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Second Life Syndrome

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Second Life Syndrome
Second Life Syndrome, InsideOut Music, 2005
Mariusz DudaVocals, Bass
Piotr GrudzinskiGuitar
Piotr KozieradzkiDrums
Jacek MelnickiKeyboards
Produzent: Riverside & Robert & Magda Sredniccy Länge: 63 Min 39 Sek Medium: CD
1. After6. I turned you down
2. Volte-Face7. Reality dream III
3. Conceiving you8. Dance with the shadow
4. Second life syndrome9. Before
5. Artificial smile

2004 waren RIVERSIDE mit ihrem Album "Out Of Myself" die wohl aufregendste Neuentdeckung im Progressive Rock-Sektor. Erschien dieses Kleinod noch beim für hohe Qualität bürgenden Undergroundlabel Laser's Edge, so ist es jetzt keine furchtbar große Überraschung, dass sich mittlerweile der Branchenprimus für progressive Tonkunst, InsideOut Music, der Polen angenommen hat.

Sehr lange musste die RIVERSIDE-Anhängerschaft nun wirklich nicht auf Nachschub aus dem Lager ihrer Lieblinge warten. Ist "Second Life Syndrome" deswegen ein Schnellschuss?
Mitnichten, zumindest was die Qualität des Albums betrifft. Um das Fazit gleich vorweg zu nehmen: Wer an "Out Of Myself" Gefallen fand, wird auch von seinem Nachfolger nicht enttäuscht werden.

In den Grundzügen setzen RIVERSIDE den von ihnen eingeschlagenen Weg konsequent fort und verbinden Spät-MARILLIONschen Neoprog mit den Klangschöpfungen alter Meister, namentlich in erster Linie PINK FLOYD. Man darf sich gerne einmal den Spaß erlauben und einen Hördurchgang des Albums mit der Analyse verbringen, zu welchen Anteilen sich Piotr Grudzinskis Gitarrenspiel aus Rothery- und Gilmour-Zitaten zusammensetzt.
Und doch schlagen RIVERSIDE zumindest tendenziell für sie 'neue' Wege ein. "Second Life Syndrome" beschert uns für RIVERSIDE-Verhältnisse ungewohnt aggressiv-metallische Passagen, die durchaus bis in Dimensionen vorstoßen, die für DREAM THEATER exemplarisch wären.
Gleichzeitig ist das Album von einer wesentlich düsterer ausgefallenen Grundstimmung als das Debüt befallen, ohne dass man jetzt von einem depressiven Werk sprechen könnte. Besinnlicher ist "Second Life Syndrome" ausgefallen, tiefgründiger, atmosphärischer... und trotzdem immer noch typisch RIVERSIDE.

Unter dem Strich also ein dickes Kompliment für die Polen, denen es gelungen ist, ihrem Sound auf behutsame Art und Weise neue Aspekte hinzuzufügen. So setzen sie sich weder dem Vorwurf kreativen Stillstands aus, noch stoßen sie ihre bisherige Anhängerschaft durch all zu revolutionäre Neuerungen vor den Kopf.
Was schon für "Out Of Myself" galt, trifft genauso auf "Second Life Syndrome" zu. Wer sich von anspruchsvoller Rockmusik angezogen fühlt, kann auf dieses Album nicht verzichten, ohne deswegen ein ganz ganz schlechtes Gewissen zu bekommen.

Martin Schneider, (Impressum, Artikelliste), 23.03.2006

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