelliste), 11.10.2006
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